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Drei Tipps gegen die „Willkürsteuer“

Drei Tipps gegen die „Willkürsteuer“

Auf sein „Entsetzen über die Willkürsteuer“ folgte die Frage: Wie kann ich als Unternehmer auf die neuen Steuerregeln für Transporter reagieren? Die Antworten von Michael Voss zeigen: Nicht nur als Malermeister, sondern auch in Finanzfragen, ist er ein kreativer Typ.

Auf sein Entsetzen über die Willkürsteuer folgte die Frage: Wie kann ich als Unternehmer auf die neuen Steuerregeln für Transporter reagieren? Die Antworten von Michael Voss zeigen: Nicht nur als Malermeister, sondern auch in Finanzfragen, ist er ein kreativer Typ.

Für seinen Mercedes Vito 108 D muss Voss (Foto) tief in die Tasche greifen. Statt wie bisher 172 soll er jetzt 629 Euro an das Finanzamt zahlen. Doch der Handwerker weiß, wie sich die Folgen der neuen Hubraumbesteuerung abschwächen lassen. Hier seine drei Vorschläge:

Weil Wohnmobile nicht von den neuen Steuerregeln nicht betroffen seien, hat Voss einen ungewöhnlichen Vorschlag: Besitzer von Transportern könnten ihre automobilen Lastesel kurzfristig wie ein Wohnmobil ausstatten. Dann kann man den Bus dem Finanzamt vorführen und anschließend schnellstmöglich alles wieder ausbauen. Aber nur bis zum nächsten Tüv-Termin, versteht sich.

Haken am ersten Tipp des Malermeisters: Auch die Kosten für den Umbau können ins Gewicht fallen. Und: Bei Transportern mit Firmenwerbung wird sich wohl kein Finanzamter beeindrucken lassen.

Wenn das Finanzamt den Firmentransporter als LKW anerkennt, habe das zwei Vorteile, sagt Voss. Denn neben der Steuerersparnis (für den Vito von Voss knapp 490 Euro) würde ein Umbau auch die Versicherungsbeiträge senken. Bei einer Einstufung als LKW mit einer Nutzlast unter einer Tonne sei die Versicherung gleich weniger gierig. Einsparpotenzial beim Vito: rund 250 Euro jährlich.

Der Umbau seines Vito wäre allerdings aufwändig. Er müsste

- die hinteren Sitzbänke ausbauen

- an den Befestigungspunkten Ösen zum Sichern der Ladung montieren

- eine Abtrennung zwischen Ladefläche und Vordersitzen einbauen

- die hinteren Fenster verblechen.

Die Umbau-Kosten und die fälligen TÜV-Gebühren könnten ins Geld gehen, weiß Voss. Daher rät er: Unbedingt im Vorfeld abklären, ob das Finanzamt den Umbau überhaupt anerkennt.

Das Diesel-Aggregat, das den Vito des Handwerksmeisters antreibt, ist nach der Abgasnorm Euro 1 eingestuft. Um die hohen Kfz-Steuern zumindest ein wenig abzufedern, wird Voss jetzt einen Nachrüst-Katalysator für die Euronorm 2 in seinen Transporter einbauen lassen: Auch der Umwelt zuliebe. Die Kosten setzt Voss zwischen 330 und 500 Euro an. Jährliche Steuerersparnis in seinem Fall: etwa 260 Euro.

Sein nächster Firmenwagen müsse wohl gleich ein "geschlossener Kasten" mit LKW-Zulassung sein, ärgert sich Voss. Nur graue es ihm schon vor dem Abbiegen mit dem Transporter, der tote Winkel nach rechts "wird wieder riesengroß". Schließlich sei der Blick über die Schulter zur Ladefläche dann nicht mehr möglich: Die armen Radfahrer.

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