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Kooperation

Gemeinsam ans Werk

Zehn kooperierende Firmen bieten ihren Kunden ein "Rundum-Sorglos-Paket" für den Innenausbau an. Sie planen und kommunizieren dabei über das Internet.

Zehn kooperierende Firmen bieten ihren Kunden ein "Rundum-Sorglos-Paket" für den Innenausbau an. Sie planen und kommunizieren dabei über das Internet.

Sie kannten sich seit Jahren, arbeiteten lose zusammen, wenn sich ein gemeinsamer Auftrag ergab: Für sechs Handwerksbetriebe aus dem Freiburger Raum war Kooperation kein Fremdwort mehr, als sie sich 2001 dazu entschieden, ihre Zusammenarbeit professioneller zu gestalten und dabei auch die Möglichkeiten des Internets zu nutzen. Das taten sie im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Hilfe von Wissenschaftlern und Kammerexperten (siehe "Modell für vernetztes Arbeiten").

Mittlerweile haben sich unter dem Dach der neu gegründeten Gewerk GmbH zehn Betriebe unterschiedlicher Gewerke zusammengefunden: Ein Kälteanlagenbauer, ein Stuckateur, ein Elektrobetrieb, eine Schreinerei, ein Fliesenleger, eine Zimmerei, ein Malerbetrieb, ein Raumausstatter, ein SHK-Betrieb mit Blechnerei und ein Kachelofenbauer. "Wir bieten unseren Kunden eine Rund-um-Betreuung aus einer Hand an", sagt die Geschäftsstellenleiterin der GmbH, Susanne Bührer.

Die Dienstleistungen der Kooperation reichen von der Beratung über die Betreuung bis hin zur Planung von Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten. Zu den Kunden der Gewerk GmbH zählen Bührer zufolge neben privaten auch gewerbliche Auftraggeber, darunter vor allem Arztpraxen. "Wir möchten insbesondere Menschen mit wenig Zeit ansprechen, bei denen die Arbeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein sollen." Um diese Zielgruppe zufriedenzustellen, gibt die Geschäftsstelle eine Termin- und Festpreisgarantie.

Koordination per Internet

Auf Anfrage des Kunden erstellt Susanne Bührer ein Angebot für alle an dem Vorhaben beteiligten Gewerke. Bekommt die Gewerk GmbH den Zuschlag, so hat der Kunde auch mit der Koordination der Arbeitsabläufe nichts zu tun. Die Abstimmung der Betriebe untereinander erfolgt im wesentlichen über ein Programm zur Termin- und Projektplanung, das die Freiburger Softwarefirma Gut GmbH für das Kooperationsprojekt entwickelt hat. Die Software läuft auf einem Webserver, jeder Teilnehmer kann unabhängig von Ort und Zeit darauf zugreifen. Einzige Voraussetzung: Ein PC mit Internetanschluss und eine passwortgeschützte Berechtigung zur Teilnahme.

"Vorher hatte eine Firma bei uns die Koordinationsaufgaben zentral über Fax oder Telefon übernommen, was mit großem Zeitaufwand verbunden war", schreibt Elektromeister und Kooperationspartner Rolf Fehrenbach im Projektbericht. Mit der Software-Lösung können die Betriebe nun wesentlich schneller und reibungsloser planen: Im zentralen Terminkalender trägt Susanne Bührer die Zeiten für die einzelnen Gewerke ein.

Die Betriebe können die Termine dann per SMS und E-Mail ablehnen oder bestätigen. Im Modul "Projekte" wird der zeitliche Ablauf eines jeden Projektes dargestellt. Anhand des Planes können die Firmen genau sehen, wann sie mit welchen Arbeiten "dran" sind. Die für den Auftrag relevanten Unterlagen finden sie im elektronischen Archiv.

"Durch diese gemeinsame Kommunikationsplattform haben alle Partner jederzeit den gleichen Wissensstand", hebt Susanne Bührer hervor. Mit dem Erfolg des neuen Geschäftsmodells ist die Koordinatorin zufrieden: Im vergangenen Jahr konnte die Gewerk GmbH rund 140 Auträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 320.000 Euro akquirieren. "Und wir werden weiter wachsen", sagt sie zuversichtlich.

Modell für vernetztes Arbeiten

Das Pilotprojekt "Gewerk - Gemeinschaft im Handwerk" lief von Mai 2001 bis Dezember 2003 und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Beteiligt waren zehn Handwerksunternehmen aus Freiburg und Umgebung, das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe und die Handwerkskammer Freiburg. Gemeinsam entwickelten sie ein innovatives Geschäftsmodell für regionale, gewerkeübergreifende Handwerkskooperationen, die sämtliche Leistungen ihrer Mitglieder aus einer Hand anbieten wollen.

Die Partner sind über das Internet miteinander vernetzt und stimmen mit Hilfe einer neuen Software zur Termin- und Projektplanung ihre Arbeitsschritte aufeinander ab. Wer sich für das Kooperationsmodell interessiert, kann im Internet auf den detaillierten Stufenplan zugreifen.

Weitere Informationen: www.gewerk.de

Astrid Funck

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