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Schlaflose Chefs

Fit im Betrieb trotz Schlafmangel!

Viele Chefs schlafen zu wenig und arbeiten zu viel. Gesund ist das nicht, und riskant für den Betrieb - aber manchmal lässt sich das einfach nicht ändern. 7 Tipps zeigen, wie Sie mit einfachen Maßnahmen den Schlafmangel ausgleichen!

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Wer zu wenig schläft, riskiert Fehler zu machen oder Unfälle zu verursachen. Außerdem macht Schlafmangel krank.
  • Gegen Schlafmangel hilft am besten schlafen. Holen Sie Schlaf am Wochenende nach!
  • Lüften Sie viel, aber achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitsräume nicht zu kalt werden. Und vermeiden Sie ermüdende Arbeit, wenn Sie schon müde sind.
  • Finger weg von künstlichen Wachmachern! Damit verschieben Sie das Problem nur.
  • Entspannungstechniken helfen, wenn Sie abends nicht abschalten können. Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für entsprechende Kurse.

Auf durchschnittlich sechs Stunden und zehn Minuten Schlaf kommen Chefs und Entscheider einer Umfrage der Zeitschrift Capital zufolge täglich. Das ist viel zu wenig, wie die Befragten selbst zugeben.

Welche Risikofaktoren es gibt

Risikofaktor Schlafmangel

Sieben bis neun Stunden Schlaf brauchen die meisten Erwachsenen, um sich körperlich und geistig zu erholen. Wer als Chef eines Handwerksbetriebs nicht genügend Schlaf bekommt, mus auf Dauer mit gravierenden Folgen rechnen:

Risiko Unfälle und Mängel

Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit nehmen durch Schlafmangel ab. Damit steigt die Gefahr, einen Fehler zu machen oder einen Unfall zu verursachen.

Risiko Fehlentscheidungen

Ebenso leidet die Fähigkeit, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. Erschöpfte Entscheider neigen bei Problemen eher zu undurchdachten „Schnellschüssen“ und geben in Konflikten eher nach.

Risiko sinkende Motivation und Produktivität:

Wer unkonzentriert und müde ist, wirkt demotivierend auf seine Mitarbeiter und neigt dazu, wichtig Informationen für einen Auftrag einfach zu vergessen, was leicht zu mehr Abstimmungsaufwand und doppelten Wegen führt.

Risiko Gesundheit

Verschiedene Studien belegen, dass chronischer Schlafmangel dumm, dick und herzkrank macht. Wer zu wenig schläft, neigt zu einer ungesünderen Ernährung. Zudem ist Schlaf wichtig, um neu Erlerntes zu verarbeiten und im Langzeitgedächtnis zu speichern.

Gegenstrategien gegen Schlafmangel

Die wichtigste Maßnahme, um den Risiken von Schlafmangel vorzubeugen, ist - natürlich – mehr Schlaf. Doch nicht jeder Chef kann sich das jederzeit leisten.

1. Schlaf nachholen

Holen Sie Schlaf nach, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, zum Beispiel am Wochenende. Ein sogenannter Erholungsschlaf kann ständigen Schlafmangel nicht vollständig ausgleichen. Dennoch belegen Studien, dass Erholungsschlaf einen teilweisen Ausgleich bringt. Vollständige Regeneration erzielen Sie erst durch mehrere Nächte ausgedehnten Schlafens.

2. Viel frische Luft

Sorgen Sie für möglichst viel frische Luft bei der Arbeit. Verbrauchte, trockene und zu warme Luft im Büro oder im Auto macht schneller müde.

3. Die richtige Raumtemperatur

Sie sollten allerdings auch darauf achten, dass der Raum und Ihr Körper beim Lüften nicht zu sehr auskühlen. Wenn Sie bei der Arbeit frieren, verspannt sich Ihr Körper und diese Anspannung kostet zunächst Kraft, ist also ermüdend. Hinzu können zusätzlich ermüdenden Spannungskopfschmerzen kommen.

4. Sorgen Sie für Abwechslung

Wer müde ist, ist oft weniger bereit, sich anzustrengen und für etwas zu begeistern. Stattdessen beschäftigen sich die Betroffenen länger mit vermeintlich nicht so anstrengenden Arbeiten - und brüten besonders lang über Angeboten, Rechnungen und anderen Büroaufgaben. Die Folge: deprimierte Gefühle und zunehmende Müdigkeit. Darum sollten Sie für Abwechslung bei der Arbeit sorgen, zum Beispiel durch einen Wechsel aus Büro- und Außenterminen. Wenn Sie unbedingt längere Zeit am Schreibtisch arbeiten müssen, sorgen Sie auch dort für Abwechslung, indem Sie öfter aufstehen, an die frische Luft gehen und sich bewegen.

5. Richtige Ernährung

Wer sich gesund ernährt, wird nicht so schnell müde. Wer schon müde ist, neigt jedoch dazu, unregelmäßig zu essen und sich mit besonders „wenig anstrengender“ Nahrung zu versorgen, also mit Fastfood, Schokoriegeln, belegten Brötchen. Besser: Sorgen Sie für drei regelmäßige, nicht zu üppige Mahlzeiten und für regelmäßige kleine Snacks wie Obst oder Nüsse zwischen jeder Mahlzeit. So versorgen Sie Ihren Körper ständig mit der die benötigten Energie zu, ohne ihn mit sporadischen und zu großen Mahlzeiten zu überfordern.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, verlassen Sie mittags das Büro für eine richtige Mahlzeit, statt sich Fertignahrung mit zur Arbeit zu nehmen.

Essen Sie viel frisches Obst. Vitamine sind ein natürlicher und gesunder Muntermacher und stärken Ihre Abwehrkräfte.

6. Mehr Bewegung

Sorgen Sie ausreichende und abwechslungsreiche Bewegung. Eine Runde am Morgen weckt die Lebensgeister und Sie sind geistig schneller bei der Sache, als wenn Sie noch müde im Betrieb erscheinen. Auch eine Runde Sport in der Mittagspause kann diesen Effekt auffrischen. Währen der Arbeit bieten sich kurze Dehn- und Streckübungen an.

Das gilt ganz besonders für Tage, an denen sie viele Stunden im Büro verbringen. Doch auch an Tagen auf der Baustelle sollten Sie zusätzliche Bewegung einplanen, da die körperliche Arbeit auf der Baustelle oft sehr einseitig und belastend ist. Und wenn Sie abends noch einmal ins Büro müssen, um den liegen gebliebenen Papierkram zu erledigen, vertreiben Sie vorher die Müdigkeit mit einer Runde Jogging oder Nordic Walking.

7. Mittagsschlaf

Ein Mittagsschlaf von 20 bis maximal 40 Minuten ist eine gute Möglichkeit, kurzfristig die Batterien wieder aufzuladen. Wer ständig unter Stress steht, für den ist es natürlich schwer, diese 20 Minuten einzuplanen. Doch falls Sie die Gelegenheit dazu haben, sollten Sie sie unbedingt nutzen!

Warnung vor Muntermachern

Natürlich können Sie auch versuchen, die Müdigkeit durch Kaffee oder Tee (Rotbusch, Grüner Tee) zu vertreiben. Das hilft allerdings immer nur kurzfristig und sollte nicht übertrieben werden. Wer kannenweise Kaffee in sich hinein schüttet, fühlt sich kurzfristig wacher. Doch diese Wachheit ist trügerisch, weil Sie sie von anderen Maßnahmen wie Bewegung und Abwechslung abhält

Mit Entspannungsübungen gegen Einschlafstörungen

Sie können öfter nicht einschlafen, weil Sie einfach nach Feierabend nicht abschalten können und noch im Bett gedanklich Probleme wälzen? In solchen Fällen können einfache Entspannungsübungen helfen wie

  • Autogenes Training
  • Yoga
  • Meditation
  • Progressive Muskelentspannung

Diese Techniken können Sie in Kursen erlernen. Viele Krankenkassen fördern zudem die Teilnahme an solche Kursen.

Vorsicht: Burnout-Gefahr!

Wenn Sie jedoch ständig 10 bis 12 Stunden arbeiten und keinen einzigen Tag richtig in den Schlaf kommen, weil sie nicht abschalten können, dann sind Sie auf dem besten Weg zu einem Burnout. Dann sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat suchen und einen Weg finden, Ihre Aufgaben und die Abläufe im Betrieb umzustrukturieren.

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