Beide schauen mit Spannung auf die Ideen für die Neuausrichtung des Verbandes ab 2019.
Foto: Martina Jahn

Bundesverband Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH)

Frische Ideen: UFH wollen sich neu positionieren

Heidi Kluth und Margit Niedermaier haben die Unternehmerfrauen im Handwerk seit Jahren gemeinsam geführt. Bei der Bundestagung in Stuttgart haben sie nun eine neue Ära eingeleitet. Ein Rück- und Ausblick.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) haben ihren Vorstand personell umgebaut. Bundesvorsitzende bleibt Heidi Kluth. Pressesprecherin Margit Niedermaier gibt nach 4 Amtszeiten den Staffelstab weiter.
  • Im Gespräch mit handwerk.com betonen beide die Freude auf das, was für die kommenden Jahren geplant ist. Und geben einen ganz persönlichen Rückblick auf ihre bisherige Zeit bei den UFH.
  • Die neuen Gesichter im Vorstand sind die Pressesprecherin Heike Trapp aus dem Saarland und die Schriftführerin Beate Bliedtner aus Berlin.

Wenn Heidi Kluth von einer UFH-Veranstaltung nach Hause kommt, freut sie sich schon auf die nächste. So geht es auch vielen anderen Unternehmerfrauen im Handwerk: „Wir schaffen es immer wieder, die Frauen für unseren Verband zu begeistern und neuen Schwung mitzugeben“, sagt sie. Das erfülle sie mit Stolz und motiviere sie für ihre Arbeit im Bundesverband. Die vierte und letzte Amtszeit tritt Heidi Kluth nach der Wiederwahl auf dem diesjährigen Bundeskongress in Stuttgart an.

Vorschau auf 2019: Eine inhaltliche Neuausrichtung steht an

Auf die kommenden drei Jahre schaut sie mit Spannung. Denn es wird sich strategisch einiges ändern bei den UFH. „Wir wollen den Verband inhaltlich neu aufstellen – ohne dabei die Wurzeln zu kappen“, sagt die 64-Jährige. Wichtig sei ihr ein Mix aus jüngeren und erfahrenen Frauen, die den Verband bei der Neuausrichtung begleiten.

Die neue Generation von Frauen stehe bereit, sie hätten andere Vorstellungen und seien anders sozialisiert als viele ältere Mitglieder in den Arbeitskreisen, ist Kluth überzeugt. „Von diesen jungen Frauen wollen und müssen wir, die UFH, die Heimat werden“, sagt sie.

Deshalb werde ab 2019 eine Arbeitsgruppe am neuen Leitbild des Verbandes arbeiten. Erste Ansätze sollen bereits auf der Frauenfachtagung auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München präsentiert werden.

Wertschätzung den UFH gegenüber ist gestiegen

Dass Heidi Kluth in drei Jahren nicht mehr für den UFH-Bundesvorsitz kandidieren wird, hat sie auf dem diesjährigen Bundeskongress klargestellt. Jetzt gelte es, die Grundsteine für die künftige Arbeit zu legen.

Stolz ist die Bundesvorsitzende besonders darauf, dass die Wertschätzung und Anerkennung für Unternehmerfrauen im Handwerk in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Das jährliche Treffen beim Zentralverband des Handwerks (ZDH) in Berlin und die Frauenfachtagung auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) seien zu Institutionen geworden, die von den Unternehmerinnen und Gästen gleichermaßen hoch angesehen sind. „Die Frauen identifizieren sich damit, das ist wichtig für das Netzwerk und für den Zusammenhalt“, sagt Kluth.

Einen kleinen Wermutstropfen sieht sie dennoch: Den UFH fehlen die finanziellen und personellen Ressourcen, um noch mehr auf die Beine zu stellen. Denn der Einsatz bei den UFH sei für alle ein Ehrenamt. Und jede Frau habe zudem einen Betrieb und eine Familie, die ihre Aufmerksamkeit fordert. Das dürfe man bei allen ehrgeizigen Zielen nicht vergessen.

Niedermaier: „Mein Betrieb braucht mich jetzt.“

Pressesprecherin Margit Niedermaier hat nach vier Amtszeiten im Bundesvorstand nicht mehr für das Amt der Pressesprecherin kandidiert. „Für mich ist jetzt die Zeit, mich intensiv um den Betrieb zu kümmern. Denn in einigen Jahren steht die Übergabe an“, berichtet die Frau, die lange auch den UFH-Landesverband Bayern geleitet hat.

Vergangenes Jahr hat Niedermaiers Sohn seinen Meister gemacht und wird den Betrieb in einigen Jahren übernehmen. Doch bis dahin steht noch viel Arbeit an. „Ich möchte mich darauf konzentrieren, den Betrieb zukunftsfähig zu machen“, sagt Margit Niedermaier.

Besonders in Sachen Digitalisierung habe der Haustechnik-Betrieb Nachholbedarf. Schon länger beschäftigt sich die Unternehmerfrau mit der Cloud und der Frage, wie beispielsweise Kundendaten von dort aus für die Mitarbeiter auf der Baustelle mobil nutzbar gemacht werden können. Auch die Arbeitsabläufe im Betrieb will Niedermaier digitalisieren. Dafür brauche sie Zeit und Kraft. „Das geht nicht nebenbei“, betont die Unternehmerfrau.

Neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit

Auch der Verband habe in Sachen Digitalisierung dringend Bedarf, sagt Niedermaier. Social-Media-Aktivitäten sollen in nächster Zeit gestartet werden, um die neue Ausrichtung bekannt zu machen und neue Mitglieder zu werben. Moderne Kommunikationskanäle seien in der heutigen Zeit besonders wichtig, um die jüngeren Frauen anzusprechen.

Begleiten wird Niedermaier diesen Weg auf jeden Fall. „Ich stehe mit meinem Wissen und meiner Erfahrung gern zur Verfügung", betont sie. Ihrer Nachfolgerin wünscht sie viel Durchhaltevermögen und Kraft. Die Begeisterung für das Amt müsse sie nicht weitergeben, das bringe Heike Trapp auf jeden Fall mit. Das UFH-Netzwerk werde die Unternehmerfrau auch weiterhin nutzen. „Das ist neben dem Betrieb und meiner Familie ein fester Bestandteil in meinem Leben“, betont die scheidende Pressesprecherin.

Wahlen im UFH-Bundesvorstand: Pressesprecherin und Schriftführerin neu im Amt

Auf der Mitgliederversammlung haben die Delegierten Unternehmerfrauen den Bundesvorstand neu gewählt. Heidi Kluth bleibt als erste Vorsitzende im Amt, ebenso Doris Unger als ihre Stellvertreterin. Schriftführerin Birgit Fröhlich gibt ihr Amt ab an Beate Bliedtne aus dem Landesverband Berlin. Heike Trapp ist neue Pressesprecherin. Als Schatzmeisterin bleibt Gudrun Spottke dem Bundesvorstand erhalten.

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