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Mitarbeiterbindung in der Praxis

Faktor Geld? Keine Chance!

Junge Fachkräfte sind schwer zu halten. Oft geht es um Geld. Da erreichen auch große Handwerksbetriebe ihre Grenzen. Und was funktioniert dann?

Beim Geld können wir nicht mithalten. - Um so wichtiger sind Gunnar Barghorn Arbeitsklima und Freiheiten im Betrieb, um Mitarbeiter zu binden.
Um so wichtiger sind Gunnar Barghorn Arbeitsklima und Freiheiten im Betrieb, um Mitarbeiter zu binden.
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„Fachkräfte gehen früh: sofort nach der Ausbildung oder in den ersten Jahren danach“, weiß Unternehmer Gunnar Barghorn. Dennoch setzt die Barghorn GmbH amp; Co. KG in Brake stark auf Aus- und Weiterbildung. Hier arbeiten 150 Mitarbeiter und 42 Azubis in der Elektrotechnik, dem Maschinenbau und dem Metall- und Stahlbau.

Beim Thema Geld kann es auch dieser Mittelständler mit der Industrie nicht aufnehmen. Das ist dem Chef völlig klar: „Wer sich für das Handwerk entscheidet, entscheidet sich nicht aufgrund des Geldes, sondern für mehr Freiheiten, Verantwortung und ein familiäres Arbeitsklima.“ Auch Weiterbildung sei ein großes Thema für die Mitarbeiter. „Wir helfen sehr intensiv in der persönlichen Entwicklung, auch mit Fortbildungsdarlehen.“

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Aufstieg ist wichtig – und der Engpass

Die größten Probleme ergeben sich in dem Betrieb bei den Aufstiegsmöglichkeiten. Die sind den jungen Fachkräften sehr wichtig, dafür qualifizieren sie sich weiter. Aber: „So sehr können wir nicht wachsen, dass wir jedem eine Stelle als Meister oder als Abteilungsleiter anbieten können, der dafür qualifiziert ist.“ Das sei relativ häufig ein Grund für einen Wechsel.

Warum bietet Barghorn dann Weiterbildungsmöglichkeiten über Bedarf an? „Ich will, dass die Leute sich entwickeln. Das ist eine Haltung. Es nicht zu tun, käme mir egoistisch vor. Ich sehe meine Aufgabe als Chef darin, meine Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Natürlich ist das auch Eigennutzen. Aber es geht eben nicht immer auf.“

Kreativität statt Fließbandarbeit
Doch manchmal komme ein Mitarbeiter nach einigen Jahren Industrie auch wieder zurück: „Das kommt in einem von 10 oder 20 Fällen vor. Das ist nicht die Regel, aber auch nicht so selten.“

Oft seien es die Freiheiten und die Selbstbestimmung, an die sich solche Mitarbeiter erinnern und die sie zurückbringen. „In der Industrie kann man mehr verdienen, indem man den ganzen Tag eine Schweißnaht nach der anderen an den immer gleichen Teilen zieht. Das ist nicht für jeden die richtige Aufgabe“, erzählt Barghorn. „In der Industrie ist alles vorgegeben. Bei uns ist Kreativität gefragt und die Mitarbeiter sind Teil des Entscheidungsprozesses.“

Ein großes Plus: "Wir halten wie eine Familie zusammen"
Für viele Fachkräfte ist zudem das persönliche Miteinander ausschlaggebend. „Im Handwerk ist man noch wer, nicht nur eine Nummer. Unsere Mitarbeiter wissen: Wir halten wie eine Familie zusammen. Wenn einer Probleme hat, dann helfen wir. Genau so, wie man sich unter Verwandten hilft.“

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  (jw) 
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