Foto: Denny Gille

Digitalisierung + IT

Ein Smart Home mit grenzenlosen Freiheiten

Markus Morgret installiert Smart-Home-Lösungen, in denen nichts unmöglich scheint. Seine Kunden dürfen sogar selbst mittüfteln.

Auf einen Blick:

  • Smart Home kann mehr, als die Heizung steuern und einen Alarm auslösen. Intelligente Steckdosen, ein technologieoffenes System und eine frei konfigurierbare Vernetzung aller Komponenten verschaffen dem Smart-Home-Nutzer schier grenzenlose Freiheiten.
  • Das vierköpfige Team von Elektro Morgret weiß diese Freiheiten zu nutzen. Der Fokus bei der Neuausrichtung des Unternehmens liegt auf dem Smart Home. Einige Einfamilienhäuser haben die Experten bereits durchautomatisiert.
  • Auch der Firmensitz des Unternehmers ist mit der Zeit immer intelligenter geworden. Das Smart Home bei Elektro-Morgret erstreckt sich von Rauchmeldern, die auch vor Einbrechern warnen, über eine intelligente Lichtsteuerung bis zum Mähroboter für den Rasen.
  • Was man sofort heraushört, wenn der Unternehmer über die Möglichkeiten der Hausautomation spricht: Das macht ihm richtig Spaß.

Eine junge Einfamilienhaussiedlung im Osten von Osnabrück. Hier sind in den letzten zwei Jahren Dutzende Einfamilienhäuser entstanden, von denen keines dem anderen gleicht. Überall lässt sich die Handschrift von Architekten erkennen. Die perfekte Umgebung für die luxuriöse Zukunft des Innenausbaus: Smart Home.

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So intelligent können Häuser sein

Kein Wunder, dass einer der Kunden des Elektrotechnikunternehmens von Markus Morgret in eben dieser Siedlung wohnt. Das doppelstöckige Wohnhaus hat große Fensterfronten, hohe Decken und jede Menge Technik. Statt gewöhnlicher Lichtschalter findet man im Haus frei programmierbare Multifunktionstaster. „Über einen einzigen dieser Schalter lassen sich verschiedene Lichter bedienen, Rollladen ansteuern oder das ganze Haus in einen anderen Modus schalten“, erklärt Morgret.

Verlässt Hausbesitzer Björn Geise beispielsweise sein Smart Home, kann er seine Immobilie mit einem Knopfdruck in den Abwesenheitsmodus versetzen. Der lässt sich zum Beispiel so konfigurieren, dass sich sämtliche Leuchten ausschalten, die Jalousien in einen Automatikmodus versetzt werden und die Bewegungsmelder, die sonst das Licht steuern, sich an die Alarmanlage koppeln. „So ein Smart Home macht einem das Leben unheimlich bequem“, sagt Geise. Er hat sich auch dafür entschieden, weil er darauf spekuliert, dass es den Wiederverkaufswert steigert. „Und ich bin ein technisches Spielkind“, gibt er zu.

Die Smart-Home-Anfänge bei Elektro Morgret

Damit passt er perfekt in die Zielgruppe, die Markus Morgret mit den Smart-Home-Anwendungen ansprechen will. Der Elektrotechnik-Ingenieur hat sich das Geschäftsfeld zusammen mit Techniker Marcus Wierling vor rund fünf Jahren erschlossen. Zusammen haben sie inzwischen rund ein Dutzend große Smart-Home-Projekte umgesetzt. Jetzt wollen sie die Nische zum Hauptgeschäftsfeld des 4-Mitarbeiter-Unternehmens ausbauen. Der Plan: ein neues Firmengebäude, Vernetzung mit Architekten für Smart-Home-Projekte und Expansion. „Ich will künftig jedes Jahr einen neuen Mitarbeiter einstellen und ihm das von der Pike auf beibringen“, sagt Morgret.

Er selbst hat sich viel von dem Smart-Home-Wissen bei Mitarbeiter Marcus Wierling abgeschaut. Der hatte sich schon in seinem früheren Unternehmen mit der Technologie befasst. Um Praxiserfahrung mit den Möglichkeiten der Hausautomation zu machen, haben die beiden anfangs den Unternehmenssitz von Elektro-Morgret automatisiert. Zunächst wurde die Photovoltaikanlage zusammen mit Steuerung für Rolladen, Lüftung, Heizung integriert – inzwischen wird selbst der Mähroboter im Garten über das Smart Home gesteuert.

Smart Home: Entdecke die Möglichkeiten

Im Laufe der Zeit kamen immer speziellere Anwendungsfälle hinzu. Die helfen Markus Morgret etwa dabei, die Geräte zu testen, die er für Labortechnik-Kunden baut: Ein von ihm konstruiertes Gerät verschmilzt für Laboruntersuchungen bei hoher Temperatur Mineralproben mit Glasgranulat zu einem Objektträger. Eine sichere Testumgebung dafür hat das Unternehmen mit smarter Unterstützung aufgebaut: Über einen Schalter werden Gaszufuhr, Absaugung und Strom für das Gerät aktiviert. Gassensoren und eine Temperaturüberwachung kontrollieren den Betrieb. „Wird ein Grenzwert überschritten, wird die Gaszufuhr automatisch getrennt und das Gerät vom Netz genommen“, sagt Morgret.

Beispiele wie diese hat der Unternehmer zahlreiche:

  • Energieeffizienz: Seine Steckdosen lassen sich nicht nur über den Smart-Home-Server steuern, sie liefern auch Daten zu Leistungsabnahme und Temperatur. „So haben wir erfahren, dass unsere Kühlschränke viel zu viel Strom verbrauchen“, sagt Morgret. Ihr Austausch habe sich schnell amortisiert.
  • Einbruchsszenario: „Unsere Rauchmelder sind so an das Smart Home angeschlossen, dass sie im Fall eines Einbruchs als Alarmanlage funktionieren“, erzählt Morgret. Im Alarmzustand zeichnen dann die Bewegungsmelder alle Aktivitäten mit genauer Uhrzeit auf. „Darüber lässt sich der Weg des Einbrechers durch das Haus zurückverfolgen“, erzählt Morgret.

Technologieoffenes System

Bei der Vernetzung der Geräte scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das liegt an der Technologie, die das Unternehmen einsetzt. Ihr Smart-Home-Anbieter kommt aus Österreich, heißt Loxone und hat sein System so quelloffenen gestaltet, dass es eine freie Vernetzung ermöglicht. „Das System erlaubt auch die Einbindung herstellerfremder Produkte, etwa nach dem KNX-Standard“, erklärt Marcus Wierling.

Die Kunden können dabei selbst entscheiden, ob sie ihr Smart Home per Smartphone steuern und Geräte per Funk einbinden wollen, oder ob sie es offline nutzen. Das System sei nicht cloudbasiert, benötigt daher keinen ständigen Internetzugang. Die Firmware des Servers steckt auf einer SD-Karte und kann manuell aktualisiert werden.

Hausbesitzer dürfen experimentieren

Für die Konfiguration des Smart Homes stellt der Hersteller ein Programm bereit, über das sich die Geräte in das Haus integrieren und neue Beziehungen programmieren lassen. Das gewährt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die sowohl Handwerkspartner, als auch technikaffine Endkunden nutzen dürfen. Eine passende kleine Programmieridee hat Morgret direkt beim Vor-Ort-Besuch im Haus von Björn Geise. Aktuell drückt der Bauherr noch selbst ein Knöpfchen, um abends beim Fernsehen das Licht zu dimmen. Das ließe sich auch über eine Leistungsabfrage an der Steckdose des Fernsehers steuern. „Das Smart Home könnte so das Einschalten des Geräts registrieren und automatisch das Licht dimmen“, sagt Morgret.

Hört man dem Elektrotechniker zu, wie er mühelos Anwendungsideen für das Smart Home entwickelt, spürt man deutlich die Freude, mit der die Elektro-Profis ihr neues Geschäftsfeld aufbauen. Das war Markus Morgret bei der Neuausrichtung seines Unternehmens wichtig. „Ich habe mir gesagt: Egal, womit wir künftig Geld verdienen. Ich will Spaß daran haben!“

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