Die Corona-Pandemie hat viele Betriebe in wirtschaftliche Schieflage gebracht. Hier soll das umfangreiche Konjunkturpaket der Bundesregierung helfen.
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ZDH zum Konjunkturpaket

Hilfen für Betriebe in Not

Die Corona-Krise trifft das Handwerk hart. Setzt das Konjunkturpaket die richtigen Impulse?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • ZDH-Umfrage zu Corona-Auswirkungen: 63 Prozent der befragten Handwerksbetriebe vermelden Umsatzeinbußen. Die Krise trifft Gewerke unterschiedlich.
  • ZDH zum Konjunkturpaket: Starke Impulse für Konsum, Investitionen, betriebliche Bildung
  • ZDH zur Liquiditätssicherung: Jeder dritte befragte Betrieb hat Liquiditätszuschüsse beantragt. Umso wichtiger sind die beschlossenen Überbrückungshilfen.

„Trotz aller Lockerungen bleibt die Lage für viele unserer Betriebe sehr ernst, auch wenn wir als Ergebnis unserer letzten Sonderumfrage zu den Corona-Auswirkungen eine leichte Entspannung erkennen können“, betont der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. Vielfach sei der Löwenanteil des Jahresgeschäfts verloren und könne im weiteren Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden. Zudem beklage nach wie vor ein Großteil der 2.270 befragten Betriebe Ausfälle und Stornierungen. Noch immer melden 63 Prozent Umsatzeinbußen (Vorbefragung: 68 Prozent).

„Richtige Schlüsse gezogen“

Umso mehr habe sich der ZDH für einen branchenübergreifenden und nachhaltigen Ansatz beim Konjunktur- und Zukunftspaket starkgemacht. „Die Koalition hat insgesamt die richtigen Schlüsse aus den aktuellen Erfordernissen gezogen“, lobt Schwannecke das 130 Milliarden schwere Programm. Die beschlossenen Maßnahmen hätten die Gesellschaft als Ganzes im Blick, gäben starke Impulse für privaten Konsum und betriebliche Investitionen und hätten auch die betriebliche Ausbildung einbezogen.

Zukunftsinvestitionen berücksichtigt

„Neben diesen schnell wirksamen und akut notwendigen Instrumenten enthält das Paket aber auch Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, wie etwa die Deckelung der Sozialbeiträge oder die verringerte EEG-Umlage. Und es sind Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung, Klimaschutz und Bildung berücksichtigt worden“, sagt Schwannecke. Im steuerlichen Bereich wäre aus Sicht des ZDH-Generalsekretärs allerdings deutlich mehr möglich gewesen.

Weniger neue Aufträge auch am Bau

Den Umfrageergebnissen zufolge sind die einzelnen Branchen sehr unterschiedlich betroffen. Nahezu Komplettausfälle beim Umsatz gibt es etwa in den Gesundheitshandwerken. Große Einbußen mussten auch die Kfz- und Lebensmittel-Gewerke hinnehmen, während die Elektrohandwerke nach eigener Auskunft besser als erwartet durch den Shutdown gekommen sind und zuversichtlich nach vorn blicken.

„Auch die Bau- und Ausbaubetriebe sind bislang von der Krise weniger als andere Bereiche betroffen“, sagt Schwannecke. Viele Bauunternehmen konnten ihren hohen Auftragsbestand abarbeiten. „Allerdings hören wir, dass jetzt nicht mehr ausreichend neue Aufträge hereinkommen oder sogar Aufträge storniert werden. Es ist zu befürchten, dass hier die Konjunkturdelle erst noch bevorsteht“, sagt der Generalsekretär. Deshalb beobachte der ZDH genau, ob sich eher gewerbliche Kunden zurückhalten, weil Produktionslinien durch unterbrochene Lieferketten nur langsam wieder anlaufen, ob bei Verbrauchern die Nachfrage niedrig bleibe oder aber im öffentlichen Sektor.