Tobias Fleig hat ein Seminar zur Baustellen-Optimierung besucht. Anschließend hat er seinen Betrieb auf den Kopf gestellt - und das mit Erfolg.
Foto: Hybrid Images/cultura - Corbis

Erfahrungsbericht

Baustelle optimiert – und endlich mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben!

Raus aus dem Hamsterrad: Handwerksmeister Tobias Fleig hat ein Seminar zur Baustellen-Optimierung besucht – und dann den Betrieb umgekrempelt. Ist das wirklich so einfach?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Kleines Seminar, große Wirkung: Tobias Fleig fand in einem Seminar zur Baustellen-Optimierung die richtigen Impulse, um seine Abläufe zu verbessern, Mitarbeiter in die Verantwortung zu nehmen – und seinen Stress zu reduzieren.
  • Schwer war das nicht, auch wenn der Unternehmer einige Hürden zu nehmen hatte.
  • Seine wichtigste Erkenntnis: Man muss nicht alles auf einmal verändern. Kleine Veränderungen entwickeln eine Eigendynamik, die eine Aufwärtsspirale ankurbeln. Und wer seinen Mitarbeitern gut zuhört, weiß wo der Weg hin gehen muss.

Seminare sind so eine Sache: Bringen Sie in der Praxis wirklich den erhofften Nutzen? Eine Frage, die sich nicht nur die Teilnehmer stellen. Mich interessiert ebenfalls, was Handwerker-Kollegen aus meinen Seminaren „Raus aus dem Hamsterrad“ zur Baustellen-Optimierung mitnehmen und umsetzen.

Kürzlich sprach ich mit dem Schweizer Malermeister Tobias Fleig, darüber, wie es bei ihm nach dem Seminar weiterging,

Alles auf einmal umsetzen? „Das funktioniert nicht“

Wie war Deine Situation, bevor Du das Seminar Raus aus dem Hamsterrad besucht hast?

Fleig: Innerhalb von drei Jahren bin ich von drei auf zehn Mitarbeiter gewachsen. Immer mehr Aufgaben sind an mir hängengeblieben. Meine Mitarbeiter waren es gewohnt, dass ich die Entscheidungen für sie treffe. Dauerstress war die Folge.

Ein Problem ist ja häufig, dass man nach einem Seminar schnell vom Alltagsstress eingeholt wird und dann doch nichts verändert. Wie hast Du das gelöst?

Fleig: Ich ließ im Seminar einfach alles auf mich wirken. Im Berufsalltag schlichen sich die Themen dann nach und nach wieder in mein Bewusstsein. Ich habe sie dann Schritt für Schritt umgesetzt. Eines nach dem anderen. Die Veränderung ist ein Prozess. Man neigt dazu, alles auf einmal umzusetzen. Das funktioniert aber nicht. Die Impulse vom Seminar haben sich schleichend im Betrieb manifestiert. Und auch mit der Zeit eine Eigendynamik angenommen. Die eine Veränderung hat nach der nächsten verlangt.

Ich habe auch nicht alles genau so umgesetzt wie von Dir angegeben. Die für mich wichtigen Punkte habe ich entsprechend meiner Bedürfnisse angepasst.

Das Team einbinden – aber richtig!

Was haben Deine Mitarbeiter dazu gesagt? Gerade dann, wenn die Veränderungen unbequem waren.

Fleig: Kleine Schritte führen zum Erfolg. Junge Mitarbeiter sind oft offener für Veränderungen. Wenn man sie mit ins Boot nimmt und die Alteingesessenen erkennen, dass es funktioniert, kommt alles ins Rollen. Das Know how älterer Mitarbeiter gepaart mit zeitgemäßen Innovationen ist die Mischung, die zum Erfolg führt.

Manchmal versuchen Mitarbeiter ja auch zu beweisen, dass das, was wir Chefs wollen, nicht funktioniert.

Fleig: Das habe ich auch erlebt. Wichtig ist, dass man selbst immer genau weiß warum man eine Veränderung in die Wege leiten will. Und weshalb dies wirklich nötig ist

Es ist überhaupt äusserst wichtig, dass man Kritiker dazu bringt, sich von sich aus in die richtige Richtung zu bewegen. Meistens sind genau diese Leute auch die echten Kapazitäten im Betrieb. Weil sie nicht einfach drauflos arbeiten sondern hinterfragen. Sind diese erst mal vom Vorgehen überzeugt, ziehen sie alle anderen mit.

Ein Veränderungsprozess birgt ja auch Gefahren. Wie bist Du mit dieser

Unsicherheit umgegangen?

Fleig: Ich denke dass man ein Gespür für die Bedürfnisse seiner Umgebung entwickeln muss. Wenn man gut hinhört, weiss man wohin der Weg führen muss. Dann wird auch die Unsicherheit kleiner.

Was hat die Baustellen-Optimierung dem Chef gebracht?

Wo stehst Du heute? Was hat sich verbessert?

Fleig: Inzwischen Akquiriere ich noch ca. 70% der Aufträge und schreibe etwa 20% der Rechnungen. Der Rest wird überwiegend von meinen Mitarbeitern erledigt, zum Beispiel Materialbestellungen, Organisation auf der Baustelle inklusive Terminfestlegung mit den Kunden und Abnahme., Das Läuft alles unabhängig von mir. Ich habe lediglich noch eine überwachende Funktion. Und ich schule meine Leute. Heute mache ich sechs Wochen Urlaub im Jahr. Und ich habe jetzt Zeit, um Innovationen zu suchen und im Betrieb einfließen zu lassen. Das ist ja eigentlich die Hauptaufgabe des Geschäftsführers.

Wie lange hat es gedauert, bis die ersten Erfolge kamen?

Fleig: Ziemlich schnell habe ich eine Entlastung für meinen Berufsalltag feststellen können. Dann kamen die Erfolge Schritt für Schritt. Nach knapp einem Jahr ist mir auf einmal klar geworden, dass der Betrieb irgendwie nicht mehr derselbe war. Ein frischer Wind hat sich eingeschlichen, der alle beflügelt hat. Vor allem die Motivation hat sich merklich verbessert.

Olaf Ringeisen ist Sparringspartner für Handwerksmeister, die mehr persönliche Freiheit erreichen wollen. Sein Ziel: raus aus dem Hamsterrad! Der gelernte Malermeister führt in vierter Generation seinen Malerbetrieb in Northeim. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren an der Optimierung seiner Strategien zur erfolgreichen Unternehmensführung im Handwerk. Über 600 Malerbetrieben hat er mit seinen Systemen schon weitergeholfen. Sein Qualyplan-System enthält seine wichtigsten Erkenntnisse und Werkzeuge, die Sie benötigen, um raus aus dem Hamsterrad zu kommen und sich ein wahrhaft außergewöhnliches Unternehmen zu schaffen. Mehr Infos: www.baustelle-optimieren.de/kostenlose-praxistipps.

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