Entwurf eines smarten Tischs. Das Projekt Praktikapp soll soziale Interaktionen fördern.
Foto: Universität Siegen/Ubiquitous Design
Entwurf eines smarten Tischs. Das Projekt Praktikapp soll soziale Interaktionen fördern.

Holzhelden

Der Tisch wird smart, das Parkett elektrisch

Strom produzierendes Parkett, ein Tisch als digitales Endgerät?! Diese aktuellen Forschungsprojekte könnten Tischlerprodukte revolutionieren.

Der Tisch ist das soziale Herzstück in unseren Wohnungen. Hier isst man gemeinsam, unterhält sich, schaut sich in die Augen, vertieft zwischenmenschliche Beziehungen. So zumindest sieht der soziale Idealzustand aus. Dass auch Smartphones und Tablets den Tisch erobern und um die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Besitzer buhlen, dürfte zur Realität in vielen Wohn- und Esszimmern gehören.

Das Problem: So bleiben wichtige Details des direkten sozialen Miteinander, auf der Strecke, zum Beispiel Hinweise aus der Körpersprache. Die Köpfe hinter dem Forschungsprojekt der Praktikapp versuchen das zu ändern – und zwar nicht, indem sie alles Digitale vom Tisch verbannen, sondern im Gegenteil: Praktikapp soll den Tisch um digitale Interaktionsmöglichkeiten erweitern und ihn als gemeinsam genutztes Endgerät neu erfinden.

Mehr Projektdetails auf der Interzum

Aktuell arbeiten die Projektpartner an einem Prototyp. Auf dem Tisch sollen ähnlich wie auf einem Smartphone verschiedene Software-Applikationen laufen. Zusätzlich ist geplant, über intelligente Objekte mit dem Tisch kommunizieren zu können. Möglich sei zudem, den Tisch mit Sensoren, Motoren und Bildschirmen auszustatten, verrät der Verband der Deutschen Möbelindustrie, einer der Partner des Projekts. Zu den Beteiligten am Projekt zählen neben der Hochschule Düsseldorf und der Universität Siegen mehrere Industriepartner.

Details zum Entwicklungsstand des Projekts verrät das Team von Praktikapp am 7. Mai um 13.00 Uhr auf der Trend Stage der digitalen Möbelmesse Interzum@home.

Natürlich läuft ein digitaler Tisch nur, wenn seine smarten Funktionen auch mit Strom versorgt werden. Und dieser Strom könnte künftig ausgerechnet selbst aus Holz kommen! Schweizer Forscher  haben Holz jetzt in einen Mikro-Generator verwandelt. Der kann Elektrizität erzeugen, wenn man Kraft auf ihn ausübt. Denkbar wäre laut den Projektpartnern des Forschungsinstituts Empa und der Hochschule ETH Zürich, mit der Technologie einen Parkettboden herzustellen, der die Trittenergie seiner Nutzer in Strom umwandelt.

Strom aus Holz: So funktioniert es

Um den natürlichen piezoelektrischen Effekt von Holz zur Stromerzeugung nutzen zu können, muss es in ein leicht verformbares Material umgewandelt werden. Dazu wird nach Angaben der Forscher das Lignin – zum Beispiel von einem Pilz – aus der Struktur herausgelöst. Am Ende dieses „relativ einfachen“ Prozesses entstehe ein weißer Holzschwamm, der aus dünnen übereinanderliegenden Zelluloseschichten bestehe, die sich einfach zusammenpressen lassen und von selbst wieder ausdehnen.

Ein Testwürfel von 1,5 Zentimetern Seitenlänge habe sich erstaunlich stabil gezeigt. Der gab bei jedem Zusammendrücken eine Spannung von gut einem halben Volt ab. Das allein reiche bereits zum Betrieb eines Sensors. Würden 30 solcher Miniklötze mit dem Körpergewicht eines Erwachsenen belastet, ließe sich bereits ein LCD-Display zum Leuchten bringen

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