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Kautionsversicherung

Finanzieller Puffer für den Materialeinkauf

Knapp bei Kasse und kein Spielraum beim Lieferanten? Mit einer Bürgschaft vom Kautionsversicherer klappt es auch wieder mit dem Lieferantenkredit. Ganz ohne Hausbank. Und es funktioniert auch bei Bürgschaften für Gewährleistung und Vertragserfüllung.

von Jörg Wiebking

Ohne Lieferantenkredit geht im Betrieb von Melanie K. wenig (Name geändert). Doch immer dann, wenn die Handwerkerin einen größeren Auftrag an Land zieht, stößt sie an Grenzen: „Wir haben regelmäßig Aufträge, bei denen wir für 30.000 bis 40.000 Euro Material verbauen. Doch dafür reicht unser Limit bei den Lieferanten nicht, und bis die ersten Abschlagszahlungen eingehen, dauert es meist zu lange."

R+V sichert Einkäufe beim Lieferanten ab
Dass sie dennoch das benötigte Material einkaufen kann, verdankt Melanie K. der R+V-Versicherung. Die Unternehmerin hat dort eine Kautionsversicherung für Wareneinkäufe abgeschlossen, eine Bürgschaft vom Versicherer also.

„Bis zu einem Limit von 50.000 Euro bürgt die R+V jetzt für meine Einkäufe. Zusammen mit meinem eigenen Limit bei den Lieferanten reicht das aus, um alle neuen Aufträge abzudecken“

Lieferanten sind vorsichtiger geworden
Unternehmensberater Peter Gillhaus aus Varel hat die Police der R+V in den letzten zwei Jahren bereits einigen Mandaten empfohlen: „Viele Lieferanten sind sehr vorsichtig geworden. Die Bereitschaft, einen Lieferantenkredit einzuräumen, hat stark abgenommen.“

Da sich auch Banken mit neuen Krediten schwer tun, sei die Kautionsversicherung oft der einzige Ausweg. „Das funktioniert aber nur, solange die Bonität eines Betriebs gut ist“, betont Gillhaus.

Bürgschaften für alle Situationen
Für Warenlieferungen ist die R+V der einzige Anbieter von Kautionsversicherungen, berichtet Klaus Blumensaat, Versicherungsberater aus Mülheim an der Ruhr.

Darüber hinaus gebe es jedoch eine Reihe weiterer Versicherungen, welche die verschiedensten Risiken per Bürgschaft absichern. Absichern lassen sich so auch die häufigsten Risiken durch Gewährleistungsbürgschaften, Anzahlungsbürgschaften und Vertragserfüllungsbürgschaften. Nach Blumensaats Erfahrung sind diese Policen eine echte Alternative zur Bankbürgschaft:

  • Liquiditätsvorteil: „Bankbürgschaften werden auf die Kreditlinie eines Unternehmens angerechnet und verkleinern so den finanziellen Spielraum. Bei einer Kautionsversicherung ist das nicht der Fall.“
  • Kostenvorteil: Zudem sind Kautionsversicherungen oft günstiger als Bankbürgschaften. „Je nach Anbieter und Art des Risikos kann ein Handwerker im Vergleich zur Bankbürgschaft einige Tausend Euro sparen“, sagt Blumensaat.
  • Sicherheiten: „Im Vergleich zu Banken verlangen Kautionsversicherer meist weniger Sicherheiten“, berichtet der Experte. Kleinere Policen bis 100.000 Euro gebe es meist sogar ganz ohne Sicherheiten.
  • Bonität: Ohne Bonitätsprüfung geht zwar auch bei den Kautionsversicherern nichts, sagt Blumensaat. Doch bei kleineren Bürgschaften genügten meist wenige wirtschaftliche Daten und Auskünfte von Wirtschaftsauskunfteien. „Nur wenn es um Bürgschaftsrahmen von 500.000 Euro und mehr geht, müssen auch die Bilanzen auf den Tisch.“

Das alles bestätigt Melanie K.: „Wir mussten nur ein paar Angaben zu unserem Unternehmen machen: Umsatz, Überschuss, Einkauf und Forderungen - das war es schon.“ Sicherheiten verlangte die Versicherung für die 50.000-Euro-Bürgschaft nicht. „Das war alles ziemlich unkompliziert.“

Individuelle Konditionen erschweren Vergleich
Nicht ganz unkompliziert wird es allerdings beim Vergleich der Konditionen. „Einige Versicherer ermitteln die Jahresprämie für die Bürgschaft ganz individuell“ berichtet Versicherungsberater Blumensaat. „Das ist durchaus fair, erschwert aber den Vergleich.“

Wer einen Anhaltspunkt sucht, könne sich jedoch an den Daten der VHV und der Züricher orientieren. „Bei denen gibt es feste Bürgschaftsrahmen und Prämien - mit denen kann man ein individuelles Angebot vergleichen.“

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