Kein Kabel ist im Weg: Die Hikoki M3612DA ist laut Hersteller die weltweit erste Akku-Oberfräse mit 12 Millimeter Spannzange.
Foto: Denny Gille
Kein Kabel ist im Weg: Die Hikoki M3612DA ist laut Hersteller die weltweit erste Akku-Oberfräse mit 12 Millimeter Spannzange.

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Fräsen ohne Kabel: Akku-Oberfräse M3612DA im Test

Die Hikoki Oberfräse M3612DA ist die erste ihrer Art, die sich von der Steckdose emanzipiert.  Das Team der Tischlerei Klebe hat getestet, wie gut sie sich in der Werkstatt und auf der Baustelle schlägt.

  • Weltneuheit Akku-Oberfräse: Laut Hersteller ist die Hikoki M3612DA die erste Akku-Oberfräse mit 12 Millimeter Spannzange.
  • Die Maschine bringt viele bekannte Funktionen moderner kabelgebundener Oberfräsen mit. Darunter Sanftanlauf, stufenlos regulierbare Drehzahl und präzise Tiefeneinstellung.
  • Die Tischlerei Klebe nutzte die Hikoki Oberfäse unter anderem bei einem Sanierungsprojekt. Technisch konnte Sie bei Tischlermeister Ralf Klebe punkten: „Sie ist stabil, vibrationsarm und liegt gut in der Hand.“

Präzises Fräsen auch auf abgelegenen Baustellen: nicht weniger verspricht die Hikoki Oberfäse M3612DA – die laut Hersteller weltweit erste Akku-Oberfräse mit 12 Millimeter Spannzange.

Wird die Weltneuheit der Japaner den Ansprüchen eines Tischlers an Handhabung und Qualität gerecht? Das Team der Tischlerei Klebe hat diese Frage für sich beantwortet. Der siebenköpfige Innungsbetrieb aus Hannover hat die Akku-Oberfräse in der Werkstatt und auf Baustellen getestet. „Wir haben ein gemischtes Fertigungsprogramm aus Fenstern, Türen und gehobenem Innenausbau“, berichtet Geschäftsführer Ralf Klebe. Die Arbeit für einen breiten Kundenkreis bringe es mit sich, dass das Unternehmen auch viele Reparaturen durchführt. „Gerade im Segment Reparaturen konnten wir die Akku-Oberfräse gut einsetzen“, sagt Klebe.

Die Hikoki M3612DA bringt bekannte Funktionen moderner kabelgebundener Oberfräsen mit, darunter etwa einen Sanftanlauf, eine stufenlos regulierbare Drehzahl, eine präzise Tiefeneinstellung und einen Staubsaugeranschluss über ein serienmäßig enthaltenes Staubabsaug-Adapter-Set. Die Akku-Oberfräse eignet sich für 8- und 12-Millimeter-Spannzangen ebenso wie für 6 Millimeter unter Nutzung der Reduzierhülse. Den bürstenlosen Motor speist ein 36-Volt-Akku.

Instandsetzungsarbeit mit der M3612DA

Die Tischlerei Klebe nutzte die Hikoki Oberfäse unter anderem bei einem Sanierungsprojekt an einem Balkon. Bei dem waren einige der Meranti-Bretter im Bereich der Befestigung angefault. „Die betroffenen Stellen der langen Bretter maßen nur wenige Zentimeter“, erklärt der Tischlermeister. Kein Grund also, sie komplett zu ersetzen. Stattdessen entschied sich das Unternehmen für eine gezielte Reparatur. „Dazu haben wir die faulen Stellen mit der Akku-Oberfräse und einem Gratfräser ausgefräst“, berichtet Klebe. Anschließend wurden Passstücke gefertigt, die in die Ausfräsung eingeschoben und mit ihr verleimt wurden.

„Die Ausfräsungen haben wir Tim Grimpe, unserem Auszubildenden im zweiten Lehrjahr anvertraut. Er hat mit der Maschine auf Anhieb gut arbeiten können“, erklärt Klebe. Auch technisch schneidet die Maschine in den Augen des Meisters gut ab: „Sie ist stabil, vibrationsarm und liegt gut in der Hand.“ Den Vergleich mit der betriebseigenen kabelgebundenen Oberfräse eines bekannten süddeutschen Herstellers müsse die M3612DA laut Klebe nicht scheuen: „Unser kabelgebundenes Modell ist ein bisschen kleiner und leichter. Aber es ist schon ein Vorteil, dass bei der Akku-Oberfräse kein Kabel im Weg ist.“

Präzise Führung, ergonomisch gebaut

Mögliche Bedenken durch einen veränderten Schwerpunkt – der große Akku der M3612DA sitzt oben auf dem Gerät – habe die Akku-Oberfräse schnell ausgeräumt. „Vielleicht ist die größere Kopflast ein kleiner Nachteil in ganz bestimmten Anwendungsfällen, aber in unseren Testeinsätzen haben wir dadurch keinen Nachteil festgestellt“, sagt Klebe. Mit den Griffen links und rechts an der Oberfräse lasse sich das Werkzeug präzise führen. Positiv fiel Ralf Klebe der gute Blick auf den zu fräsenden Bereich durch die Öffnung in der Grundplatte auf. Die habe allerdings auch einen Nachteil: Müssen Werkstücke mit geringer Auflagefläche bearbeitet werden, würde die Maschine leichter kippeln. Die Schablonenführung, die sich als Standardzubehörteil mit zwei Schrauben an der Maschine befestigen lässt, löst diesen Kritikpunkt nicht, da sie nicht versatzlos mit der Grundplatte abschließt. Eine weitere Einschränkung sieht Klebe in der Schablonenführung: „Mit ihrem geringen Durchmesser eignet sie sich nicht für größere Fräser, die wir zum Beispiel bei Fräsungen für Schließbleche einsetzen.“

Zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs hat der Hersteller zwei LEDs in der Maschine verbaut. „Die LEDs leuchten das Werkstück gut aus. Das ist gerade auf Baustellen hilfreich, wo meist keine perfekten Lichtbedingungen herrschen“, sagt Klebe. Auch die Tauchtiefe von bis zu 50 Millimeter konnte den Tischler überzeugen. Für eine Oberfräse im Akkubetrieb sieht der Meister einige Anwendungsfälle, in denen er sie einer kabelgebundenen Variante vorziehen würde. Nicht umsonst stellt der Betrieb die Werkzeuge seiner Monteure selbst nach und nach auf Akku-Maschinen um. „Das Arbeiten mit Akku-Geräten ist auf den Baustellen einfach angenehmer – und ein Kabel kann je nach Anwendungssituation schon deutlich stören“, sagt Klebe. Ihre Stärken könne die M3612DA etwa bei Modernisierungsarbeiten an Türen direkt beim Kunden ausspielen, wenn beispielsweise eine Nut im Türblatt für eine neue Bodendichtung eingefräst werden soll oder die Blockzarge eine größere Fräsung für ein Upgrade mit einem Sicherheitsschließblech braucht.

Für einen Nettopreis von 420 Euro ohne Akkus ist die Akku-Oberfräse zu haben. Ein Set Multivolt-Akkus (2,5 Ah bei 36 Volt) mit Ladegerät schlägt nochmal mit einem Nettopreis von 269 Euro zu buche. Günstig ist die Maschine damit vor allem für Betriebe, die die nötigen Akkus bereits besitzen. „Dann könnte die Maschine eine preisgünstige Alternative zu den bekannten Marken für den professionellen Einsatz sein“, sagt Klebe.

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