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Liquiditätsengpässe

Firmentod auf Raten

Ohne Liquidität geht gar nichts. Doch in auftragsschwachen Zeiten drohen erhebliche Risiken: In den Büchern stecken viele kleine Fallen.

"In vielen Betrieben entstehen Liquiditätsengpässe schleichend", berichtet Unternehmensberater Peter Gillhaus aus Varel. Massive Rückschläge etwa durch große Zahlungsausfälle seien eher die Ausnahme. Eine der Hauptursachen: "Oft ist die Produktivität in Ordnung, doch die Privatentnahmen sind zu hoch." Doch das fällt ohne Kontrollen und Planung nicht auf.

Hinzu kommen jene Ausgaben, die eigentlich vorhersehbar wären.

Kredittilgung: Wer ein Darlehen aufnimmt, übersehe oft, dass die Rückzahlung die Liquidität in der Zukunft belastet. Besonders falle das bei öffentlichen Darlehen ins Gewicht, bei denen die Kapitaldienste in der Regel halbjährlich anfallen - dafür fehlen dann oft die Rücklagen. "Besonderer Augenmerk gilt hier Darlehen mit anfänglicher Tilgungsaussetzung, die dann in relativ kurzem Zeitraum mit hohen Tilgungsraten zurückgeführt werden müssen", berichtet Gillhaus.

Steuern: Kalt erwischen viele auch die Steuernach- und -vorauszahlungen. "Wenn man seine die Steuererklärung erst am letztmöglichen Termin abgibt, können da erhebliche Beträge zusammenkommen."

Zeitkonten: Bei guter Auslastung aufgebaute Überstunden müssen in auftragsschwachen Zeiten abgebaut werden. "Dann müssen Unternehmer Löhne zahlen, während ihnen die Aufträge fehlen." Ohne rechtzeitig gebildete Rücklagen sei das oft schwer.

Lieferantenkredite: Auch bei den Lieferanten schieben manche Betriebe ihre Verbindlichkeiten viel zu lange vor sich her. "Wer das Zahlungsziel immer ausreizt, bekommt bei der nächsten Auftragsflaute Probleme, weil dann die Einnahmen fehlen, um alte Verbindlichkeiten zu bezahlen."

Baustellenrisiken: Wer auf Abschläge und die Abrechnung halbfertiger Leistungen verzichtet, geht für seine Kunden erheblich in Vorleistung. "Das ist ein Risiko, das man monatlich bewerten sollte: Wie viel hat der Betrieb schon in den Auftrag gesteckt? Was lässt sich schon abrechnen? Hat der Kunde schon gezahlt? Besteht Handlungsbedarf, weil das Risiko zu groß wird?

Je größer das Finanzloch wird, desto drastischer sind die drohenden Konsequenzen - bis hin zur Insolvenz. Um solche Überraschungen zu vermeiden und Risiken zu minimieren, rät Gillhaus zu regelmäßigen Liquiditätskontrollen: Nur dann bleibe ausreichend Zeit, um noch gegenzusteuern. "Einmal in der Woche sollte sich ein Handwerker dafür schon Zeit nehmen."

(jw)

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