Unternehmerin Iris Lehnert-Finke.
Foto: Sascha Piekert

Abstand vom Betriebsalltag

Distanz tut Unternehmerpaaren gut

Wenn Unternehmerpaare täglich zusammenarbeiten, brauchen sie auch mal Abstand. Das hat Iris Lehnert-Finke erkannt und sich eigene Hobbies und Netzwerke gesucht. Ein Pluspunkt für ihre Ehe.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Abends bleibt das Diensttelefon aus: Bei Iris Lehnert-Finke und ihrem Mann wird ab dem Abendbrot nicht mehr über den Arbeitsalltag in ihrem Elektrobetrieb gesprochen.
  • Das hat das Unternehmerpaar eingeführt, um nach dem gemeinsamen Arbeitstag auch private Themen zu besprechen.
  • Doch mit dem Auszug der Kinder aus dem Haus wurden die privaten Gemeinsamkeiten des Paares weniger: Neue gemeinsame Hobbies wie Tanzen und Yoga übten die Unternehmer miteinander aus.
  • Erkenntnis des Unternehmerpaares: Auch zu viel gemeinsame Zeit nach Feierabend schadet der Beziehung. Deshalb geht inzwischen jeder Partner nach Feierabend eher seinen persönlichen Weg. Jeder hat eigene Hobbies und Netzwerke.

Für Iris Lehnert-Finke und ihren Mann Alfred ist ab dem Abendessen das Diensthandy aus und alle Themen rund um den Elektrobetrieb nahe Hannover werden aus dem Abend verbannt. „Wenn man den ganzen Tag zusammenarbeitet, redet man irgendwann nur noch über die Arbeit“, sagt Iris Lehnert-Finke. Es habe Zeiten gegeben, in denen das Unternehmerpaar gar nichts Privates mehr ausgetauscht habe, erinnert sich die Frau aus Niedersachsen. Ein Warnsignal, nicht nur für dieses Unternehmerehepaar.

"Kinder sind oft der Kit der Ehe"

Vor fünf Jahren sind ihre beiden Kinder ausgezogen, haben eigene Familien gegründet. Zu dem Zeitpunkt wurde den Unternehmern besonders bewusst, wie sehr sie ihr eigenes Privatleben in den vergangenen Jahren vernachlässigt hatten. „Es drehte sich entweder um die Firma oder um die Familie“, sagt Lehnert-Finke rückblickend. Auch spontane Verabredungen nach Feierabend seien nicht mehr möglich gewesen, da beide zu sehr eingespannt waren. Zudem habe die Familie zu viel Raum eingenommen: Ihr Mann allein hat fünf Geschwister.

Gemeinsame Unternehmungen: Paartermine haben ihre Grenzen

In den 35 Jahren Ehe und 25 Jahren Selbstständigkeit haben sich Iris Lehnert-Finke und ihr Mann auch in puncto Hobbies angenähert: „Wir haben gemeinsame Ausflüge und Urlaube mit unseren Motorrädern gemacht. Außerdem waren wir gemeinsam Tanzen und beim Yoga“, berichtet sie.

Bis das Paar gemerkt hat, dass eigentlich auch mal jeder Zeit für sich braucht, für neue Kontakte und Netzwerke. „Es hat gedauert, bis wir eingesehen haben, dass mehr gemeinsame Zeit der Beziehung nicht gut tut. Wir haben zu sehr aufeinander gehockt“, erinnert sich die Unternehmerin.

Eigene Netzwerke beflügeln die Partnerschaft

Neben Betrieb und Familie wieder die eigenen Interessen mehr in den Vordergrund rücken – das haben sich die Finkes auf die Fahne geschrieben. Nun gehen sie nicht mehr jede Woche gemeinsam zum Yoga und zum Tanzen. Stattdessen hat jeder Abendtermine nach seinen eigenen Bedürfnissen.

„Wir haben begonnen, alte Freundschaften zu aktivieren oder neue zu schließen“, sagt die Unternehmerfrau. Auch durch die Kontakte zu Kunden seien neue Netzwerke entstanden. Aber eines machen Iris Lehnert-Finke und Alfred Finke ihren Freunden und Kunden immer wieder klar: Nach Feierabend gibt es keine Gespräche über Aufträge.

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