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Arbeitsrecht

Fehler vermeiden im Vorstellungsgespräch!

Handwerker wollen in Bewerbungsgesprächen möglichst viel über ihre künftigen Mitarbeiter erfahren. Hier sind die wichtigsten Regeln, die Sie beachten müssen. Sonst wird’s vielleicht teuer.

Handwerker wollen in Bewerbungsgesprächen möglichst viel über ihre künftigen Mitarbeiter erfahren. Hier sind die wichtigsten Regeln, die Sie beachten müssen. Sonst wirds vielleicht teuer.

Geht ein Arbeitgeber mit seinen Fragen zu weit, dann drohen ihm vor allem Schadensersatzforderungen. In zahlreichen Urteilen haben Arbeitsgerichte der Neugier Grenzen gesetzt. Das gilt nicht nur für Vorstellungsgespräche, sondern auch für Einstellungsfragebögen. Und darauf müssen Sie achten:

Wie weit dürfen berufliche Fragen gehen?

Nach Auffassung der Gerichte sind nur solche Fragen zulässig, an deren Antworten der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hat. Dieses Interesse bestehe nur, wenn die Antwort Rückschlüsse auf die Eignung des Bewerbers zulässt, etwa beim Thema Ausbildung und Karriere. Die Höhe des letzten Gehalts ist dagegen ein Grenzfall: Danach fragen darf der Arbeitgeber zum Beispiel, wenn der Kandidat bisher leistungsabhängig bezahlt wurde denn dann lässt die Antwort auf seine Eignung schließen.

Sind Gesundheitsthemen wirklich tabu?

Arbeitgeber müssen das Persönlichkeitsrecht des Bewerbers beachten. Fragen nach der Gesundheit sind nur ausnahmsweise zulässig, wenn die Krankheit die Eignung dauerhaft beeinträchtigen würde.

Wieso nicht nach einer Schwangerschaft fragen?

Bewerberinnen werden häufig nach einer Schwangerschaft gefragt. Das Bundesarbeitsgericht sieht in dieser Frage einen Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot des Paragrafen 611 a BGB, so dass der Arbeitgeber nach dieser Vorschrift schadensersatzpflichtig sein kann (BAG 06.02.2003 2 AZR 621/01). Genauso unzulässig sind indirekte Fragen, beispielsweise nach der Familienplanung.

Darf der Bewerber lügen ?

Auf unzulässige Fragen darf der Bewerber falsch antworten. Ein Arbeitgeber, der einen Bewerber einstellt und im Nachhinein erfährt, dass dieser auf unzulässige Fragen falsch geantwortet hat, kann den Arbeitsvertrag nicht wegen Täuschung anfechten.

Was muss der Bewerber von sich aus sagen?

Der Bewerbers muss seinerseits von sich aus Tatsachen offen legen, die für den Arbeitgeber nicht erkennbar sind und deren grundlegende Bedeutung für das Arbeitsverhältnis offenkundig ist, So muss zum Beispiel ein Bewerber offenbaren, dass er einem Wettbewerbsverbot unterliegt, weil dies unmittelbar Auswirkungen auf seine neue Tätigkeit hat.

Autor: Dr. Jochen A. Keilich

Der Autor ist Rechtsanwalt der

Kanzlei Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft in Berlin.

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Teure Diskriminierung

Stellenanzeigen müssen so formuliert werden, dass sie sich an Männer und Frauen richten. Wer bei Ausschreibungen ein Geschlecht diskriminiert, dem drohen Entschädigungs- forderungen.

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Was gilt bei Fragen nach Vorstrafen oder laufednen Verfahren?
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Darf der Arbeitgeber Bewerber nach Vorstrafen fragen?

Nicht jede Frage ist im Bewerbungsgespräch erlaubt. Gilt das auch für Vorstrafen und laufende Strafverfahren? Darüber entschied jetzt ein Gericht.

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