Vor allem in Städten lassen sich manche Strecken und einfache Aufgaben so bewältigen.
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Rechtsvorgaben E-Scooter

Augen auf beim E-Scooter für Ihren Betrieb

E-Scooter sind in Mode und auch für manchen Fuhrpark interessant. Aber: Einfach so sollten Sie Ihre Mitarbeiter nicht auf den Elektroroller lassen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Elektroroller-Fahrer sind auf städtischen Kurzstrecken schneller am Ziel, weil sie jeden Stau umfahren und immer einen Parkplatz finden.
  • Eine Fahrerlaubnis ist für die Nutzung von E-Scootern nicht vorgeschrieben und auch die Halterhaftung entfällt. Folglich haben Sie keine Führerschein-Kontrollpflicht als Arbeitgeber.
  • Für Mitarbeiter mit Fahrverbot ist der E-Scooter jedoch nichts. Das Verbot gilt auch für das Zweirad.
  • Beachten müssen Sie hingegen einige BG-Vorschriften. Daher müssen Sie Mitarbeiter in der Nutzung unterweisen.

Vor allem in den Großstädten nutzen seit diesem Sommer immer mehr Menschen die sogenannten E-Scooter – meistens zum Spaß. Viele Unternehmen fragen sich aber mittlerweile, ob nicht auch ein betrieblicher Einsatz der E-Scooter infrage käme.

Insbesondere für Firmen mit mehreren Betriebsstätten in einem näheren Umkreis könnten E-Scooter – anstelle von Poolwagen oder Diensträdern – interessant sein. Elektroroller-Fahrer sind auf städtischen Kurzstrecken schneller am Ziel, weil sie jeden Stau umfahren und immer einen Parkplatz finden. Außerdem sind die elektrischen Roller im Unterhalt weitaus günstiger als Pkw. Und natürlich sind sie auch im Hinblick auf die CO2-Reduzierung im Fuhrpark interessant.

E-Scooter ungleich E-Bike

E-Scooter sind keine Roller mit Hilfsmotor, wie wir es von Elektrobikes kennen. Es handelt sich vielmehr um sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge, woraus sich erhebliche Unterschiede zu einem Elektrofahrrad ergeben.

Das Mindestalter für die Nutzung des E-Scooters bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h beträgt 14 Jahre. Dieser Fahrzeugtyp benötigt eine "Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge", vergleichbar wie für Mofas oder kleinen Motorrollern. Entsprechend beginnt das Versicherungsjahr am 1. März eines Jahres bis zum letzten Kalendertag des darauffolgenden Februars. Die erforderliche Haftpflichtversicherung ist dann zu verlängern oder anderweitig neu abzuschließen.

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Radwege nutzen

Der E-Scooter darf den Verkehrsraum nutzen, der auch für Fahrräder vorgesehen ist. Sind also Fahrradwege oder Radfahrstreifen vorhanden, sind diese zwingend zu nutzen. Nur wenn solche Verkehrsflächen nicht vorhanden sind, ist das Fahren auf der Straße erlaubt.

Gehwege, Fußgängerzonen und Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind für die E-Scooter tabu, außer das Befahren wird durch ein spezielles Zusatzzeichen "E-Scooter frei" gestattet. Das wissen allerdings die wenigsten Nutzer solcher Roller – mit der Folge, dass man selbst in gesperrten Fußgängerzonen vor ihnen nicht sicher ist. Das Zusatzschild "Radfahrer frei" gilt übrigens nicht für E-Scooter-Fahrer. Genau deshalb dürfen Einbahnstraßen nicht entgegen der Fahrtrichtung genutzt werden.

Keine Fahrerlaubnis notwendig

Große Unkenntnis besteht nach wie vor darüber, wie es sich mit dem Fahren solcher Elektroroller und dem Fahrerlaubnisrecht verhält. Eine Fahrerlaubnis ist für die Nutzung von E-Scootern nicht vorgeschrieben. Wem also zum Beispiel die Fahrerlaubnis der Klasse B für Pkw entzogen wurde, darf grundsätzlich dennoch einen E-Scooter nutzen. Denn genau diese Fahrerlaubnisklasse benötigt er für den E-Scooter nicht.

Dennoch ergibt sich hieraus kein genereller Freifahrtschein für das Fahren solcher Elektrokleinstfahrzeuge. Denn das Fahreignungssystem, besser bekannt unter dem alten Begriff des Punktesystems, gilt auch für die Nutzung des E-Scooters. Das Telefonieren während der Fahrt mit dem Handy in der Hand ist auch hier genauso verboten wie zum Beispiel noch schnell über die rote Ampel zu fahren.

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