Stephan Wöhltjen, Andrea Thronicke-Stwerka und Jörg Ewald.
Foto: Hauke Mueller, Leupold, Gille, Montage: handwerk.com

Politik und Gesellschaft

Goldener Bulli 2018: So engagieren sich Handwerker

Soziales Engagement ist vielfältig wie das Handwerk selbst. Drei Teilnehmer der Aktion Goldener Bulli verraten wie sie Gutes tun und warum sie das machen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Tischler Stephan Wöhltjen, Kosmetikerin Andrea Thronicke-Stwerka und Dachdecker Jörg Ewald engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weise für die Gesellschaft. Sie zeigen beispielhaft, dass Handwerker viel Gutes tun.
  • Mit ihrem Engagement haben sich die Handwerker auch für die Aktion Goldener Bulli 2018 beworben. Beim Goldenen Bulli werden Handwerksunternehmer für soziales Engagement geehrt.
  • 2018 haben sich mehrere Dutzend Handwerker mit großen und kleinen sozialen Projekten beworben. Der Gewinner wird am 7. Dezember bekannt gegeben.

Der Spielzeug-Tischler

Tischlermeister Stephan Wöhltjen ist Chef der Konzept Tischlerei Wöhltjen in Achim-Uphusen. Das ehrenamtliche Engagement des Betriebs lässt Kinderherzen höher schlagen. Mit diesem Engagement hat er sich für den Goldenen Bulli 2018 beworben.

Wie engagieren Sie sich? Wir haben ehrenamtlich Projekte für Kindergärten umgesetzt: Unsere Spielzeugmöbelkombinationen aus Kaufmannsladen, Kinderküche und Puppentheater sind bei vier Kindergärten im Dauereinsatz.

Warum engagieren Sie sich in diesem Bereich? Aus Liebe zu den Kindern. Ich habe bei meinen Kindern gesehen, wie viel Spaß sie daran haben. Unser Lohn sind die leuchtenden Kinderaugen, wenn sie den Kaufmannsladen das erste Mal erkunden. Ich finde, dass man in einer modernen Gesellschaft nicht immer nur erwarten darf, etwas zu bekommen. Es geht auch darum, etwas zurückzugeben.

Worauf sind Sie stolz? Mir gibt es einfach ein gutes Gefühl unentgeltlich etwas Soziales für die Kinder zu machen. Außerdem ist es ein schönes Gemeinschaftsprojekt. Jeder unserer Mitarbeiter hat zwischen Fertigung und Endlackierung an irgendeiner Stelle an den Spielzeugmöbeln mitgewirkt.

Krankenbesuche mit Kosmetiktasche

Kosmetikerin Andrea Thronicke-Stwerka ist Chefin der Kosmetikpraxis Thronicke in Hannover. Seit Jahren versucht sie Chemotherapie-Patienten mit ihrem Handwerk die schwere Zeit etwas leichter zu machen.

Wie engagieren Sie sich? Seit vielen Jahren engagiere ich mich unter anderem für Menschen, die an Krebs erkrankt sind. In einem Hildesheimer Krankenhaus bot ich Schminkkurse für Patientinnen, während der Chemotherapie. Heute mache ich das bei mir im Geschäft und versuche sie während einer kosmetischen Behandlung – speziell auf ihr Hautbedürfnis abgestimmt – ihre Erkrankung vergessen zu lassen und sich wieder einmal selbst, ohne Schmerzen zu spüren.

Warum engagieren Sie sich in diesem Bereich? Menschen, die die Diagnose Krebs bekommen, zieht es den Boden unter den Füßen weg. Arztbesuche, Biopsien, Krankenhaus, Angst und Schmerzen gehören für sie plötzlich zum Alltag. Und mit Beginn der Chemotherapie ist den Betroffenen die Krankheit auch noch äußerlich anzusehen. Besonders Frauen treten damit in eine Phase ein, die für sie extrem schrecklich ist: Die Haut wird hochkompliziert, die Wimpern und Augenbrauen fallen gegebenenfalls aus. Mit meinem Handwerk kann ich ihnen in dieser schweren Zeit zumindest ein bisschen helfen.

Worauf sind Sie stolz? Eine Krebspatientin durch die kosmetische Behandlung mal zwei Stunden alles vergessen zu lassen. Das ist ein sehr schönes Gefühl, denn die Frauen schöpfen daraus Kraft für die nächste Zeit.

Der Klimaschutz-Dachdecker

Jörg Ewald führt eine Dachdeckerei in Hannover. Beruflich hat er sich auf erneuerbare Energien und gute Luft spezialisiert. Das ist auch privat seine Leidenschaft.

Wie engagieren Sie sich? Ich leiste auf verschiedene Arten meinen Beitrag, den Artenreichtum zu erhalten, unsere Luft zu verbessern und so unsere Lebensqualität zu erhalten. Ich bin ehrenamtlich im Fachausschuss Umwelt- und Arbeitssicherheit beim Zentralverband des Dachdeckerhandwerks. Da habe ich zuletzt eine Arbeitsvorlage für die Kollegen geschrieben, wie man Artenschutz bei der Gebäudesanierung einhalten kann, indem man zum Beispiel neue Nistplätze schafft. Ich bin außerdem in acht Umweltverbänden Mitglied und spende, wenn beispielsweise der Solarförderverein, Nabu oder Greenpeace gerade eine gute Aktion machen. Seit 30 Jahren erstelle ich außerdem Dachbegrünungen auf eigenen Dächern und bei Kunden, fahre Elektrotransporter und bin mit meinem Unternehmen klimaneutral: Wir produzieren jährlich 24.000 Kilowattstunden Solarstrom.

Warum engagieren Sie sich in diesem Bereich? Ich habe einen Spleen: Ich kann nur nachhaltig denken.

Worauf sind Sie stolz? Dass ich mit dem BUND, der Stadt Hannover und vielen Kunden Dachbegrünungen ermöglichen konnte. Wir haben viel Wärmedämmung und Photovoltaik-Anlagen verbaut. Als Dachdecker kann man viel für den Klimaschutz tun – wenn man dem Kunden die Möglichkeiten zeigt.

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