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Diese Factoring-Anbieter gibt es

Factoring: Die richtige Auswahl treffen

Die Entscheidung für oder gegen Factoring ist nicht nur eine finanzielle Frage. Erst einmal muss man sich für eine bestimmte Factoring-Art entscheiden – und einen passenden Anbieter finden!

1. Welche Factoring-Art passt zu mir?
Es gibt viele verschiedene Factoring-Arten. Hier die zwei wichtigsten Unterschiede:

Echtes und unechtes Factoring: Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, beim unechten Factoring nicht. Kommt es beim unechten Factoring zu einem Forderungsausfall, dann geht die Forderung zurück an den Betrieb. Aber wer braucht dann ein unechtes Factoring? „Unechtes Factoring ist günstiger. Das kann für Betriebe interessant sein, deren Kunden sehr zuverlässig zahlen, sich dafür aber immer sehr viel Zeit lassen“, sagt Zulia Gubaydullina, Finanzierungsexpertin der Handwerkskammer Hannover.

Stilles und offene Factoring: Beim offenen Factoring verschickt der Factor die Rechnungen direkt an die Kunden. Beim stillen Factoring bekommen die Kunden von Factor nichts mit – bis die erste Mahnung rausgeht. „Viele Betriebe sorgen sich, wie Factoring beim Kunden ankommt“, weiß Finanzierungsexperte Carl-Dietrich Sander vom KMU-Beraterverband. Sein Rat: „Damit sollte ein Betrieb ganz offensiv umgehen. Ich würde meine Kunden informieren: ‚Ab sofort setze ich Factoring ein, das hat für sie nur eine Auswirkung: die Bankverbindung hat sich geändert.‘“

Hinzu kommen weitere Factoring-Arten: Manche Anbieter akzeptieren es, wenn ein Betrieb nicht alle Kunden übergeben möchte (Ausschnittsfactoring und Einzelfactoring). Schreibt der Betrieb Rechnungen und Mahnungen selbst, dann nennt sich das Inhouse-Factoring.

2. Was erwarten die Factoring-Anbieter von mir?
Mehr als 140 Factoring-Anbieter gibt es in Deutschland. Leicht ist es allerdings nicht, den passenden Factor zu finden: Die meisten Anbieter haben wenig Interesse an Betrieben mit Privatkunden – am besten keine oder so wenig wie möglich. Auch Baugewerke haben es schwerer: VOB-Verträge sind auch nicht gerne gesehen, ebenso wenig wie Aufträge mit Gewährleistungsrechten.

Aber: „Der Markt hat sich in den letzten 10 Jahren sehr verändert“, berichtet Sander. „Es gibt für fast jeden Betrieb einen Anbieter.“

Klar ist aber auch: Je kleiner ein Betrieb ist, je spezieller die eigenen Wünsche, je mehr Privatkunden, VOB-Verträge, Gewährleistungsansprüche und Kleinstrechnungen, desto schwerer wird es, einen Anbieter zu finden. Und umso genauer muss man dann rechnen, denn die Anbieter lassen sich das Mehr an Aufwand und Risiken natürlich bezahlen. Unter einem Umsatz von 100.000 Euro dürfte es allerdings sehr schwer werden, überhaupt einen Anbieter zu finden, sagt Sander.

K.O.-Kriterium für Factoring-Anbieter!
Factors nehmen nicht jeden Handwerksbetrieb als Kunden: Eine schlechte Bonität und häufige Zahlungsausfälle sind ein echtes K.O.-Kriterium, weiß Sander. „So ein Betrieb findet garantiert keinen Factor.“

Kontrolle vor der Auftragsannahme!
Auch das wird nicht jedem Betrieb schmecken: Ein Factor, der für Forderungsausfälle einstehen muss, übernimmt dieses Risiko nicht blind. Er prüft die Bonität jedes Neukunden vor der Auftragsannahme, setzt ein klares Limit und kann Kunden auch ablehnen. Übernimmt der Handwerker dennoch den Auftrag, dann auf eigenes Risiko. „Die Bonitätsprüfung läuft aber sehr schnell ab, dafür genügen die Kundendaten und eine grobe Hausnummer, um was für ein Auftragsvolumen es geht. Die Antwort liegt binnen 24 Stunden vor“, berichtet Sander. Für ihn ist diese Prüfung ein klarer Vorteil: „Wenn der Factor ein enges Limit setzt, kann ich ganz anders über Vorkasse verhandeln. Und wenn der Factor das Risiko ablehnt, dann würde ich mich sehr genau überlegen, ob das wirklich ein Kunde für mich ist.“

(jw)


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