Doch Sie brauchen für jede Verwendungsform ein Einverständnis - sonst kann es teuer werden.
Foto: olly - stock.adobe.com

Datenschutz

DSGVO-Urteil: Foto ohne Zustimmung kann teuer werden

Egal ob digital oder analog: Wer Fotos von Mitarbeitern veröffentlichen will, braucht für jede einzelne Art der Veröffentlichung deren Einwilligung. Es droht eine Schmerzensgeldzahlung.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) legt fest, dass Fotos von Personen in der Regel nicht ohne deren Einwilligung veröffentlicht werden dürfen. Das gilt auch für Mitarbeiterfotos, die auf digitalen Kanälen oder gedruckten Veröffentlichungen zu sehen sind. Verstöße können teuer werden, wie ein Beschluss des Arbeitsgerichtes Lübeck zeigt.

DSGVO: Was kleine Betriebe wirklich wissen müssen

Alles Wichtige zur Datenschutz-Grundverordnung auf nur zwei Seiten? Ja, so etwas gibt es! Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat eine Handreichung speziell für Handwerksbetriebe erstellt.
Artikel lesen >

Der Fall: Der Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung hatte während seiner Beschäftigung der Veröffentlichung eines Fotos auf der Website der Einrichtung sowie auf einem Aushang zugestimmt. Noch während seiner Beschäftigungszeit widerrief er sein Einverständnis. Die Einrichtung entfernte beide Fotos, übersah aber, dass auch auf der Facebook-Seite das entsprechende Foto veröffentlicht worden war. Erst nach anwaltlicher Aufforderung wurde der Post gelöscht. Der Mitarbeiter strebt eine Klage gegen die Pflegeeinrichtung auf Schmerzensgeld an und beantragte dafür Prozesskostenhilfe.

Der Beschluss: Das Arbeitsgericht Lübeck stimmte dem Antrag auf Prozesskostenhilfe zu, da es Erfolgsaussichten für die beabsichtigte Klage sah. Für die Facebook-Veröffentlichung habe keine schriftliche Einwilligung vorgelegen, so dass die Arbeitgeberin das Recht am eigenen Bild verletzt habe. Auf ein berechtigtes Interesse könne sich das Unternehmen nicht berufen, denn die Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos in sozialen Netzwerken sei grundsätzlich nicht durch ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers gedeckt. Das Gericht hielt eine Schmerzensgeldhöhe von bis zu 1.000 Euro für vertretbar.

Arbeitsgericht Lübeck, Beschluss vom 20.06.2019, Az. 1 Ca 538/19

Tipp: Sie wollen keine wichtigen Infos mehr zum Thema Datenschutzrecht verpassen? Mit dem handwerk.com-Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden. Hier geht es zur Anmeldung!

Auch interessant:

Betriebsprüfung: Fiskus muss auf Datenschutz achten!

Bei einer Betriebsprüfung darf das Finanzamt einen Datenträger nicht ohne konkrete Angaben zur Nutzung und Dauer der Speicherung verlangen. Sonst könne das unnötig den Datenschutz gefährden!
Artikel lesen >

Info-Broschüre: Das ist wegen der DSGVO bei Fotos zu beachten

Auch bei Porträtfotos ist die Datenschutz-Grundverordnung zu beachten. Die Änderungen liegen aber im Detail, beruhigt die Landesbeauftragte für Datenschutz in Brandenburg. Und legt eine Broschüre vor, um aufzuklären.
Artikel lesen >
Foto: freshidea - stock.adobe.com

Datenschutz-Grundverordnung

DSGVO und Kündigung: Wann müssen welche Daten gelöscht werden?

Wer Mitarbeiter hat, benötigt von ihnen personenbezogene Daten. Doch was ist nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses: Müssen Chefs alle Unterlagen vernichten?

Foto: Denny Gille

Software

Whatsapp rechtssicher nutzen: diese Regeln gelten

Sie können Whatsapp auch unter der DSGVO im Betrieb nutzen, ohne Zielscheibe von Abmahnungen und Klagen zu werden. Dafür sollten Sie diese Regeln beachten.

Foto: fovito - stock.adobe.com

Datenschutz-Grundverordnung

DSGVO-Abmahnungen: Das sind die wichtigsten Urteile

Sind wettbewerbsrechtliche Abmahnungen wegen Verstößen gegen die DSGVO möglich? Hier sind die wichtigsten Urteile zu diesem Thema im Überblick.

Foto: Jürgen Fälchle - stock.adobe.com

Datenschutz-Grundverordnung

Das ändert sich 2018 für Betriebe beim Datenschutz

Die Datenschutz-Grundverordnung bürdet Betrieben neue Pflichten auf. Sie müssen informieren und dokumentieren. Wer nicht mitspielt, riskiert hohe Bußgelder.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.