Foto: goodluz - stock.adobe.com

WSI-Studie

Große Unterschiede bei Azubi-Vergütungen

Je nach Branche und Ausbildungsjahr weichen die tariflichen Ausbildungsvergütungen stark voneinander ab. Am besten verdienen Azubis im Bauhandwerk.

Von Anna-Maja Leupold

1580 Euro monatlich – so viel erhalten westdeutsche Azubis im Baugewerbe im vierten Lehrjahr. Damit bekommen sie einer Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zufolge deutschlandweit die höchste Ausbildungsvergütung. Das Forschungsinstitut hat die Ausbildungsvergütungen in 16 ausgewählten Tarifbranchen unter die Lupe genommen – darunter sind neben Lehrberufen in Handel und Industrie auch drei Handwerksberufe.

Im Bauhauptgewerbe, dem Gebäudereinigerhandwerk und dem Kfz-Handwerk gibt es demnach große regionale Unterschiede bei den Ausbildungsvergütungen. So starten Azubis im Bauhauptgewerbe mit einer Vergütung von 850 Euro monatlich, in Ostdeutschland erhalten sie 765 Euro. Im Laufe der Ausbildung steigt die Ausbildungsvergütung im Baugewerbe deutlich, aber auch die Differenz zwischen Ost und West nimmt zu. Im vierten Lehrjahr verdienen Azubis im Osten 1270 Euro, das sind 310 Euro weniger als ihre Kollegen im Westen bekommen.

Im Gebäudereinigerhandwerk liegt die Differenz bei der Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr bei 55 Euro. Azubis erhalten 700 Euro im Westen und 645 Euro im Osten. Im dritten Lehrjahr steigt die Ausbildungsvergütung schließlich auf 975 Euro im Westen und 905 Euro im Osten.

Schlusslicht der untersuchten Branchen bildet das Kfz-Handwerk in Thüringen. 710 Euro erhalten Azubis dort im dritten Lehrjahr, in Baden-Württemberg sind es hingegen 956 Euro monatlich.

Auch interessant:

Koalitionsvertrag

Mindestlohn für Azubis: Was das für Betriebe bedeuten könnte

Die Große Koalition will einen Mindestlohn für Auszubildende einführen. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, erste Forderungen liegen aber schon auf dem Tisch.

Mindestausbildungsvergütung

Azubi-Mindestlohn: Vielen Betrieben drohen höhere Kosten

Die Große Koalition will einen Mindestlohn für Azubis einführen, doch dessen Höhe ist bislang unbekannt. Dennoch hat ein Forschungsinstitut ausgerechnet, was auf Betriebe zukommen könnte.

Recht

Müssen Kunden für Azubis zahlen?

21 Euro für den Auszubildenden – das will die Kundin nicht zahlen. Er hat nur rumgestanden, sagt sie. Der Lehrling war eine echte Hilfe, sagt sein Chef Dirk Tetzlaff. Wer hat denn nun recht?

Personal

Lidl, lass die Finger von den Azubis!

Der Discounter Lidl lockt Haupt- und Realschüler mit bis zu 1000 Euro Ausbildungsvergütung - im Monat! Geld als Einstiegsdroge in einen trostlosen Beruf? Solche Löhne schaden den Jugendlichen und dem Handwerk, warnt handwerk.com-Autor Jörg Wiebking.