Wer sich auf dem Weg zur Arbeits mit dem handy ablenkt, riskiert den Versicherungsschutz.
Foto: mosab - stock.adobe.com

Urteil

Handy am Ohr – kein Wegeunfall

Viele telefonieren auf dem Weg zur Arbeit. Einer Arbeitnehmerin wurde das zum Verhängnis: Sie hatte einen Unfall und die Berufsgenossenschaft zahlt nicht.

Eigentlich sind Wege von und zur Arbeit über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. Wenn beispielsweise die wesentliche Ursache des Unfalls nichts mit dem Weg zur Arbeit zu tun hat, sondern eine private Handlung darstellt, muss die Berufsgenossenschaft nicht zahlen.

Der Fall: Eine 62-Jährige war zu Fuß auf dem Weg von der Arbeit nach Hause und telefonierte mit ihrem Handy. Daher übersah sie offenbar das rote Warnlicht eines unbeschrankten Bahnübergangs, wurde von der Bahn erfasst und schwer verletzt. Die Berufsgenossenschaft wollte den Unfall wegen des Telefonierens nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Die Frau klagte.

Das Urteil: Das Sozialgericht Frankfurt gab der Berufsgenossenschaft recht. Die Frau hatte zugegeben, während des Nachhausewegs telefoniert zu haben. Videomaterial und Zeugenaussagen hätten zudem belegt, dass die Frau ihr Handy an das der Bahn zugewandte Ohr gehalten habe. Der Unfall sei also wesentlich durch das Telefonieren verursacht worden und nicht durch die versicherte Tätigkeit, also den Weg zu Arbeit. Es handle sich deshalb auch nicht um einen Arbeitsunfall.

Sozialgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 18.10.2018, Aktenzeichen S 8 U 207/16

Auch interessant:

Wegeunfall: Kein Versicherungsschutz bei privaten Anliegen

Wer früher zur Arbeit aufbricht, um private Dinge zu erledigen, kann bei einem Unfall nicht auf den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zählen.
Artikel lesen >

Wegeunfälle: Beim Brötchenkauf nicht versichert

Ein Einkaufsstopp auf dem Arbeitsweg wurde zwei Beschäftigten zum Verhängnis: Sie stürzten kurz vor ihren Autos. Kein Wegeunfall, hat das Bundessozialgericht jeweils entschieden.
Artikel lesen >
18 Stuckateure schafften mit ihrem Stuckstab einen Eintrag in Guinness Buch der Rekorde.
Foto: Argus - stock.adobe.com

Panorama

Weltrekord: Stuckateure fertigen 105-Meter-Stuckstab

Azubis und Profis arbeiteten für einen Eintrag ins Guinness-Buch Hand in Hand. Handwerker wollten so auch für die Attraktivität der Bauberufe werben.

Laut einer Befragung der KfW-Bankengruppe planen 52,2 Prozent fest, in den kommenden 2 Jahren in Digitalisierung zu investieren.
Foto: opolja - stock.adobe.com

Unternehmensbefragung der KfW

Digitalisierung: Jeder zweite Betrieb plant Investitionen

Im Handwerk wollen viele Betriebe digitalisieren. Doch wofür planen sie, Geld auszugeben, und was sind die größten Hemmnisse? Eine Studie liefert Antworten.

Dann hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und schließen Sie keine Verträge am Telefon ab. Und achten Sie auf Hinweise, die deutlich machen, dass vielleicht ein Betrüger an der Strippe sein könnte.
Foto: olly - Fotolia.com

Marketing und Werbung

5 Tipps: Werbeanrufer erkennen und ihre Tricks gezielt nutzen

In der Flut der täglichen Anrufe ist es schwer, ernst gemeinte von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. So erkennen Sie lästige Anrufer und nutzen ihre Tricks.

Er will demnächst die Fahrzeuge mit GPS-Ortung ausstatten und eine digitale Zeiterfassung einführen.
Foto: Privat

Digitalisierung + IT

Serie: Genial digital! So nutzen Handwerker die Digitalisierung

Was sind die beliebtesten Handwerker-Apps, welche Social-Media-Strategie hat sich im Betrieb bewährt? Das verraten Handwerker in dieser Kurzinterview-Reihe.