Eine Arbeitnehmerin bekam deshalb eine fristlose Kündigung, weil sie keinen Urlaubsantrag stellte.
Foto: contrastwerkstatt - Fotolia.com

LAG-Urteil

Eigenmächtiger Spontanurlaub rechtfertigt fristlose Kündigung

Spontan ein paar Tage nach Mallorca fliegen und den Urlaubsantrag einfach per Mail von unterwegs stellen? Das geht nicht, wie jetzt ein Gericht klarstellte.

Der Fall: Am Montagmorgen erscheint eine Arbeitnehmerin nicht zur Arbeit. Stattdessen schreibt sie ihrem Vorgesetzten mittags eine E-Mail mit dem Betreff „Spontan-Urlaub“. Darin teilt die Frau mit, dass sie überraschend eine Reise geschenkt bekommen habe und dass sie deshalb die komplette Woche nicht zur Arbeit kommen werde. Sie entschuldigt sich für die Überrumpelung und bittet um eine kurze Rückmeldung von ihrem Chef.

Der antwortet noch am gleichen Tag, dass ihre Anwesenheit aus dringenden betrieblichen Gründen erforderlich sei. Doch das lehnt die Frau ab, da sie sich im Urlaub auf Mallorca befinde. Das Unternehmen stellt der Frau daraufhin eine Kündigung aus. Gegen den Rausschmiss klagt die Mitarbeiterin vor Gericht.

Das Urteil: Die eigenmächtige Inanspruchnahme von Urlaub ist ein Kündigungsgrund, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf. Sie rechtfertige sogar eine fristlose Kündigung. Schließlich habe die Mitarbeiterin spätestens am zweiten Abwesenheitstag zu erkennen gegeben, dass sie an dem eigenmächtig genommenen Urlaub festhalte und nicht zur Arbeit kommen werde. Damit hat sie nach Einschätzung des Gerichts falsche Prioritäten gesetzt und ihre vertragliche Pflicht zur Arbeit beharrlich verletzt.

LAG Düsseldorf, Urteil vom 10. Juli 2018, Az.: 8 Sa 87/18

Auch interessant:

Einen Anspruch auf stundenweisen Urlaub gibt es nicht.

Betriebe müssen keinen stundenweisen Urlaub gewähren

Mitarbeiter haben keinen rechtlichen Anspruch darauf, statt ganzer Arbeitstage nur wenige Stunden Urlaub zu nehmen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber in der Vergangenheit eingewilligt hatte.
Artikel lesen

Weil eine Arbeitnehmerin ihre Krankheit nur vorgetäuscht hat, erhielt sie von ihrem Arbeitnehmer völlig zu Recht die fristlose Kündigung.

Vorgetäuschte Krankheit ist Kündigungsgrund

Erst lehnt der Chef den Urlaubsantrag ab. Dann meldet sich die Arbeitnehmerin krank. Trotz Attest vom Arzt wird ihr das zum Verhängnis.
Artikel lesen
Foto: Africa Studio - stock.adobe.com

Recht

Urlaub: Diese Urteile sollten Arbeitgeber kennen

Manche Arbeitnehmer verplanen zu wenig Urlaubstage, andere zu viele. Beides kann zu Streit führen. 8 Urteile zum Thema Urlaub im Überblick.

Weil eine Arbeitnehmerin ihre Krankheit nur vorgetäuscht hat, erhielt sie von ihrem Arbeitnehmer völlig zu Recht die fristlose Kündigung.
Foto: Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

LAG-Urteil

Vorgetäuschte Krankheit ist Kündigungsgrund

Erst lehnt der Chef den Urlaubsantrag ab. Dann meldet sich die Arbeitnehmerin krank. Trotz Attest vom Arzt wird ihr das zum Verhängnis.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschied im Fall eines Mannes, dass eine Kündigung ohne vorherige Abmahung durch den Arbeitgeber gerechtfertigt ist.
Foto: darkbird - stock.adobe.com

LAG-Urteil

Arbeitszeitbetrug: Ist eine Kündigung ohne Abmahnung möglich?

Volle Arbeitszeit auf dem Stundenzettel eintragen, aber früher gehen? Das ist Arbeitszeitbetrug! Aber darf ein Arbeitgeber deshalb ohne vorherige Abmahnung eine Kündigung aussprechen?

Halbe Urlaubstage müssen sie deshalb aber nicht (unbedingt) genehmigen, wie der Fall eines Zerspanungsmechanikers zeigt.
Foto: Schlierner - Fotolia.com

LAG-Urteil

Haben Mitarbeiter Anspruch auf halbe Urlaubstage?

Ein Mitarbeiter verlangte mehr als die Hälfte des Jahresurlaubs als halbe Urlaubstage. Weil sein Chef ablehnte, landete der Streit vor Gericht.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.