Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Synposium

Finanzprobleme erschweren häufig die Nachfolge

Die Unternehmensnachfolge ist ein Thema von steigender Aktualität. Doch ein Mangel an geeigneten Interessenten, ungelöste Finanzierungsprobleme sowie die schwache Ertragskraft vieler Unternehmen erschweren die Nachfolge. Hilfstellung bietet ein Projekt des Thüringer Bildungswerkes.

Die Unternehmensnachfolge ist ein Thema von steigender Aktualität. Doch ein Mangel an geeigneten Interessenten, ungelöste Finanzierungsprobleme sowie die schwache Ertragskraft vieler Unternehmen erschweren die Nachfolge. Hilfstellung bietet ein Projekt des Thüringer Bildungswerkes.

Suche gestaltet sich schwierig

Aktuelle Studien des Institutes für Mittelstandsforschung haben ergeben, dass sich externe Nachfolgen in fast allen Belangen schwieriger als familieninterne Nachfolgen gestalten. Es gibt deutlich weniger externe Nachfolgen, die problemlos verlaufen, und Übergeber wie Nachfolger kämpfen mit einer größeren Anzahl verschiedenster Probleme. Bei den Übergebern ist die Suche nach dem richtigen Nachfolger das dominierende Thema. Bei externen Nachfolgern ist die Vorbereitung der Übernahme schwieriger, aber auch die Einarbeitung in die neue Aufgabe und die Zeit nach der Übernahme. Auch Nachfolgen mit Mitarbeitern sind problembehaftet. Familieninterne Nachfolger haben den Vorteil, dass sie langsam in die Verantwortung hineinwachsen können. In vielen Unternehmen gibt es eine gemeinsame Übergangszeit, in der die Führungsverantwortung gemeinsam getragen wird. Auch später steht der Senior als Ratgeber häufig noch zur Verfügung.

Problemquelle: Kapitalbedarf

Kapitalbedarf entsteht bei gut 75 % der Übernahmen, zumeist für den Kauf des Unternehmens und/oder Folgeinvestitionen. In 40 % entsteht der Kapitalbedarf (auch) ungeplant. Die Finanzierung ist das größte Problem der Nachfolger. Jeder zweite externe Nachfolger hat damit Schwierigkeiten. Ursachen sind mangelnde Eigenmittel, die Zugehörigkeit zu einer Problembranche, Planungsfehler und unerwarteter Kapitalbedarf sowie die Besicherung von Krediten. Finanzierungsprobleme treten häufig zusammen mit anderen Problemen vor und nach der Übernahme auf. Wenn das Unternehmen schon vor der Übernahme Verluste gemacht hat, dann hat auch der Nachfolger später sehr häufig Probleme mit der Finanzierung.

Schlechte Rentabilität

Das Umfeld für den Generationenwechsel wird schwieriger: Die Zahl externer Nachfolgen mit ihren spezifischen Problemen steigt, eine größere Anzahl von Unternehmen erwirtschaftet schon vor der anstehenden Übergabe keinen Gewinn und die Unternehmensfinanzierung wandelt sich grundlegend. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, die Übernahmefinanzierung und die Umstrukturierung nicht rentabler Unternehmen im Rahmen eines Nachfolgekonzeptes sind die großen Themen beim Generationenwechsel. Die Förderung muss darauf reagieren.

Veranstaltung: Chancen nutzen

Thüringen zeigt in der Frage Unternehmensnachfolge Problembewusstsein und hat frühzeitig ein Kooperationsnetz aufgebaut. Das Projekt Fit für die Unternehmensnachfolge wird seit Juni 2001 in Trägerschaft des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft e.V. realisiert und durch Mittel des TMWAI, des Europäischen Sozialfonds, durch das Arbeitsamt Erfurt und private Mittel finanziert.

Viele Unternehmer und potenzielle Nachfolger konnten nach Angaben des Bildungswerkes für das Thema Unternehmensnachfolge sensibilisiert und konkret unterstützt werden. Inzwischen werden knapp 30 Unternehmen und 140 potenzielle Nachfolger intensiv betreut. Zudem veranstaltet das Projekt in diesem Jahr ein Symposium zum Thema unter dem Motto Chancen nutzen und 30. April 2004 in Weimar.

Geplant sind unter anderem die Präsentation von Best-practise-Beispielen aus Thüringen und Fachforen zu Themen wie Unternehmenscheck und bewertung, Betriebsübernahme aus Sicht der Hausbank, rechtliche Rahmenbedingungen der Unternehmensnachfolge, Förder- und Kreditprogramme der Thüringer Aufbaubank und der Mittelstandsbank, Prozesse und Phasen der Unternehmensnachfolge.

Anmeldungen:

Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft, Außenstelle Weimar, Lisztstr. 4, 99423 Weimar, Tel. 03643-7482-30, Fax 03643-7482-50, Mail info@weimar.bwtw.de

entgegen.

Weitere Infos

www.unternehmensnachfolge.bwtw.de

Diese 10 Fehler sollten Sie vermeiden.
Foto: fotomek - stock.adobe.com

Nachfolger gesucht?

10 Fehler, wegen denen die Betriebsnachfolge platzt

Wird Ihre Betriebsnachfolge klappen – oder geht sie schief? handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer verrät die häufigsten Fehler – und was Sie dagegen tun können!

Die Betriebsnachfolge im Handwerk will gut geplant sein.
Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com

Strategie

Betriebsnachfolge: Wie Sie den Generationswechsel managen

Möchten Sie beim Generationswechsel die Nase vorn haben? Dann sollten Sie früh aktiv werden und dabei in vier Schritten vorgehen, rät ein Kammerexperte.

Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Umfrage

50.000 Betriebe ohne Nachfolgepläne

Für ein Viertel aller Handwerksbetriebe steht in den nächsten fünf Jahren die Übergabe an einen Nachfolger an. In 50.000 dieser Firmen gibt es noch keine konkreten Pläne, um die Nachfolge zu regeln. Diesen Betrieben droht schon heute Ärger: Der Zugang zu Krediten wird schwerer, denn Banken bewerten Nachfolgeprobleme als Risikofaktor.

Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Die häufigsten Fehler

Die häufigsten Fehler bei der Nachfolgeregelung

Eine schlecht vorbereitete Unternehmensnachfolge gefährdet die Existenz des Betriebes. Jede vierte Übergabe mündet nach Ansicht des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung in einer Unternehmenskrise.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.