Die V-Klasse von Mercedes
Foto: Torsten Hamacher

Fuhrpark

Fahrbericht Mercedes Benz V-Klasse: Flexibler Begleiter für Beruf und Freizeit

Ob zur Baustelle, zum Kundentermin oder zur Familienfeier: Die V-Klasse von Mercedes hat Handwerksmeister Holger Kewitz in allen drei Bereichen getestet. Konnte sie ihn auch überzeugen?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Eine Woche lang hat Fliesenlegermeister Holger Kewitz seinen Kombi gegen die V-Klasse Edition von Mercedes getauscht. Und hat den Wagen beruflich und privat getestet.
  • Pluspunkt: Der Innenraum lässt sich flexibel gestalten – entweder als 7-Sitzer oder mit wenigen Handgriffen als 2-Sitzer mit einer Ladefläche von über 2,5 Metern.
  • Gute Position vom Fahrersitz aus, Fahrkomfort und die technische Ausstattung im Cockpit haben ihn auch überzeugt.
  • Minuspunkt: Die ausladende Heckklappe hat die Parkmöglichkeiten im Stadtverkehr enorm eingeschränkt.

Für diesen Test hat Holger Kewitz seinen Dienst- und Privatwagen auf dem Hof des 12-Mann Betriebs in Hannovers Mitte stehenlassen. Ob Baustelle, Privatfahrt oder Familienfest – der Fliesenlegermeister und Betriebsinhaber von Fliesen Cussler wollte die V-Klasse von Mercedes in allen Facetten kennenlernen. Der 37-Jährige ist täglich auf einigen der rund 15 Baustellen unterwegs, die der Betrieb im Umkreis von etwa 50 Kilometern momentan betreibt. Dazu kommen Kundentermine und Privatfahrten.

Normalerweise fährt er einen Kombi mit Anhängerkupplung. Denn manchmal muss er schwere Ladung per Anhänger zu einzelnen Baustellen transportieren, da reicht der Pkw nicht aus. Mit dem Transporter des Betriebs fahren nur die Mitarbeiter und nehmen das Material und Werkzeug mit, was sie vor Ort brauchen.

Erster Eindruck: überzeugend

Schon beim Einsteigen überzeugt der Testwagen den vorläufigen Besitzer. Die höhere Sitzposition hat sich auch über die Woche hinweg als Vorteil erwiesen: „Durch den Rundum-Blick von oben hatte ich keine Probleme, aus Seitenstraßen kommend die zugeparkten Kreuzungen im Stadtverkehr einzusehen“, sagt Holger Kewitz. Zu seinem niedrigeren Pkw ein deutlicher Unterschied. Zu der guten Übersicht trugen auch die großen Außenspiegel bei, die er zu schätzen wusste.

An noch ein Detail hat sich der Handwerksunternehmer im Stadtverkehr schnell gewöhnt: die Rückfahrkamera. Besonders praktisch sei der „Weitblick“: Man kann den Blickwinkel der Kamera ein- und auszoomen. Zudem kann die Kamera aus der Vogelperspektive auf das Auto schauen. So hatte er beim Ausparken aus dem Firmengelände auch die Fußgänger und Radfahrer im Blick, die Seiten- und Rückspiegel nicht eingefangen haben.

Getestet hat Holger Kewitz auch die Parkautomatik. Aufgefallen ist ihm, dass der Wagen mit der Automatik eine größere Parklücke braucht, als wenn er den Wagen selbst einparken würde. Praktisch findet er die Funktion trotzdem.

Fahrverhalten: Der Motor schnurrt

Mit dem starken 4-Zylinder-Motor und den Maßen des Autos (5140 mm x 2249mm) hat sich der Tester wohl gefühlt. Selbst ein Schlagloch auf dem Heimweg habe er versehentlich mitgenommen. Gespürt hat er wiederum nichts davon.

Ebenso wenig den Motor: Gutes Fahrgefühl, der Motor macht Spaß und ist leise, so sein Fazit. Die 7G-Tronic-Plus-Schaltung war für Holger Kewitz zunächst neu, da er den Schalthebel an der „normalen“ Position unterhalb der Mittelkonsole gewöhnt ist. Aber mit der Bedienung der Automatik am Lenkrad hat er sich angefreundet. Das Wechseln der Gänge habe er nicht bemerkt, so gut waren sie aufeinander abgestimmt.

Cockpit: übersichtlich und robust

Das Cockpit bekommt gute Noten: „Es ist aufgeräumt und übersichtlich und bietet ausreichend Platz“, sagt Kewitz. Beim zweiten Check fiel ihm auf, dass die Ablageflächen alle recht weit unten sind. „Ein Fach auf Augenhöhe, zumindest für einen Block und einen Stift hätte ich hilfreich gefunden“, resümiert er. Dass man das Fach zwischen den Sitzen zumachen kann, hat ihm gefallen. „Da kann in der Stadt nicht jeder hereinschauen.“

Alle technischen Extras der V-Klasse hat der Tester genutzt: etwa den Bluetooth-Anschluss zum Musik Abspielen. Auch die Verbindung zum Telefon habe problemlos funktioniert. Die Gesprächsqualität war einwandfrei.

Zunächst erschien dem Handwerksunternehmer das Navigationsgerät Garmin Map Pilot etwas schwierig in der Handhabung. „Ich war bis dato einen Touch-Screen gewöhnt. Da war die Bedienung mit dem Rad eine Umstellung“, betont er. Dennoch habe er sich in das System eingearbeitet und das Navi dann auch auf Herz und Nieren getestet. Sein Urteil: Es führt „auf die Hausnummer genau“ zu dem angegebenen Ort. Und das auch so, dass das Ziel auf der richtigen Straßenseite liegt. „Das ist besonders wichtig, wenn man in der Nähe halten will und etwas ausladen muss“, weiß Kewitz.

Laderaum: flexibel und großzügig

Einen großen Pluspunkt bekommt der Testwagen für seinen flexiblen und großzügigen Laderaum. Ob Material für die Baustelle oder die ganze Familie – beides hat in dem Testzeitraum bequem Platz. Die Sitze im hinteren Bereich lassen sich mit wenigen Handgriffen ein- und ausbauen, bestätigt auch der Handwerker. Er hat die Sitze auch hin- und hergeschoben, geklappt und die Handhabung getestet - und schließlich für gut befunden. Für die Fahrt zu einer Familienfeier am Wochenende waren alle sieben Plätze der V-Klasse belegt. Auch Gepäck hätte dann noch locker in den hinteren Bereich des Laderaums gepasst. Die Mitfahrer waren begeistert: „Sie konnten alle bequem ein- und aussteigen und auf der Fahrt den Komfort genießen“, resümiert der Tester.

Zur Baustelle hat der Unternehmer Natursteinteile transportiert. Maße: um die zwei Meter lang und etwa zwei Zentimeter stark. „Die konnte ich bequem unter den Sitzen durchschieben“, berichtet Kewitz. Die lange Version der V-Klasse bietet für seine Ansprüche genug Platz. Die maximale Laderaumlänge beträgt 2,65 Meter. Wer noch mehr Raum braucht, kann in der extralangen Version auf bis zu 2,88 Meter sperrige Lasten verstauen. Bei komplett ausgebauten Sitzen im Fond stehen in der Testversion 4,6 Kubikmeter und in der extralangen Version sogar über 5 Kubikmeter zur Verfügung. Die kompakte Version hat 4,2 Kubikmeter Ladevolumen und 2,41 Meter Laderaumlänge zu bieten.

Kritikpunkt: „Die Heckklappe ist ein Problem“

Viel hatte Holger Kewitz an dem Testwagen nicht zu kritisieren. Ein Auto für seinen Fuhrpark bräuchte eine Anhängerkupplung, da er ab und zu sperriges Material transportiert. Sie ist für die V-Klasse ab Werk bestellbar.

Die Heckklappe hingegen öffnet nicht weiter als 90 Grad. Das war für den großgewachsenen Mann in zweierlei Hinsicht problematisch: 1. Ist er fast oben angestoßen, als er das Auto beladen wollte. 2. Nimmt die Klappe zum Öffnen viel Platz in Anspruch. Der stehe ihm in der Stadt nicht immer zur Verfügung und könnte in engen Parklücken zur Hürde werden.

Um diesem Problem vorzubeugen, hat der Hersteller für das Modell eine separat zu öffnende Heckscheibe entwickelt. Der Laderaum ist bei beengten Parkverhältnissen dadurch leichter zugänglich.

Möglich ist auch eine Laderaumunterteilung mit zwei Einkaufsboxen: Sie schafft eine zweite Ablagefläche auf Höhe der Heckscheiben-Unterkante. Sie erleichtert das Be- und Entladen des Fahrzeugs mit kleineren Gegenständen.

Eine Öffnung des Hecks mit Türen ist für dieses Modell nicht vorgesehen. Dafür steht Handwerkern der Vito zur Verfügung. Er ist auch mit zwei Sitzbänken bestellbar.

Verbrauch: In der Stadt höher als erwartet

Auf den Milliliter genau nachgemessen hat Holger Kewitz den Verbrauch von Dieselkraftstoff nicht. Aber die Herstellerangaben von kombinierten sechs Litern auf 100 Kilometern kamen ihm etwas wenig vor. Was auch daran liegen kann, dass er hauptsächlich im Stadtgebiet unterwegs ist.

Eckdaten und Fotostrecke: Mercedes Benz V-Klasse

  • Motor: 2,1 l-Dieselmotoren mit 136, 163 und 190 PS
  • Verbrauch kombiniert: 6 l pro 100 km (Werksangabe)
  • Laderaumlänge: 2410 mm (Kompakt), 2650 mm (Lang), 2880 mm (Extralang)
  • Laderaumvolumen: 4210 l (Kompakt), 4630 l (Lang), 5010 l (Extralang)
  • Max. Nutzlast: 1t
  • Max. Anhängelast: 2,5 t
  • Preis V-Klasse Edition, lange Version: 50.572 Euro inkl. MwSt
  • Preis Basisversion ab: 40.890 Euro zzgl. MwSt.

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