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Foto: handwerk.com

Nachbericht Nds. Unternehmerinnentag 2015

Frauen und ihre Erfolgsgeschichten

Frauen im Handwerk standen auf dem Niedersächsischen Unternehmerinnentag in diesem Jahr im Fokus. Mit ihren Erfolgsgeschichten wollen sie Vorbilder für den handwerklichen Nachwuchs sein. Und zeigen, was sie können.

Der Podiumstalk auf dem Niedersächsischen Unternehmerinnentag 2015: - Drei Unternehmerinnen (Brigitte Seefeld (2.v.l.), Susan Jäger (3.v.l.) und Annette Albinus (ganz rechts) berichteten aus der Realität im Handwerk. Mit dabei außerdem: Hildegard Sander, Geschäftstellenleiterin der Unternehmerfrauen im Handwerk und Dietmar Rokahr, Geschäfsführer der Handwerkskammer Hannover. Moderiert hat den Talk Martina Jahn, Redakteurin  handwerk.com / Norddeutsches Handwerk.
Drei Unternehmerinnen (Brigitte Seefeld (2.v.l.), Susan Jäger (3.v.l.) und Annette Albinus (ganz rechts) berichteten aus der Realität im Handwerk. Mit dabei außerdem: Hildegard Sander, Geschäftstellenleiterin der Unternehmerfrauen im Handwerk und Dietmar Rokahr, Geschäfsführer der Handwerkskammer Hannover. Moderiert hat den Talk Martina Jahn, Redakteurin handwerk.com / Norddeutsches Handwerk.
Foto: Hamacher

Ein Treffpunkt für selbstständige Frauen im Handwerk war der Niedersächsische Unternehmerinnentag. Über 70 Frauen waren der Einladung von Gründerinnen Consult ins Neue Rathaus von Hannover gefolgt. „Wie tickt das Handwerk? (Heraus-)Forderungen im Hier und Jetzt“ lautete der Titel des Podiumstalks am Vormittag.

Susan Jäger führt eine Möbelpolsterei und Autosattlerei in Hannover. Sie betonte, dass zu der Entscheidung für die Selbstständigkeit immer auch eine Portion Mut gehört. „Manchmal muss man es einfach machen“, sagte Jäger, die selbst mit schon 25 Jahren den Betrieb gekauft hat. Sie will Frauen ermutigen, mehr Risikobereitschaft zu zeigen. Denn ohne die funktioniere kein Handwerksbetrieb.

Eine Agentur für Handwerksbetriebe, die vorrangig von Frauen geführt werden, betreibt Annette Albinus in Hamburg. Die gelernte Tischlerin hat nach der Geburt ihres ersten Kindes als alleinerziehende Mutter keinen Weg ins Handwerk zurückgefunden. Stattdessen hat sie die Agentur „Perle“ gegründet. „Mein Netzwerk habe ich mir durch die Nachbetreuung aufgebaut“, sagte sie. Nach jedem Auftrag ruft sie Betrieb und Kunden an und berichtet an beide Seiten, wie es gelaufen ist. Die Chefinnen, mit denen sie zusammenarbeitet sind ihr dankbar für die Vermittlungs- und Kommunikationsleistung, die sie erbringt.

Hörgeräteakustikermeisterin Brigitte Seefeld aus Osnabrück erzählte den Unternehmerinnen von ihrer besonderen Auswahl der Mitarbeiter. Seit zwei Jahren beschäftigt sie nur noch Frauen und hat damit gute Erfahrungen gemacht. „Bevor ich jemanden einstelle, muss das menscheln“, sagte sie. Sie achte neben den fachlichen Kompetenzen auch auf weiche Faktoren, wie Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeit. Seefeld hat in der Vergangenheit davon profitiert, früh Verantwortung an das Team abzugeben. In ihren drei Geschäften arbeiten fünf Frauen.

Dietmar Rokahr von der Handwerkskammer Hannover war der einzige Mann auf dem Podium. Er versprach, dass sich die Kammer für mehr Unterstützung von Frauen einsetzen will – mit gezielter Beratung und Qualifizierung. Aber auch die Betriebe müssten verinnerlichen, dass Frauen im Handwerk ebenso willkommen sind, wie Männer.

Willkommen sind Chefinnen und Frauen im Handwerk auch bei den Unternehmerfrauen im Handwerk in Niedersachsen (UFH). Für sie machte sich Hildegard Sander stark und warb für das intensive Netzwerk des Verbandes.

Führungsaufgaben meistern, Marketingkonzepte erarbeiten und Mitarbeiter finden:
Beispiele aus der Praxis von diesem Tag lesen Sie auf der nächsten Seite.

"Handwerker können nicht alles alleine machen"
...rief Gabi Nikoleit den Teilnehmerinnen zu. Handwerksbetriebe könnten nicht alle Aufgaben selbst erledigen.
Foto: Annemarie Wulf

Gesundheitsmanagement, ein Faible für Betriebswirtschaft und ein gutes Gespür für Mitarbeiter: Das hat Gabi Nikoleit mit in den Betrieb gebracht.
Seit vier Jahren arbeitet die gelernte Betriebswirtin in der Zimmerei Diedrich mit. Wie sie seitdem neue Themen und Prozesse praktisch angeht und umsetzt, darüber hat die Unternehmerfrau auf dem Unternehmerinnentag berichtet.

Bedeutend für den Betrieb sei gewesen, sich ein Motto zu geben. „Modern traditionell“ heißt es in Rüdershausen. „Wichtig war uns, dass sich auch die Mitarbeiter dahinter versammeln“, berichtete Nikoleit. Ein Umdenken habe auch in anderen Bereichen stattgefunden: „Handwerksbetriebe können nicht alles allein machen“, betonte sie. Die Zimmerei habe sich eine Unternehmensberatung ins Haus geholt, um den Betrieb anders auszurichten.

Prozesse optimiert – Betrieb gestärkt
Silke Meiners‘ Geschäftsidee fußt auf ihren persönlichen Erfahrungen. Die Kosmetikerin will die Ursachen von Hautproblemen packen.

Zeit will sich die Unternehmerin in ihrem „Hautquartier“ in Bremen für jede Kundin und jeden Kunden nehmen. Ein individuelles Beratungsgespräch sei Voraussetzung für jede Behandlung.

Mit ihren vier Mitarbeitern setzt Silke Meiners auf natürliche Produkte und Nähe zum Kunden. „Unsere Prozesse sind genau dokumentiert“, berichtete sie. Das Prozesshandbuch hat sie gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen entwickelt und es wird ständig aktualisiert. Somit kann Meiners hohe Qualität bieten. Ihrem Team zahlt sie mittlerweile erfolgsabhängiges Gehalt. „Das kommt gut an“, sagte sie auf der Veranstaltung.

Mit Social Media Marketing Aufmerksamkeit erzeugen
Unternehmerin Heike Eberle präsentierte, wie Marketing im Handwerk mit Social Media funktioniert. Sie selbst führt einen Baubetrieb in Landau. Seit fünf Jahren hat sie einen Blog auf der Website etabliert. Betrieben, die sich im Online-Marketing besser aufstellen wollen, empfiehlt sie:

Eine mobil optimierte Website: Nur, wenn Handwerker auch im Internet auffindbar sind, können Kunden Kontakt aufnehmen. Mobil optimiert deshalb, weil Google solche Seiten im Suchmaschinenalgorhythmus bevorzugt.

Präsenz in Social Media Kanälen: Dabei sollten sich Betriebe auf einen oder zwei Kanäle, beispielsweise Facebook, beschränken. Dort können sie von Baustellen, aus dem Büro, über Mitarbeiter und Kunden berichten. Je mehr Emotionen die Beiträge, Bilder und Videos vermitteln, desto mehr Personen reagieren darauf.


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