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9 Tipps bei Konflikten im Team

Ein Machtwort ist keine Lösung

Läuft es im Team nicht rund? Klare Ansagen sind dann schnell zur Hand. Doch die schaffen meist neue Probleme. Wollen Sie raus aus diesem Teufelskreis?

Konflikte sind der Normalzustand - Es kommt nur darauf an, dass sie nicht eskalieren oder das Klima vergiften.
Es kommt nur darauf an, dass sie nicht eskalieren oder das Klima vergiften.
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In Ihrem Team knirscht und knallt es manchmal? Die gute Nachricht: Das ist der Normalzustand. „Teams ohne Konflikte? Das gibt es nicht“, sagt Coach Axel Janßen aus Hamburg. Denn Konflikte treten immer auf, wenn Menschen voneinander abhängig sind. So wie im Arbeitsleben.

Doch wie lassen sich solche Probleme wirkungsvoll lösen? Hier die 9 Tipps des Experten:

1. Einschätzen und aktiv werden
Achten Sie darauf, denn es kommt sehr auf Ihr Gespür dafür an, wie sich Konflikte entwickeln: Handelt es sich um eine kleine Reiberei, die sich schnell wieder auflöst? Könnte die Situation eskalieren? Oder entwickelt sich da unterschwellig ein Dauerproblem, das das Arbeitsklima vergiftet? „Anhaltende Konflikte binden sehr viel Energie“, warnt Janßen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig aktiv zu werden.

2. Vermeiden Sie "Ansagen"
Klare Ansagen vom Chef bringen wenig. „So eine fertige Lösung kann leicht die Interessen einzelner Teammitglieder verletzen“, warnt Janßen. Das gilt auch für Lösungen, die der Chef unter vier Augen mit einem Teammitglied aushandelt. Ob Machtwort oder Vier-Augen-Ansatz: „Wenn nicht alle Beteiligten an der Lösung mitwirken, können sehr leicht neue Konflikte entstehen.“ Zudem könnten Teammitglieder die vorgegebene Fertiglösung leicht unterlaufen, indem sie andere für das Scheitern verantwortlich machen.

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3. Holen Sie alle ins Boot!
Ein Machwort ist keine Lösung, heraushalten darf sich der Chef aber auch nicht, sagt Coach Axel Janßen.
Axel Janßen

Konflikte lassen sich nach Janßens Erfahrung nur bewältigen, wenn alle Beteiligten zur Lösung beitragen. Ob der Chef selbst daran mitwirken muss, hänge von dessen Rolle ab. „Ist der Vorgesetzte Teil des Teams oder des Problems, dann muss er auch an der Lösung mitwirken.“ Ebenso wichtig ist, dass sich alle Teammitglieder über das Vorgehen einigen. Das fängt schon mit der Frage an, ob überhaupt alle im Team ein Problem sehen und zur Lösung beitragen wollen. „Wenn das nicht der Fall ist, kann das Team auch nicht zu einer gemeinsamen Lösung gelangen“, warnt der Experte.

4. Klären: Was ist eigentlich das Problem?
Oft besteht in Teams zwar Einigkeit darüber, dass ein Konflikt besteht. Doch schon bei der Frage nach den Ursachen gehen die Ansichten auseinander. Der Grund: Meist geht es nicht nur um Aufgaben, Abläufe und Sympathie, sondern auch um persönliche Interessen und Werte. „Konflikte sind wie Eisberge“, sagt Janßen. „Die Spitze ragt aus dem Wasser, doch die eigentlichen Gefahren, die Ursachen, lauern unter der Oberfläche.“ Würde sich ein Team nur auf das Offensichtliche konzentrieren, werde es zu falschen Lösungen kommen. Dagegen helfe nur Offenheit im Team: „Jeder muss schon offen und ehrlich sagen, wie er das Problem sieht und was für ihn bei einer Lösung wichtig ist.“

5. Vertreten Sie Ihre Interessen!
Auch als Teammitglied kann und muss der Arbeitgeber seine Interessen vertreten. „Es geht nicht darum, dass sich der Inhaber zurücknimmt, um das Team glücklich zu machen“, betont Janßen. Vielmehr müsse der Chef klar und offen sagen, welche Unternehmensinteressen auf dem Spiel stehen, welche Werte er hat und welche Rahmenbedingungen bei der Konfliktlösung zu beachten sind. „Würde der Chef sich dabei zurückhalten, könnte das zu falschen Lösungen führen – und die nächsten Konflikte wären programmiert.“

6. Vom Ziel zur Lösung!
Im nächsten Schritt muss sich das Team auf gemeinsame Ziele einigen und dazu passende Lösungen entwickeln. Erst wenn Klarheit über Ursachen, die Interessen und das gemeinsame Ziele besteht, kann das Team eine Lösung finden. Umgekehrt würde es nicht funktionieren, warnt Janßen: „Wer ohne konkretes Ziel an einer Lösung arbeitet, bekommt so einen Tunnelblick. Das Ergebnis wird den Konflikt wahrscheinlich nicht lösen.“

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7. Planen Sie Zeit ein!
Konflikte lösen braucht Zeit: - Die müssen Chefs sich nehmen. Sonst sind neue Probleme vorprogrammiert.
Die müssen Chefs sich nehmen. Sonst sind neue Probleme vorprogrammiert.
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Nebenbei lassen sich ernsthafte Konflikte nur selten lösen. „Der Arbeitgeber muss dafür Zeit zur Verfügung stellen“, sagt Janßen. Das sei im besten Interesse des Unternehmens, denn offene Konflikte belasten auf Dauer die Produktivität der Mitarbeiter. Es sei auch keine Lösung, solche Themen nach Dienstschluss abzuhandeln. „Wenn das Privatleben darunter leidet, sind neue Konflikte programmiert und dann geht es in die nächste Runde."

8. Lösen Sie Blockaden auf!
Und wenn ein Mitarbeiter alle Lösungsversuche stört oder die Situation schon sehr festgefahren ist? Dann kann ein Arbeitgeber immer noch externe Hilfe einschalten. Aussitzen sei jedenfalls keine Lösung, denn die Belastungen für den Betrieb werden dadurch nicht kleiner.

9. Trennung? Wenn es nicht anders geht!
Und wenn alles nichts hilft? „Es gibt auch Fälle, in denen Teammitglieder einfach kein Interesse an einer Lösung des Konflikts haben“, sagt Janßen. Entweder findet sich für denjenigen eine andere Aufgabe in einem anderen Team. Oder es bleibt nur die Kündigung. Diese Entscheidung sollte sich jeder Chef gut überlegen – nicht nur aus Gründen des Kündigungsschutzes und des Fachkräftemangels. „Wenn ich vorher nicht ernsthaft alles versucht habe und Konflikte immer per Kündigung löse, dann bin ich wahrscheinlich selbst das Problem."


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(jw)
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