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Betriebssport macht Laune

Ein Betrieb, ein Team, richtig viel Spaß

Freizeitvergnügen mit den Mitarbeitern - kann das gutgehen? Und wie! Diese Unternehmen haben den Betriebssport für sich entdeckt. Da beißt sich die Konkurrenz die Zähne aus.

Bäckerteam zeigt Kampfgeist - Bis zu 30 mal im Jahr treffen sich die Mitarbeiter vom Team Flying Baguettes zum Training für diesen Tag.
Bis zu 30 mal im Jahr treffen sich die Mitarbeiter vom Team Flying Baguettes zum Training für diesen Tag.
Foto: Denny Gille

Schlachtrufe und Lautsprecherdurchsagen hallen über die feuchte Wiese. Menschen in Freizeituniform bilden Kreise um lose Haufen aus Rudern. Eine Crew verlässt ihr Boot. Die Teammitglieder tragen regennasse Haare, durchgeschwitzte Shirts und stolze Gesichter. „Wir haben Bestzeit“, ruft eine Frau mit mütterlicher Figur aufgeregt in ihr Handy.

Zug um Zug - Der richtige Gruppenrhythmus führt beim Drachenbootrennen zum Erfolg.
Der richtige Gruppenrhythmus führt beim Drachenbootrennen zum Erfolg.
Foto: Denny Gille

Können kleine Unternehmen solche Gefühle in ihren Mitarbeitern auslösen? Ja, das geht. Mit dem richtigen Betriebssport. Und davon profitieren irgendwie alle. „Das bringt uns so viel Motivation und Glück – ich bin richtig stolz auf meine Leute“, sagt Bäckermeister Thomas Wegener am Rand des Drachenbootturniers in Hameln.

Aus Mitarbeitern wird eine Mannschaft
Flying Baguettes nennt sich das Bäckerteam, das sich mit seinem Boot an diesem regenreichen Sommertag gegen 53 andere Mannschaften behaupten will. Der 25-köpfige Kader setzt sich zusammen aus Mitarbeitern der Bäckerei Wegener und mehreren anderen Betrieben der Bäckerinnung.

Das fördert die Kommunikation zwischen den Unternehmen, erklärt Wegener. Zudem tausche man sich so privat mehr aus. „Der Sport bringt eine richtig gute Stimmung in unseren Betrieb“, sagt der Unternehmer. Alle fiebern mit. Selbst, wer nicht in der Mannschaft ist, unterstützt das Team.

Bäckermeister Thomas Wegener - „Es ist phänomenal, wie die Mitarbeiter über sich hinauswachsen.“
„Es ist phänomenal, wie die Mitarbeiter über sich hinauswachsen.“
Foto: Denny Gille

Jeder kann mitmachen
Das Gute am Drachenbootrennen als Betriebssport: „Jeder kann mitmachen“, sagt Wegener. Zwischen 16 und 65 Jahren sitzen alle Generationen im selben Boot. Auch bei den Flying Baguettes rudern nicht nur Vorzeigeathleten. „Wir sind ein ziemlicher Trümmerhaufen“, gesteht der Meister, „aber wir schaffen viel mit Gemeinschaftssinn.“

Das beweist das Team nun schon im zehnten Jahr. Zwei Leistungsklassen gibt es beim Rennen in Hameln: Fun und Sport. Die Flying Baguettes treten in der ambitionierten Sport-Klasse an. Hier finden sich noch zwei weitere Handwerks-Teams: die Elektrotechniker von Elektroma im Team Big Daddy C und das Boot Biber-Bau mit den Mitarbeitern von Kursawe-Bau. „Unsere Handwerkerboote sind immer unter den ersten sechs Plätzen“, sagt Wegener.

Bis zum letzten Paukenschlag - In jedem Durchgang treten vier Teams gegeneinander an.
In jedem Durchgang treten vier Teams gegeneinander an.
Foto: Denny Gille

Dafür wird fleißig trainiert. Jede Trainingseinheit dauert eine Stunde. Zehn davon gibt es pro Jahr auf dem Wasser. „Aber wir sind so eine tolle Truppe, da wollten wir es nicht bei zehn Einheiten belassen“, sagt Wegener.

Bäckergeselle Marcus Eggers - „Der Betriebssport hat uns als Team zusammengeschweißt.“
„Der Betriebssport hat uns als Team zusammengeschweißt.“
Foto: Denny Gille

So kann, wer Lust hat, am zusätzlichen Fitnessprogramm mit 20 weiteren Terminen im Jahr teilnehmen. Die IKK unterstützt das betriebliche Engagement finanziell im Rahmen ihrer Gesundheitsförderung.

Der Chef nimmt sich zurück
„Der Betriebssport hat uns als Team zusammengeschweißt“, betont Bäckergeselle Marcus Eggers von der Bäckerei Wegener. Er schätzt die lockere Atmosphäre. „Man kann sich mal privat austauschen, ohne den Stress in der Backstube.“

Bei den Flying Baguettes ist Eggers stellvertretender Teamleiter. Der Chef hingegen nimmt sich im Team zurück. „Ich paddele nur mit“, sagt Wegener. Die Leitung sollen die Kollegen übernehmen.

Elektrotechnik-Team von Elektroma - Chef Lutz Reimann (Mitte) überlässt die Teamleitung seinen Mitarbeitern Burkhard Thiele (links) und Alexander Lühr (rechts).
Chef Lutz Reimann (Mitte) überlässt die Teamleitung seinen Mitarbeitern Burkhard Thiele (links) und Alexander Lühr (rechts).
Foto: Denny Gille

Sport stärkt den Teamgeist
„Das ist keine Chef-Veranstaltung“, sagt auch Lutz Reimann, Geschäftsführer des Elektrotechnikbetriebs Elektroma. Mit seinen 120 Mitarbeitern hat das Unternehmen keine Sorge, ein Drachenboot vollzubekommen.

Die Leitung des Teams überlasst er zwei Mitarbeitern. Einer von ihnen ist Burkhard Thiele. „Der Sport stärkt den Teamgeist“, sagt Thiele, „und zwar nachhaltig.“

Und wer macht an diesem Tag das Rennen? Sieger unter allen 54 Teams wird die Crew von Biber Bau um Bauingenieur Jens Kursawe. Die 250 Meter legte das Boot in weniger als einer Minute und zwei Sekunden zurück.

Bauunternehmer Jens Kursawe -
"Man merkt, wie durch den Sport ein Team zusammenwächst."
Foto: Denny Gille

Zur Belohnung ein Ausflug
„Der Sport bringt Harmonie in den Betrieb“, sagt Kursawe. Sein Erfolgsrezept für zusätzliche Motivation: Ist das Team erfolgreich, lädt er es zu einem Ausflug ein. Letztes Jahr ging es an die holländische Grenze. „Dieses Jahr wird es wohl die Mosel.“

Die Flying Baguettes landen an diesem Tag in der Gesamtwertung auf Platz 2, zwei Plätze dahinter das Team von Elektroma. Auf dem Wasser ist das Handwerk wohl kaum zu schlagen. „Für uns ist es eine tolle Imagewerbung“, sagt Bäckermeister Thomas Wegener. „Und es ist phänomenal, mit anzusehen, wie die Mitarbeiter über sich hinauswachsen.“ (deg)

Bis zum nächsten Jahr - Die Flying Baguettes verabschieden sich mit dem zweiten Platz vom diesjährigen  Wettbewerb.
Die Flying Baguettes verabschieden sich mit dem zweiten Platz vom diesjährigen Wettbewerb.
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