Für Handerker räumen viele Städte aber Ausnahmen ein. Ein Handwerkre wehrte sich daher erfolgreich gegen ein Bußgeld.
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Panorama

Diesel-Fahrverbot: Handwerker wehrt sich gegen Bußgeld

Geblitzt wegen zu schnellen Fahrens und dann noch eine Strafe für Fahren in der Dieselverbotszone? Dagegen wehrte sich jetzt ein Handwerker vor Gericht.

Zu schnell mit dem Diesel unterwegs und dabei geblitzt – das kostete einen Handwerker aus Stuttgart ein Bußgeld. Der 73-jährige Bauleiter akzeptierte die Strafe, schließlich war er mit 56 km/h statt 50 km/h unterwegs, wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten. Doch dass er außerdem wegen eines Verstoßes gegen das Diesel-Fahrverbot zur Kasse gebeten werden sollte, erboste den Handwerker. Zwar gelte in Stuttgart ein Fahrverbot für Diesel mit der Euronorm 4 und schlechter. Sein Arbeitgeber habe aber bei der Stadt die Auskunft bekommen, Handwerker seien ausgenommen, wenn sie Material zu den Baustellen transportierten.

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Mit diesem Auftrag aber war der angestellte Bauleiter unterwegs, als er geblitzt wurde. Der 73-Jährige kümmerte sich um bis zu drei Baustellen. „Da muss man immer was von der einen zur anderen Baustelle befördern oder unterwegs besorgen“, zitieren ihn die Stuttgarter Nachrichten. Deswegen habe er die Fahrten nur mit dem Auto erledigen können. „Ich kann ja schlecht in die Stadtbahn einsteigen und eine Kloschüssel hinter mir herziehen.“

Er wehrte sich mit Erfolg vor Gericht gegen das Bußgeld – das Stuttgarter Amtsgericht stellte das Verfahren ein. „Mich wundert es, dass das nicht schon vorher geklärt werden konnte“, kommentierte der Richter. Bezahlen muss der Handwerker nur das Bußgeld für zu schnelles Fahren. Das erledigte er prompt – und konnte mit dem Diesel zur nächsten Baustelle aufbrechen.

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