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Mitarbeiter

Fachkräfte aus dem Datenmeer angeln

Wer sich im Internet als attraktiver Arbeitgeber präsentiert, kann mit mehr Bewerbern rechnen. Der erste Schritt ist eine informative Website.

Von Astrid Funck

Der Fachkräftemangel ist bei der Bäckereikette Kruse ("Kruse - Der Lecker Bäcker") mit Hauptsitz im niedersächsischen Barnstedt die größte Wachstumsbremse: Zurzeit beschäftigt sie in ihren 14 Filialen rund 180 Mitarbeiter im Raum Lüneburg, Uelzen und Soltau. "Wir können nur bedingt weiter expandieren, weil wir nicht die richtigen Leute finden", sagt Geschäftsführungsassistent Stephan Cohrs, der bei Kruse für Personalmarketing zuständig ist. "Man muss auf jeden Fall mehr in die Personalsuche investieren als noch vor einigen Jahren."

Um Jobsuchende stärker auf sich aufmerksam zu machen, hat das Unternehmen im vergangenen Herbst seinen Internetauftritt modernisiert und einen eigenen Menüpunkt für diese Zielgruppe geschaffen. Neben Stellenangeboten finden sich dort auch Informationen darüber, welche Vorzüge Kruse als Arbeitgeber bietet.

Einblick in die Firmenkultur geben
So etwas nach außen zu kommunizieren, sagt der E-Recruiting-Experte Jan Kirchner, sei heutzutage enorm wichtig. Mögliche Themen: Was gibt es für Weiterbildungsmaßnahmen? Wie sieht es mit flexiblen Arbeitszeiten aus? Und was passiert sonst in Sachen Familienfreundlichkeit?
"Es hilft ja nichts, eine tolle Firmenkultur zu haben, wenn es keiner weiß." Deshalb biete es sich zum Beispiel auch an, Fotos oder ein Video vom letzten Sommerfest auf die Website zu stellen und so ein Stück Firmenleben zu zeigen.



Karriere als eigene Rubrik auf die Homepage
Kirchner ist Geschäftsführer der Atenta Personalberatung in Hamburg und berät Firmen, die über das Internet Personal rekrutieren wollen - das englische Schlagwort dafür lautet E-Recruiting.
Seinen Kunden empfiehlt er, gleich auf der Startseite eine Rubrik zu platzieren, die beispielsweise "Karriere" heißt. Wer den "Karriere"-Link anklickt, landet zunächst auf einer Seite mit generellen Arbeitgeber-Informationen und gelangt von dort aus über die Unterrubrik "Jobangebote" zu den aktuell ausgeschriebenen Stellen und Ausbildungsplätzen.



Ansprechpartner nennen
Wichtig findet Kirchner, dass die Unternehmen in ihren Stellenanzeigen Ansprechpartner mitsamt E-Mail-Adressen und Telefonnummern nennen, an die sich potenzielle Bewerber wenden können, wenn sie Fragen haben.
Die Bäckerei Kruse etwa hat die Namen und Kontaktdaten ihrer Ausbilder für Produktion und Verkauf angegeben.

Stellenrubrik bringt Suchmaschinen auf Trab
Ein entscheidender Vorteil einer Website mit eigener Stellenrubrik liegt für Kirchner darin, dass Suchmaschinen wie Google neue Stellenanzeigen automatisch erfassen und Jobsuchende auf die entsprechende Internetseite verweisen.
Darüber hinaus lassen sich die Anzeigen über spezielle Jobsuchmaschinen in Umlauf bringen. Voraussetzung ist, dass man die eigene Website dort anmeldet. Das bringt Reichweite, ohne dass es den Betrieb etwas kostet.
Zu den in Frage kommenden Jobsuchmaschinen zählen unter anderem opportuno.de, jobs.de, jobrobot.de und kimeta.de.

RSS nutzen
Zu guter Letzt hat der ausgebuffte E-Recruiting-Fachmann Kirchner noch einen technischen Tipp parat: "Die Jobs auf der Website sollten als RSS-Feed verfügbar sein."
Ein RSS-Feed ist eine Technologie, mittels derer Internetseiten-Inhalte kostenlos abonniert und automatisch in einen sogenannten Feedreader – ein Programm zum Einlesen und Anzeigen von Feeds – eingespeist werden können.
Jobsuchende können sich so ständig die neu veröffentlichen Stellenanzeigen auf ausgewählten Internetseiten zuführen lassen. "Ich mache es den Leuten damit wesentlich leichter, an die notwendigen Informationen zu gelangen, weil sie nicht immer wieder selbst auf der Website nachgucken müssen", erklärt Jan Kirchner. Und das liege schließlich auch im Interesse des Betriebes.

Wie wichtig das Internet bei der Suche nach Mitarbeitern wirklich ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie auf der nächsten Seite.

Trends in der Personalbeschaffung 2010
Für die Studie "Recruiting Trends im Mittelstand 2010" befragte das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main im Sommer 2009 tausend Unternehmen. Hier einige Ergebnisse:


Weiterhin Mangel an Fachkräften: 27,6 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass die Suche nach qualifiziertem Personal mühsamer werden wird. Für das Jahr 2010 rechnen sie damit, etwa ein Drittel ihrer offenen Stellen nur schwer oder gar nicht besetzen zu können.


Stellenanzeigen im Internet: Mehr als zwei Drittel der offenen Stellen schreiben die Mittelstandsunternehmen über die eigene Website aus, ein Drittel veröffentlichen sie außerdem noch in Internet-Stellenbörsen. 43,0 Prozent der Stellen finden sich in Printmedien und rund 36,7 Prozent werden der Arbeitsagentur gemeldet.
Neueinstellungen über das Internet: Vier von zehn Neueinstellungen sind auf die Unternehmens-Website und auf Stellenanzeigen in einer Internet-Stellenbörse zurückzuführen. Über die Printmedien meldete sich rund ein Drittel der Neuangestellten und etwa 14,8 Prozent kamen über die Arbeitsagentur mit dem Betrieb in Kontakt.
Zahl der Papierbewerbungen sinkt: Papierbasierte Bewerbungsmappen sind mit 58,2 Prozent noch immer die häufigste Bewerbungsform. Knapp vier von zehn Bewerbungen gehen aber bereits elektronisch bei den Unternehmen ein. Die Betriebe gehen davon aus, dass der Anteil der Bewerbungen auf Papier in den nächsten Jahren weiter zurückgehen wird.

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Stellenanzeigen

Auf Mitarbeitersuche im Web 2.0

Über soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook können Handwerker auf kostengünstige Weise Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern aufbauen.

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Personalgewinnung

So erreichen Sie potenzielle Bewerber

Teure Stellenanzeigen, geringe Resonanz? Das muss nicht sein. Es kommt auf die richtigen Verbreitungskanäle an. Und auf deren geschickte Vernetzung.

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Online-Jobbörsen

Bewerberfang im Netz

Wer neue Mitarbeiter sucht, sollte sich auch bei den Online-Jobbörsen umschauen. Doch nicht jede Plattform eignet sich. Wir zeigen, wo sich die Suche lohnt.

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