Sie besitzt kein Handy mehr und lebt nun ruhiger.
Foto: Privat

Erreichbarkeit hat Grenzen

Handwerksmeisterin: "Abends bleibt das Telefon aus"

Maike Rutkat geht bewusst in den Feierabend. Die Raumausstattermeisterin will sich nicht von den sozialen Medien ihren Lebensrhythmus diktieren lassen. Deshalb besitzt sie kein Handy mehr.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Handwerksmeisterin Maike Rutkat hat Schluss gemacht mit der ständigen Erreichbarkeit.
  • Nach Feierabend bleibt bei ihr das Telefon aus. Ihr Handy hat sie abgeschafft und lebt nun ruhiger.
  • Auch E-Mails bearbeitet sie nur noch während der Arbeitszeit. Das verschafft ihr einen bewussten und ruhigen Feierabend.

von Martina Jahn

Nach 18 Uhr bleibt bei Maike Rutkat das Telefon aus. „Ich bemühe mich, pünktlich Feierabend zu machen“, sagt sie. Das gelinge der Raumausstattermeisterin aus Aurich in Ostfriesland nicht immer. Aber wenn sie Kunden besucht oder arbeitet, lässt sie sich ungern stören. Eine richtige Einteilung der Arbeitszeit ist ihr wichtig – wie auch ein bewusster Feierabend, nach dem die Geschäfte ruhen.

Erreichbarkeit eingegrenzt - das Handy abgeschafft

Das war nicht immer so: „Vor einigen Jahren war ich schwer krank – unter anderem, weil ich zu viel gearbeitet habe. Das hat mich zum Umdenken bewogen“, sagt die Unternehmerin, die gemeinsam mit ihrem Mann den Betrieb führt. Ein Handy hat sie seitdem nicht mehr und vermisst es auch nicht. Was für sie mittlerweile Normalität ist, ist für viele Handwerksunternehmer nicht vorstellbar.

„Mein Mann hat ein Handy und das reicht für dienstliche Zwecke aus“, betont Rutkat. Er pflegt damit den Facebook-Auftritt des Betriebs, beantwortet Fragen von Kunden per Whatsapp – manchmal auch nach Feierabend. Maike Rutkat ist tagsüber im Betrieb telefonisch erreichbar und nutzt, wenn nötig, das Autotelefon. Eine Rufumleitung nach Hause gibt es nicht.

E-Mails beantworten: Nur während der Arbeitszeit

Es komme schon vor, dass sie zuhause am Computer ihre E-Mails nach Feierabend lese. Aber sie beantwortet Kundenanfragen erst am folgenden Tag. „Gleich morgens gebe ich Rückmeldungen und schreibe zurück“, betont Rutkat. Sie habe es selbst erlebt, wie E-Mail über E-Mail und Telefonat um Telefonat den Feierabend ins Unendliche gerückt habe.

Kunden des Raumausstatterbetriebs haben für die Erreichbarkeits-Vorgaben der Inhaber Verständnis: „Wir kommunizieren das ganz klar und halten uns daran“, sagt Rutkat. „Wir sind gerne Dienstleister – zur Arbeitszeit.“

Verbindlichkeit und Pünktlichkeit sind wichtige Faktoren

Auch ohne Handy und kurzfristige Nachrichten, legt Maike Rutkat großen Wert auf Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. „Wenn ich sage, dass ich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort bin, halte ich das auch“, sagt die Handwerksmeisterin. Das schätzten die Kunden an ihr.

Angebote überreicht die Unternehmerin übrigens am liebsten per Post und auf Papier. „Eine E-Mail ist mir zu unpersönlich und manchmal auch zu unübersichtlich. Der Empfänger muss sie auch nur ausdrucken“, sagt Rutkat. Für die Übersichtlichkeit ziehe sie den altbekannten Weg vor.

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