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IT-Sicherheit

Diese drei Gefahren bedrohen Sie wirklich

Die Cyber-Kriminalität wächst. Im Fokus von digitalen Datendieben steht längst nicht mehr nur die Industrie. Wie die Kriminellen vorgehen und wie Sie sich und Ihre Daten schützen können, das lesen Sie hier.

 - Was sind die größten Gefahren für Ihre Endgeräte?
Was sind die größten Gefahren für Ihre Endgeräte?
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“Die Gefahr, die von Cyberkriminellen ausgeht, wird unterschätzt!” Christian Funk, Virenspezialist bei Kaspersky schlägt Alarm. Gerade im Handwerk sei die Meinung “ach, was gibt es bei mir schon zu holen” extrem weit verbreitet.

Und genau diese laxe Haltung vieler Unternehmer, machten sich die Datendiebe zu Nutze.

Die Methoden seien dabei raffiniert. So richteten die Virenjäger den Blick vor allem auf drei Angriffsszenarien, die in diesem Jahr schon besonders oft angewendet wurden:

Drive-by Downloads
“Das ist so etwas wie ein Rundumschlag”, erläutert Funk. Dabei kapern die Cyberkriminellen beliebte Websites und verstecken meist tief im Quellcode der Seite einen Trojaner. “Surft der Nutzer diese Seite an, wird der Trojaner automatisch auf den Rechner des Users geladen, ohne dass der es merkt”, beschreibt der Fachmann den Weg der Schadsoftware. Ist die dann auf dem Rechner, können die Kriminellen die dort gespeicherten Daten auslesen, aufs Firmennetzwerk zugreifen oder den Rechner fernsteuern und für ihre Zwecke nutzen. Derartige Angriffe seien wenig zielgerichtet. “Kriminelle, die diesen Weg gehen, nehmen einfach, was sie kriegen können”, sagt der 30-Jährige.

Sein Tipp:
Rüsten Sie Ihre Hardware immer mit Anti-Virenlösungen aus. Nach der Installation und Einrichtung – im Zweifel am besten durch einen Fachmann – sollten Sie darauf achten, dass die Virendefinitionen regelmäßig aktualisiert werden.

Welche Gefahren der Fachmann sonst noch ausgemacht hat, und wie Sie sich schützen können, lesen Sie auf der zweiten Seite.

Von manipulierten E-Mails bis zum Angriff am Wasserloch
 - Dann sollten Sie dem Absender wirklich vertrauen. Sonst raten Experten: Finger weg!
Dann sollten Sie dem Absender wirklich vertrauen. Sonst raten Experten: Finger weg!
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E-Mail-Attacken
Eigentlich war das Thema längst durch. “Doch in diesem Jahr sind Angriffe über E-Mail aktueller denn je”, sagt der Fachmann. Das Strickmuster sei immer das gleiche: Der Nutzer, dessen Rechner oder Firmennetzwerk die Kriminellen im Visier haben, wird per E-Mail angeschrieben. Meist hängt an der Mail eine Datei. Der Text ist so aufgebaut, dass der Nutzer animiert wird, den Anhang anzusehen.

Öffnet der Nutzer tatsächlich das anhängende Attachment, ist dies meist so präpariert, dass ein Trojaner oder andere Malware auf den Rechner gelangt.

Was die Sache gefährlich macht: Die Zeit, als sich solche Mail-Attacken durch gebrochenes Deutsch, miese Rechtschreibung und merkwürdigen Satzbau praktisch von selbst entlarvt haben, sei vorbei. “Was wir aktuell beobachten, sind richtig gut gemachte Sachen. Die Hintermänner sind oft wirklich richtig gut vorbereitet”, zollt der IT-Experte den Missetätern sogar einen gewissen Respekt.

Sein Tipp:
Eigentlich ist es ganz einfach: Öffnen Sie keine Mail-Anhänge, wenn Sie den Absender nicht kennen oder nicht vertrauen. Außerdem hilft eine aktuelle Anti-Viren-Lösung auch hier. Allerdings muss die so beschaffen sein, dass sie auch den Mailverkehr mit überwacht.

Waterhole-Angriffe
Noch relativ neu seien so genannte “Waterhole-Angriffe”. Darunter versteht der IT-Experte die bewusste Manipulation der Websites, die beispielsweise täglich in der Mittagszeit vom Unternehmen aus angesteuert werden. “Eben mal gucken, was in der Welt so los ist, das machen wir in der Mittagspause doch fast alle”, sagt Funk. Und genau das machten sich die Diebe 2.0 zu Nutze.

Die besonders beliebten Seiten würden dann präpariert und schon hätten die Kriminellen einen Fuß in der Tür, ohne dass der Nutzer es überhaupt bemerke.

Angriffspunkt seien hier oft Fehler in den Browsern selbst, weiß der Fachmann.

Sein Tipp:
Achten Sie darauf, dass Tools wie Browser, Acrobat-Reader und Co. stets auf dem aktuellen Stand sind. Außerdem helfen auch hier leistungsstarke Anti-Virus-Lösungen.

Was Sie in Sachen Sicherheit sonst noch beachten sollten, lesen Sie auf der letzten Seite.

Alle Geräte schützen!
 - Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich die Expertise von Fachleuten ins Haus holen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich die Expertise von Fachleuten ins Haus holen.
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Wichtig sei außerdem, dass wirklich alle Geräte, die im Firmennetz unterwegs sind, mit wirksamen Schutzmaßnahmen und aktuellen Software-Versionen ausgerüstet sind. Bedenken sollten Unternehmer dabei auch, dass immer mehr mobile Endgeräte im Einsatz sind.

Noch dazu habe sich in den vergangenen Jahren der Trend durchgesetzt, dass Mitarbeiter verstärkt auch mit eigener Hardware arbeiten. Darauf haben die großen Sicherheitsfirmen reagiert und bieten Anti-Viren-Bollwerke, die auf Wunsch auch Hardware von Mitarbeitern mit schützen können.

Doch das allein reiche meist noch nicht aus, warnt der Fachmann und gibt noch folgende Tipps:

Ergänzen Sie die Arbeitsverträge mit Ihren Mitarbeitern, wenn diese eigene Hardware verwenden möchten. Denn wenn Firmendaten erst mal auf einem Fremdrechner sind, sollte klar geregelt sein, was mit den Daten geschieht, wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.

Verlassen Sie sich beim Thema IT-Sicherheit auf professionelle Dienstleister und nicht "auf den einen Kollegen, der ein ganz gutes Händchen für die IT hat". Hier sei wirklich umfassendes Know-how gefordert. Denn die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige eindeutig, dass die Bedrohung aus dem weltweiten Datennetz klar zunimmt.

(ha)

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