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Riskant

Geschäftsführer mit Gesellengehalt

Angestellte ausgliedern, Personalkosten verringern, Unternehmerrisiko minimieren: Die eigenen Leute in die Scheinselbstständigkeit zu schicken, ist auch für Arbeitgeber des Handwerks eine Verlockung. Wie lautstark der Schuss nach hinten losgehen kann, zeigen zwei aktuelle Fälle.

Fall 1: Weil er Arbeitsentgelte "veruntreut und vorenthalten" hat, ist der Inhaber einer Bäckerei vom Amtsgericht Tauberbischofsheim zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Der Lebensmittelhandwerker soll zwischen 2005 und 2010 drei scheinselbstständige Fahrer und eine scheinselbstständige Verkäuferin in seinem Betrieb beschäftigt haben. Ohne die fälligen Beiträge an die Sozialversicherung in Höhe von rund 42.000 Euro abzuführen, versteht sich.

Die Mitarbeiter hatten sich beim Gewerbeamt angemeldet. Eine Überprüfung durch den Zoll ergab allerdings, dass sich ihre Arbeit nicht von den Aufgaben anderer Angestellter unterschied. Die vier waren in den Betrieb des Bäckers wie "ganz normale Arbeiter eingegliedert".

Warum ein Bauunternehmer mehr als drei Jahre ins Gefängnis wandert, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Haftstrafe drei Jahre und drei Monate
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