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Drei Fragen an eine Unternehmerfrau

"Die Prüfer schauen genau hin"

Sie hatte zwar alle geforderten Unterlagen parat, als der Prüfer der Rentenversicherung in den Betrieb kam. Doch an einer Stelle hat er besonders genau hingeschaut, berichtet Unternehmerfrau Helga Regenhardt. Ihr Tipp: Wer sich gut vorbereitet, ist auf der sicheren Seite.

Alle Rechnungen und Belege haben die Prüfer unter die Lupe genommen... - ...und bei Regenhardt Haustechnik nicht gefunden, das nicht stimmte.
...und bei Regenhardt Haustechnik nicht gefunden, das nicht stimmte.
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Drei Fragen an Helga Regenhardt, Unternehmerfrau bei Regenhardt Haustechnik im niedersächsischen Seulingen. Sie hat im Frühjahr dieses Jahres einen Prüfer der Rentensicherung im Betrieb gehabt.

1. Wie haben Sie sich auf die Prüfung der Rentenversicherung vorbereitet?
Helga Regenhardt: Wir hatten mehrere Wochen Zeit, alle Unterlagen zusammenzustellen. In dem Schreiben vom Prüfer stand auch, dass Leistungen, die unter das Künstlersozialversicherungsgesetz fallen können, mit kontrolliert werden. Also wusste ich vorher, was ich parat haben muss und habe das auch mit meinem Mann durchgesprochen.

2. Wie lief die Prüfung ab, was wollte der Prüfer konkret einsehen?
Regenhardt: Etwa drei Stunden war der Prüfer im Betrieb. Erst hat er die ausgedruckten Jahreslohnkonten verlangt und die Direktversicherungsverträge die durch Lohnumwandlung bedient werden.

Helga Regenhardt hatte erst kürzlich einen Prüfer im Betrieb: - Aber da sie gut vorbereitet war, lief die Prüfung ohne Überraschungen ab.
Aber da sie gut vorbereitet war, lief die Prüfung ohne Überraschungen ab.
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Zum Prüfen der Künstlersozialabgabe wollte er diverse Sachkonten ausgedruckt haben. Doch wir haben uns darauf geeinigt, dass er sich an meinen Arbeitsplatz setzt und die für ihn relevanten Konten in unserem Datev-Steuerprogramm am Bildschirm durchgeht. Beispiel Werbungskosten: Da waren Belege über Zeitungsanzeigen oder Kugelschreiber, das hat er genau unter die Lupe genommen. Und das Konto 4900 - betrieblichen Aufwendungen - vom Kaffee über Batterien bis hin zu Blumen, die wir gekauft haben: Das Konto 4900 hat ihn besonders interessiert, er nannte es „Müllsammelkonto“.

Er hat darauf geachtet, welche Firmen und Leistungen sich hinter den Texten der Buchungen verborgen haben. Wenn ihm etwas unklar war, hat er die Originalrechnungen verlangt. Das hat reibungslos funktioniert.

3. Was empfehlen Sie anderen Betrieben als Vorbereitung auf diese Prüfung?
Regenhardt: Man sollte sich klar machen, was wirklich kontrolliert wird und welche Ausgaben tatsächlich unter die KSK-Abgabe zählen könnten. Der Prüfer hat bei uns zum Beispiel genau gefragt, wer unsere Website bearbeitet und pflegt. Es ist oft nicht klar, ob das Künstler sind oder nicht. Kleiner Tipp: Bei Einzelfirmen ist eine Abgabe Pflicht, bei GmbHs ist man raus.

Es macht keinen Sinn, Dinge zu verstecken. Denn die Prüfer schauen ganz genau nach. Was ich allerdings noch nicht verstehe: Warum gibt keine klaren Regeln dafür, welche Einzelpersonen in der KSK sind oder sein müssen? Dann könnten sie gleich auf der Rechnung den Betrag aufschlagen und anschließend abführen. Das würde für beide Seiten einiges leichter machen.


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