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Fuhrpark

Fahrbericht Citroën Jumpy: Das sparsame Wiesel

Kann ein Transporter wendig, geräumig, sparsam und praktisch zugleich sein? Dachdeckermeister Andreas Kellner aus Hannover hat den neuen Citroën Jumpy ausprobiert.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Der dritte im Bunde: Der neue Jumpy ist eine Co-Produktion von Citroën, Peugeot und Toyota.
  • Gute Ausstattung im Cockpit, aber Platzprobleme für großgewachsene Fahrer.
  • Spritziges Fahrverhalten, sehr wendige Auslegung, passt gut in die Stadt, Dachdecker Andreas Kellner hat dem Franzosen im Praxistest auf den Zahn gefühlt
  • Und kann sich nach dem Test vorstellen seinen Fuhrpark um einen Jumpy zu erweitern.
  • Technische Daten: Alle relevanten Kennzahlen auf einen Blick
  • Bildergalerie: Der Testwagen im Detail.

"Wir machen nicht viel Strecke, fahren aber jeden Tag", fasst Andreas Kellner den Transportbedarf seines Unternehmens zusammen. Er und seine 6 Mitarbeiter teilen sich 3 Opel Vivaros und einen Citroën Berlingo, wenn sie im Hannoveraner Umland unterwegs sind. Kellner hat seinen Betrieb "Dachdeckerei Katzmarek" 1999 übernommen und bietet alle "klassischen" Dienstleistungen rund ums Dach an: Fallrohre reparieren, Pfannen tauschen, Dachflächenfenster einsetzen, Flachdächer erneuern oder den First richten. Neben zahlreichen Privatkunden betreut Kellner einen Großkunden in der Landeshauptstadt und kümmert sich um dessen zahlreiche Liegenschaften.

Weil das Material für seine Projekte beinahe "just in time" auf die Baustelle kommt, brauchen die Vivaros bei ihm nicht schwer schleppen: "Wir haben eigentlich nur Werkzeuge und Maschinen im Auto. Sicher, wenn mal eine Schweißbahn fehlt, fährt man die noch mal holen". Damit Flex, Kettensäge und Latthammer nicht im Auto herumpoltern, hat sich die Mannschaft ihre Regale in den Fahrzeugen selbstgebaut. "Sortimo oder Würth-Einbauten wären natürlich toll, es geht aber auch so", weiß Kellner.

Der Testwagen: Alle Daten

Prinzipiell sollen seine Autos praktisch und robust sein. Mit Außenmaßen von 4,95 Länge, 1,92 Breite und einer Höhe von 1,94 Metern verspricht die im März 2016 vorgestellte dritte Generation des Citroën Jumpy genau das.

Dabei ist der Französische Transporter beinahe baugleich mit dem Peugeot Expert und dem Toyota ProAce. Er ist in unterschiedlichen Radständen und Aufbauten zu haben; die Motorenpalette umfasst 4 Reihenvierzylinder-Diesel mit einer Leistung von 95 bis 177 PS, die ihre Leistung auf die Vorderachse abgeben. Die Gangwahl erfolgt je nach Motorisierung per 5- oder 6-Gang-Schaltgetriebe oder wird von einer 6-Gang-Automatik besorgt. Der kräftigste Jumpy spurtet innerhalb von 10 Sekunden auf 100 km/h und rennt 170 km/h schnell.

Das Fahrverhalten: Sehr spritzig

Dachdeckermeister Kellner konnte den Jumpy in einer knapp 5 Meter langen und mit 85 kW / 116 PS starken Variante eine Woche lang testen. Der Eindruck war von Beginn an positiv: "Das Ding ist sehr spritzig. Und wendig. Der lässt sich in der Stadt prima bewegen - man hat nie das Gefühl, dass es irgendwo eng wird". Die Eingewöhnung auf den Fuhrpark-Gast funktionierte problemlos, auch wenn Kellner das Gefühl nicht loswurde, immer noch etwas neues zu entdecken - schließlich liefert Citroën den Jumpy mit Toter-Winkel-Assistent, Abstandswarner, adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent, und, und und.

Das Cockpit: Punktet mit Headup-Display

Die Bluetooth-Verbindung zwischen Auto und Handy funktionierte auf Anhieb, die Sprachqualität ist auch wegen des geringen Fahrgeräuschs gut. "Schön ist das Head-Up-Display", erklärt Kellner und weist auf den kleinen, transparenten Schirm im Sichtfeld des Fahrers hin: "zeigt mir immer die Geschwindigkeit - muss ich nicht auf den Tacho gucken". Neben den herkömmlichen Analog-Instrumenten werden zentrale Fahrzeug-Funktionen über den 7´´-Touchscreen im Armaturenbrett gesteuert.

Bei eingelegtem Rückwärtsgang dient dieses Display auch als Bildschirm für die Rückfahrkamera und zeigt nicht nur eine Vogelperspektive, sondern gibt sogar Lenkanweisungen. "Diese Vogelperspektive ist für mich ein echtes Kaufargument" freut sich Kellner: "wenn man einen Tandemachser mit Bauschutt vollgeworfen hat, kann man den nicht mehr allein bewegen. Um den Hänger auf die Kugel zu kriegen, muss man aussteigen, einsteigen, aussteigen und einsteigen. Die Kamera hilft da wirklich."

Schwachpunkte: Vor allem der Platz für großgewachsene Fahrer

Neben dem Lob für die gelungen Motorisierung fielen im Betrieb auch ein paar Dinge negativ auf. Allen voran ist das die maximale Fahrergröße: "Mit meinen 1,80m passe ich noch ganz gut hinters Steuer, aber einer meiner Mitarbeiter misst 1,95. Der hatte mit dem Fahrersitz schon Probleme". Weil bei zahlreichen Baustellen auch immer viel Klein- und Papierkram benötigt wird, würde sich Kellner obendrein über noch mehr Ablagen freuen.

Der Laderaum: ausreichend groß

Den über zwei Hecktüren und eine Schiebetür erreichbaren Laderaum findet der Dachdecker ausreichend geräumig: "Die Türen lassen sich extra weit öffnen. Gut, wenn man mal eine Palette hinten rein nehmen möchte. Für den täglichen Betrieb fehlen uns natürlich die Regale. Und der Holzboden ist ohne eine Gummimatte viel zu rutschig", ergänzt er. Die Zurrösen machen einen stabilen Eindruck, die elektrische Schiebetür ist ebenfalls praktisch. "Aber ob die nach 10 Jahren Baustellen-Einsatz immer noch so tadellos funktioniert?" fragt sich Kellner und zuckt mit den Schultern. Als besonders angenehm fielen ihm nicht nur die Innenraum-Heizung auf, die den Jumpy binnen weniger Minuten auch bei Frost auf Temperatur brachte.

Fazit

Als echter Kostverächter hat sich der neue Franzose mit einem Normverbrauch von 5,3 Litern Diesel an der Tankstelle erwiesen: "Wir sind bestimmt 600 Kilometer gefahren. Die Tanknadel hat sich quasi gar nicht bewegt" fasst Kellner zusammen und könnte sich durchaus vorstellen, seinen Fuhrpark um so einen Citroën zu erweitern.

Eckdaten Citroën Jumpy

Motoren: 1,6 l BlueHDi 95 mit 70 kW (95 PS)

Verbrauch kombiniert: 5,5 l pro 100 km (Werksangabe)

Laderaumvolumen: bis 6,6 m³

Max. Nutzlast: bis 1435 kg t

Max. Anhängelast: bis 2,5 to

Preis Citroën Jumpy ab: 22.990 Euro zzgl. MwSt.

Preis Testwagen: 31.430 Euro zzgl. MwSt.

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