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Foto: handwerk.com

Skandal! Welcher Skandal?

Energieberater unter Verdacht

Neue Kontrollregeln für die energetische Sanierung: Energieberater des Handwerks können sich selbst die Einhaltung der Förderkriterien bescheinigen. Ein Skandal – oder ein Erfolg für Handwerk, Kunden und Klima?

Ob komplette Sanierung oder Einzelmaßnahme: Für die energetische Sanierung gibt es günstige Darlehen und Zuschüsse vom Staat. 2013 waren es 10 Mrd. Euro, davon 2 Mrd. Euro für Einzelmaßnahmen. Die Gelder verteilt die KfW-Bank. Die Förderung ist an strenge Auflagen gekoppelt. Doch wer kontrolliert eigentlich, ob diese Vorgaben eingehalten werden?

Selbst ist der Handwerker – jetzt auch beim Kontrollieren
Seit Anfang 2014 dürfen sich Gebäudeenergieberater des Handwerks selbst kontrollieren. Das berichtet das ARD-Magazin plusminus. Also kann zum Beispiel ein Dachdeckermeister erst das Dach dämmen und danach als Energieberater selbst unterschreiben, dass die KfW-Auflagen erfüllt sind. Einzige Voraussetzung: Er muss als Gebäudeenergieberater des Handwerks in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes eingetragen sein.

Einladung zum Subventionsbetrug?
Bisher war das anders: Alle Arbeiten musste ein wirtschaftlich unabhängiger Gutachter abnehmen und bestätigen. Und jetzt? „Die unabhängige Kontrolle wurde einfach abgeschafft“, berichtet plusminus.

Die KfW selbst scheint jedenfalls nur selten zu kontrollieren: 420 Vor-Ort-Kontrollen in 2013, so berichtet plusminus. Bei 400.000 geförderten Maßnahmen. Das Risiko, erwischt zu werden „tendiert gegen null“, bestätigt ein anonymer Handwerker vor der Kamera. Eine „Einladung zum Subventionsbetrug“ sei das.

Was ist überhaupt dran an den Vorwürfen - und wer ist verantwortlich?

Die „mächtige Handwerkerlobby“ hat sich durchgesetzt

Verantwortlich dafür macht plusminus den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Die „mächtige Handwerkerlobby“ habe durch gezielte Einflussnahme erwirkt, dass die strengeren Kontrollen gekippt wurden.

Dass sich der ZDH für die Neuregelung starkgemacht hat, wird nicht bestritten. Im Gegenteil: „In der Tat haben unsere Experten ihren Job gemacht: Sie haben den Entscheidern in KfW und Bundesregierung die Realität aufgezeigt, sie auf die Folgen hingewiesen und damit zu einer Entscheidungsfindung beigetragen“, sagt ZDH-Sprecher Alexander Legowski gegenüber handwerk.com.

Durch die Neuregelung: „Förderung für Kunden wieder attraktiv“
Und wie sieht diese Realität aus? Legowski: „Die Kosten für eine unabhängige Begutachtung haben oft den Fördervorteil zu einem großen Teil aufgefressen – der Kunde war dann an der Maßnahme oft nicht mehr interessiert.“ Durch die Neuregelung sei die Förderung für die Kunden „wieder attraktiv“.

Ganz abgesehen davon, dass die Energieberater im Handwerk für diese Aufgabe natürlich bestens qualifiziert seien.

Konkreter Schaden bisher?
plusminus: „Niemand kann sagen, wie hoch die Dunkelziffer ist.“ Konkrete Fälle und Zahlen? Fehlanzeige. Aber die ARD vespricht: „Die aktuelle Entwicklung zum Thema können Sie auf den Seiten des NDR verfolgen.“ Die Kollegen bleiben also dran am Thema. Wir auch.

Wie sind Ihre Erfahrungen: Viel Alarm um nichts? Oder ist was dran an den Warnungen vor dem Subventionsbetrug? Kommentare oder persönliche Nachrichten freuen uns.


(jw)


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Eine fehlerhafte Beratung kann teuer werden, wenn dem Kunden deswegen Fördergelder entgehen.

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