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Frischer Wind für die Leichten

Frischer Wind für die Leichten

Die anfangs belächelten Mini-Transporter Citroen Berlingo und der baugleiche Peugeot Partner wurden rasch zum Verkaufserfolg, dem die Wettbewerber wenig entgegen zu setzen hatten. Zwischenzeitlich hat die Konkurrenz nachgezogen.

Die anfangs belächelten Mini-Transporter Citroen Berlingo und der baugleiche Peugeot Partner wurden rasch zum Verkaufserfolg, dem die Wettbewerber mit Fiat Fiorino, Ford Fiesta Courier, Opel Combo oder VW Caddy wenig entgegen zu setzen hatten. Die eigenwillige Karosserieform man mag sie oder man mag sie nicht traf auf keine ernsthafte Konkurrenz. Mit Ausnahme von Renault mit dem Kangoo konnte keiner der anderen Anbieter eine ähnlich aussehende und ähnlich nützliche Alternative offerieren.

Zwischenzeitlich hat die Konkurrenz nachgezogen. So will sich Fiat mit dem Doblò ein gutes Stück vom Marktanteilskuchen sichern, und auch Opel hofft mit dem Combo auf ein Stück vom Verkaufserfolg.

Allen Leicht-Transportern ist eines gemeinsam: Relativ viel Auto und viel Ladefläche für vergleichsweise kleines Geld. Das bieten die Modelle im Einzelnen.

Die Partner: Citroen Berlingo und renault Partner

Mit dem Berlingo brachte Citroen im Herbst 1996 einen Lieferwagen heraus, der sich zwischenzeitlich zu einem echten Renner entwickelt hat. Das Gemeinschafts-Produkt einer gemeinsam mit Peugeot vorgenommenen Entwicklung und Fertigung (das Parallel-Modell bei Peugeot rollt als "Partner" über deutsche Straßen) hat es bei den Lieferwagen zu mehr als einem Achtungserfolg gebracht.

Der Berlingo hat zweifellos eine Marktlücke gefunden. Er war der erste Wagen, der eine neue, zugleich günstige und nützliche Fahrzeugklasse etablierte und damit parallel eine Nische entdeckte und ausfüllte. Bis zum Erscheinen des Peugeot Partner standen der Berlingo und der Partner allein auf weiter Flur. Als Zwitter zwischen Pkw und Transporter hat der Berlingo eine Gattung neu erfunden, die bis dato lediglich aus Kastenaufbauten hinter Pkw-Fahrerhäusern bestand. Sein größtes Manko war über drei Jahre lang die fehlende Tür zur hinteren Sitzreihe, die bekam er erst 1999 verpasst.

Besonders interessant: Auf Basis des Berlingo gibt es auch einen Kleintransporter mit Elektromotor, den Berlingo Èlectrique. Er ist für den Kurzstreckenverkehr, besonders in Großstädten oder Kurorten, gedacht. Mit einem 27 kW/37 PS leistenden Motor bringt er es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h. Sein Innenraumvolumen liegt weiterhin bei rund drei Kubikmeter. Wegen des Zusatzgewichts der Akkus hat sich die Zuladung auf rund eine halbe Tonne verringert, bei allen anderen Berlingos liegt sie bei bis zu 800 Kilogramm.

Fächer im Boden fassen Kleinkram, dazu gibt es Flaschenhalter in den Türen und ein Ablagefach über dem Fahrerhaus. Außen Transporter, innen Pkw, mit einem Fahrwerk, das dem Citroen ZX entlehnt wurde und somit über gute Federung und Dämpfung verfügt. Der Berlingo ist ein idealer Partner für den Handwerksbetrieb. In der Stadt stört lediglich sein groß geratener Wendekreis. Und bei voluminösem Ladegut vielleicht auch seine rundliche Tonnenform, die das Beladen teilweise etwas beschwerlich macht.

Der Sparsame: Renault Kangoo Rapid

Als erstes Unternehmen reagierte Renault 1997 auf den Erfolg von Berlingo und Partner und zog mit dem Kangoo nach. Für den Einsatz im Handwerk bieten die Franzosen den vom Kangoo abgeleiteten Kangoo Rapid als kompakten (Länge 3.995 mm, Breite 1.663 mm) Leicht-Transporter an. Garanten für anständige Ladekapazitäten sind der Radstand von 2.600 mm und die Fahrzeughöhe von 1.827 mm. Für eine gute Beladbarkeit sorgt, auch in engen Parklücken, die seitliche Schiebetür.

Verschiedene Otto- und Dieselmotoren stehen antriebsseitig zur Wahl; darunter auch ein 1.5 dCi-Motor. Dieser bietet 48 kW/65 PS und einen besonders sparsamen Verbrauch von nur 5,5 Litern Diesel je 100 Kilometer Fahrstrecke.

Der Ladefreudige: Fiat Doblò Cargo

Große Ladekapazität bei kompakten Abmessungen sowie günstige Betriebskosten erwarten die Kunden vom Fiat Doblò, der gegen Aufpreis auch mit Hochdach zu haben ist. Er baut auf einer Nutzfahrzeug-Basis auf, bringt deshalb auch eine Starrachse hinten und eine hohe Nutzlast (bis zu rund 800 Kilogramm) mit. Seine Vorteile: große Hecktüren sowie eine breite Schiebetür und mit 1.200 mm eine üppige Breite zwischen den Radkästen. Dieses Maß sorgt dafür, dass in den Doblò zwei gängige Paletten quer hinein passen.

Mit 4,16 Metern ist der Kleintransporter von Fiat nicht länger als ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse. Fiat erschließt sich mit dem Doblò einen neuen Kundenkreis, der mit dem Vorgänger Fiat Fiorino nur bedingt angesprochen werden konnte. Neben Einzelhandel und Handwerk ist der Fiat Doblò Cargo, wie die Transporter-Version getauft wurde, ebenso wie seine Wettbewerber auch für Wartungs- und Servicebetriebe, und Fuhrparks interessant.

Und die Kunden freut es, dass sich der Doblò Cargo je nach Einsatzbereich individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden zuschneidern lässt. Möglich macht das ein umfangreiches Zubehörangebot, das unter anderem Dachgepäckträger, Laderaumwanne, Türrampe, Innenwandverkleidungen, Schutz des Laderaumbodens und Fensterschutzgitter enthält. Dazu werden von Zulieferern noch spezielle Modulsystem (Regale u.ä.) angeboten.

Der Jüngste: Opel Combo

Wenig aufregend designt ist der jüngste im Bunde der Leicht-Transporter, der Opel Combo. Er sieht ein bisschen aus wie ein aufgeblasener Corsa. Doch bietet er mehr Ladevolumen: bis zu 3.200 Liter, dazu eine Zuladung mit bis zu 810 Kilogramm.

Technisch basiert der Kompakt-Transporter weitgehend auf der dritten Corsa-Generation. Für den Antrieb sorgen drei Motorisierungen von 48 kW/65 PS bis 64 kW/87 PS. Mit insgesamt drei Grundmodellen soll das Combo-Programm die unterschiedlichen Transportbedürfnisse der Kunden abdecken: Da wäre zum ersten der zweisitzige Combo Kastenwagen, der neben der Einstiegsausführung auch in der gehobenen Ausstattung "Comfort" erhältlich ist. Dazu kommt die Pkw-Variante Combo Combi mit fünf Sitzen. Im Herbst dieses Jahres soll dann der stärker freizeit- und familienorientierte Fünfsitzer Combo Tour auf den Markt kommen.

Komfort-Features wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder Zentralverriegelung sowie ein umfangreiches Angebot an Infotainment-Systemen unter anderem hochwertige Navigations-Audio-Kombinationen erlauben es, alle Combo-Varianten individuell auszurüsten.

Gegenüber seinem Vorgänger hat der Combo mit einer Außenlänge von 4.323 Millimetern um 93 Millimeter zugelegt, der Radstand stieg um 236 auf 2.716 Millimeter. Die Ladefläche hat eine Länge von 1,78 und eine Breite von 1,38 Metern. Auf Wunsch lässt sich zudem die Lehne des Beifahrersitzes auf die Sitzfläche klappen. Die ebene Ladefläche ist auf dieser Seite dann bis zu 2,70 Meter lang.

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