Tischlermeisterin Irmela Wrede in ihrer Werkstatt.
Foto: Privat

Strategie

Ehrgeizige Netzwerkerin

Irmela Wrede hat sich auf Restaurierung spezialisiert. Sie wirbt bei Kollegen – für ein norddeutsches Netzwerk.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • In der Nische aktiv: Irmela Wrede ist Tischlermeisterin und geprüfte Restauratorin im Handwerk.
  • Netzwerk im Aufbau: Für die Landesgruppe Nord im Bundesverband „Restaurator im Handwerk e.V.“ sucht sie Handwerker, die auch Restauratoren sind.
  • Ihr Ziel: Sie will das Netzwerk so bekannt machen, dass sich Personen, die Altbauten erhalten und erneuern wollen, sich zuerst an Restauratoren im Handwerk wenden.

Nur das Schild neben der Einfahrt zum Dreiseithof verrät, dass sich in den alten Ställen die Werkstatt von Irmela Wrede verbirgt. „Tischlerei und Bestattungen“ steht mit weißer Schrift auf rotem Untergrund. Im Innenhof liegen alte Pflastersteine, an den Seiten stehen Kübel mit Blumen, es duftet nach Frühling. Seit ihrem Einzug im Jahr 2000 ist Leben in die alten Kuhställe in Mönchevahlberg gekommen.

Obwohl die Unternehmerin schon viel geräumt, renoviert und saniert hat, ist auf dem Hof immer etwas zu tun. Nicht zuletzt, weil sie hier auch ihren Wohn- und Bürobereich hat. Und ihren Garten, den sie leidenschaftlich pflegt. Den engen Bezug zur Natur hatte Irmela Wrede schon als Kind. Der konkrete Berufswunsch hat sich nach einem Volkshochschulkurs zum Thema Kleinmöbel ergeben. Gelernt hat sie nach ihrem Abitur in einem Betrieb nahe ihrer Heimatstadt Helmstedt.

Mit starkem Willen zur eigenen Chefin

Danach war es schwer für Wrede, als Gesellin eine Anstellung zu bekommen: Der Beruf war eher den Männern vorbehalten. Das gelang ihr schließlich nur durch Zufall und viel Engagement. Doch das war nur ein Etappenziel: „Ich wollte einfach mehr machen, als Aufträge abzuarbeiten“, erinnert sich die 52-Jährige. Die Anmeldung zur Meisterschule war der nächste Schritt. Und der war gleichermaßen ein Glücksfall für ihren damaligen Chef: Er bot ihr die Übernahme des Betriebs an. Also war sie bereits kurz nach Abschluss der Meisterschule ihre eigene Chefin.

Neben ihr arbeiten in der Tischlerei Ebenholz heute ein Meister, zwei Gesellinnen und eine Auszubildende. Dass die Tischlermeisterin mehr Frauen als Männer ausbildet, liegt daran, dass sie oft die bessere Qualifikation haben. Und im Praktikum überzeugen. Dennoch freut sich die Chefin auch über Bewerbungen von interessierten jungen Männern.

Der Anspruch an sie selbst, ihre Mitarbeiter und ihre Arbeit ist hoch. Die zweifache Mutter hat dann noch einen Abschluss draufgesetzt: Seit 2003 ist sie geprüfte Restauratorin im Tischlerhandwerk. Das Thema hat sie schon lange beschäftigt und Aufträge in dem Bereich hatte der Betrieb bereits. Als Krönung hat Wrede im gleichen Jahr den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege erhalten.

Restaurierung als Herzenssache

In dem Betrieb werden nicht nur antike Möbel aufgearbeitet, sondern auch historische Bauteile. Außerdem ist die Unternehmerin auf größeren Baustellen in der Region unterwegs und restauriert Fußböden, alte Haustüren, Fenster oder Wandverkleidungen. Altes denkmalgerecht zu erhalten, ist ihr ein Anliegen. Dabei will sie so wenig wie möglich neue Baustoffe verwenden.

Auch in der Freizeit widmet sich Wrede der Restaurierung. Sie leitet die Landesgruppe Nord im Bundesverband „Restaurator im Handwerk e.V.“ In den fünf nördlichen Bundesländern versucht sie mit Handwerkern aus anderen Branchen, für den Titel und gute restauratorische Arbeit zu werben. Ihr Ziel: „Wer ein Problem im Altbau hat, sollte sich immer an einen Restaurator im Handwerk wenden.“ Sie arbeiten anders als herkömmliche Handwerker: Mit speziellen Materialien und großem Know-how – eben, weil sie auf Restaurierung spezialisiert sind.

In einer Broschüre, die unter Wredes Regie entstanden ist, stellen sich die momentan 22 Betriebe aus dem Norden vor. Die nächste Auflage ist in Planung, das Netzwerk wächst kontinuierlich. Und so werden wohl noch einige arbeitsreiche Abende, Nächte und Wochenenden vergehen, an denen Irmela Wrede telefoniert, E-Mails beantwortet und persönlich für ihr Anliegen wirbt. Frei nach ihrem Motto: „Machen und nicht nur reden“.

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