Fortschritte machen die Tischler bei großen Würfen und kleinen Teillösungen.
Foto: Denny Gille

Digitalisierung + IT

Digitalisierungswerkstatt: Tischler vor dem Endspurt

Sieben Monate nach dem Start der Digitalisierungswerkstatt tauschen die Tischler Erfahrungen aus und legen die nächsten Ziele fest.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Was lief gut, was weniger, wie geht es weiter? Die Tischler der Digitalisierungswerkstatt ziehen ein Zwischenfazit und legen ihre weiteren Digitalisierungsschritte fest.
  • Was war im Weg? Hürden sind unter anderem zu straffe Zeitpläne und enge Budgets.
  • Eine Erkenntnis der Unternehmer: Austausch, Vernetzung und externe Unterstützung vereinfachen Digitalisierungsprojekte.

Die Digitalisierungswerkstatt der Tischler geht in die nächste Runde. Im Februar sind die beteiligten fünf Tischlereien zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Auf den Tag genau sieben Monate ist es her, dass die Digitalisierungswerkstatt startete. „Heute schildern die Unternehmer, was sie seitdem erreicht haben: was gut lief, wo es stockte – und welche Maßnahmen sie ergreifen“, berichtet Benita von Steinaecker von der Handwerkskammer Hannover.

Ein großer Wurf und kleine Schritte

Die Tischlerei Hans Mundrzik hat auf der Suche nach einem Enterprise-Ressource-Planning-System (ERP) einen individuellen Anforderungskatalog an die Software erstellt. Das Unternehmen will eine optimale Steuerung seiner Kundenaufträge bei bestmöglicher Auslastung der Maschinen erreichen. Angesichts der großen täglich produzierten Stückzahlen eine echte Herausforderung. ERP-Systeme können da Abhilfe schaffen, weil sie helfen, Betriebsressourcen wie Kapital, Personal und Material effektiv zu planen und zu steuern.

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Inzwischen hat der Betrieb eine Vorauswahl an ERP-Softwareherstellern getroffen, abgeschlossen ist die Auswahl aber noch nicht. Daraus leitet Geschäftsführer Manuel Wesemann auch eine Erkenntnis ab: „Der Zeitplan war zu straff“, sagt er.

Dabei hat die Tischlerei in den letzten Monaten auf kleineren Betriebsbaustellen einiges erreicht. So hat sie die Materialverwaltung mit gedruckten Listen gegen ein digitales System ausgetauscht. Nun werden die Artikel auf einem Tablet erfasst und sind dank Speicherung in der Cloud jederzeit von überall abrufbar. Künftig will das Unternehmen noch mehr Tablets einsetzen und kleine, günstige Software-Lösungen ausprobieren, die den Joballtag erleichtern.

Insellösungen für beherrschbare Ausgaben

Bei der Optimierung des Warenwirtschaftskonzepts sieht auch die Tischlerei Matthias Warneke einiges Potenzial, um ihrem Hauptziel „alle Informationen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort“ nahezukommen. Unter anderem soll der Wareneingang besser erfasst werden, damit der Mitarbeiter, der auf ein Paket wartet, über dessen Ankunft und Ablageort zuverlässig informiert wird. „Wir wissen jetzt, was wir brauchen und was nicht“, sagt Inhaber Matthias Warneke. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass die Wahl der Software für den Betrieb nicht auf ein großes Softwarepaket, sondern auf Insellösungen hinauslaufen wird. Die versprechen das beste Verhältnis aus Kosten und Nutzen.

Die Tischlerei Hegewald Holzdesign ist derweil bei der Digitalisierung der roten Mappe in die nächste Phase gekommen. Das Projektteam hat seine Prozessabläufe analysiert, einen Anforderungskatalog erstellt und nun Software-Anbieter eingeladen.

In einem Punkt sind sich am Ende dieses Tages alle Tischler einig: Vernetzung, Austausch und Know-how externer Berater machen bei der Digitalisierung vieles einfacher.

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