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Firmenauto privat nutzen?

Fahrtenbücher sind leichte Beute

Das Fahrtenbuch oder 1-Prozent-Regelung? Wer diese Frage nur nach Steuervorteilen entscheidet, übersieht ein paar gravierende Gefahren.

Inhaltsverzeichnis

Wer den Firmenwagen privat nutzt, muss dafür Steuern zahlen. Und steht damit vor einer schweren Entscheidung: kilometergenaue Abrechnung per Fahrtenbuch oder pauschal mit der 1-Prozent-Regelung? Beide Varianten haben ihren Ruf weg: Das Fahrtenbuch gilt als aufwendig, die 1-Prozent-Regelung als teuer.

Doch stimmt das wirklich? „Welche Variante günstiger ist, kann man pauschal nicht beantworten, das muss man einfach durchrechnen“, sagt Steuerberater André Strunz von der Kanzlei Ecovis in Hannover.

Der Aufwand eines Fahrtenbuchs sollte aus seiner Sicht hingegen kein Problem sein. Wer die Aufzeichnungen diszipliniert führe, habe damit nicht wirklich viel Aufwand: „Auf Papier kostet mich jeder Eintrag nur 10 Sekunden, bevor ich losfahre, und 10 Sekunden, bevor ich wieder aussteige.“

Fahrtenbücher sind fehleranfällig

Dennoch rät Strunz den meisten Unternehmern zur 1-Prozent-Regelung, selbst wenn das Fahrtenbuch steuerlich günstiger wäre. Denn Fahrtenbücher haben einen gravierenden Nachteil: Sie sind leichte Beute für Steuerprüfer. „Die wenigsten Fahrtenbücher werden vom Finanzamt anerkannt“, berichtet der Steuerberater. Statistische Daten gibt es dazu nicht, doch diese Erfahrung bestätigen auch andere Steuerberater immer wieder.

Woran liegt das? „Zum einen schleichen sich leicht Fehler ein, wenn das Fahrtenbuch nicht sehr diszipliniert und wirklich zeitnah geführt wird“, warnt Strunz. Wer sich erst am Wochenende oder gar erst am Monatsende hinsetzt und die Angaben ergänzt, wird nicht mehr alle Fahrten nachvollziehen können. So entstehen Fehler und die kosten den Steuerabzug.

Gefährlich: Abgleich mit anderen Betriebsausgaben

Zum anderen schaffe ein Fahrtenbuch „100 Prozent Transparenz des Steuerpflichtigen bei all seinen Tätigkeiten“, warnt Strunz. So würden Steuerprüfer gezielt Fahrtenbuch und Quittungen abgleichen: „Die nehmen sich zum Beispiel alle Tankquittungen und Bewirtungsbelege und prüfen, wo sich der Firmenwagen jeweils befunden hat, als diese Quittungen ausgestellt wurden. Wenn die Restaurantrechnung in Hannover ausgestellt wurde und der Firmenwagen zu der Zeit aber laut Fahrtenbuch in Wunstorf bei einem Kunden war, dann hat der Unternehmer ein Problem.“

Die Folgen sind gravierend: Der Fiskus werde dann nicht nur die Restaurantrechnung ablehnen – sondern könne das gesamte Fahrtenbuch verwerfen, damit lande der Steuerpflichtige am Ende doch wieder bei der 1-Prozent-Regelung. Unter Umständen werde auch gleich die komplette Buchhaltung verworfen. Nicht zuletzt seien solche Fälle immer häufiger Anlass für Strafanzeigen, berichtet der Steuerberater.

Ein Fahrtenbuch sei daher noch am ehesten für diejenigen eine sinnvolle Lösung, die ihre Aufzeichnungen diszipliniert und zeitnah führen „und keine Quittungen sammeln“, warnt Strunz. „Aber die meisten Unternehmer fahren am besten, wenn sie sich von Anfang an für die 1-Prozent-Regelung entscheiden.“

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