Gute Organisation schafft Raum neue Wege zu gehen. Fabian Koch (links) und Florian Schütz von den Schreinerwerkstätten Breuer-Koch haben ausprobiert, wie sich Aufgaben projektweise auslagern lassen.  
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Gute Organisation schafft Raum neue Wege zu gehen. Fabian Koch (links) und Florian Schütz von den Schreinerwerkstätten Breuer-Koch haben ausprobiert, wie sich Aufgaben projektweise auslagern lassen.  

Holzhelden

Konstruktion als Service: „Für uns war es eine neue Erfahrung“

Die Vorteile einer perfekten Arbeitsvorbereitung haben einen Preis: Zeit. Doch auch dafür gibt es eine Lösung. Gezielt abgeben, was gerade zu viel ist.

Auf einen Blick

  • Bei den Schreinerwerkstätten Breuer-Koch sorgt eine detaillierte Arbeitsvorbereitung für reibungslose Abläufe in der Produktion. Nachteil: Zeit, die so in der Produktion gespart wird, fehlt in der Vorbereitung.
  • Eine Lösung dafür hat das Unternehmen über eine Partnerschaft mit Pro-Plans ausprobiert: Für einzelne Projekte übernimmt der Dienstleister die Arbeitsvorbereitung auf Wunsch komplett. 
  • Der Vorteil liegt für Unternehmer Fabian Koch auf der Hand: „Wir können die Arbeitsvorbereitung für ein paar Projekte abgeben und sorgen so für einen größeren Projektdurchlauf und eine ausgelastete Werkstatt.“

Ob die Arbeit in der Werkstatt effizient fließt oder holprig und mühsam vorangeht entscheidet sich oft in der Arbeitsvorbereitung. Die Schreinerwerkstätten Breuer-Koch haben sich bewusst für eine sehr genaue Planung entschieden, damit die Mitarbeiter in der Werkstatt zuverlässig planbar und möglichst ohne Reibungsverluste arbeiten können. Dafür beschäftigt der 20-Köpfige Betrieb allein vier Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung, die die Projekte planen und Kunden betreuen.

„Wir erstellen sämtliche Konstruktions-Pläne, 3D-Zeichnungen und die Programme für die Maschinen selbst“, erklärt Fabian Koch, einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Auch die Beschläge sind im Normalfall bereits vorgegeben und mit Bohrungen und Ausfräsungen in der Konstruktion eingeplant. Digitale Arbeitsvorbereitung und Fertigung knüpfen dann nahtlos aneinander an: An der liegenden Plattensäge werden die Platten nach der softwareseitigen Zuschnittoptimierung zugeschnitten. Jedes so entstandene Bauteil erhält einen individuellen Aufkleber mit dem Auftrag, der Position, Bekantungsinformationen und QR-Code für die CNC-Maschine. Wird letzterer gescannt, lädt die CNC-Maschine automatisch das korrekte Bearbeitungsprogramm für das Bauteil.

Auch gute Vorbereitung hat einen Knackpunkt 

Beispiel aus der Arbeit der Schreinerwerkstätten. Dieses Projekt entstand komplett in Eigenleistung.  
Foto: Dittel Architekten GmbH
Beispiel aus der Arbeit der Schreinerwerkstätten. Dieses Projekt entstand komplett in Eigenleistung.  

„Weil unsere Mitarbeiter an den Maschinen sich weniger Gedanken um die Konstruktion machen müssen, können wir Aufträge in der Werkstatt deutlich schneller bedienen“, sagt Fabian Koch. Denn zeitraubende Überraschungen würden stark minimiert. Daraus resultiere auch eine große Termintreue, von der die Kunden des Unternehmens profitierten. Entscheidend sei das vor allem im Bereich Messebau. Aber auch andere Kunden wüssten die Pünktlichkeit der Rheinland-Pfälzer zu schätzen. „Wir haben zuletzt verstärkt Objekte für Privat- und Gewerbekunden nach Flutschäden gemacht und wir arbeiten für Schreinerkollegen, die auch ihre Zeitpläne einhalten müssen“, erklärt Koch.

Nur ein Knackpunkt kann aus der aufwändigen Vorbereitungsleistung resultieren: „Was wir an Zeit in der Fertigung sparen, fehlt uns manchmal in der Arbeitsvorbereitung“, sagt Koch. Aber auch dafür hat der Betrieb eine Lösung parat: über eine frisch geknüpfte Partnerschaft mit Pro-Plans. Das junge Unternehmen wurde von Tischlermeister Tobias Naumer gegründet und ist aktuell sechs Mitarbeiter stark. Die Nordrhein-Westfalen verstehen sich als Konstruktionsbüro und Digitalisierungshelfer. Eine Leistung des Unternehmens: Es übernimmt die komplette Konstruktionsplanung inklusive der Erstellung der Konstruktionszeichnungen in 2D und 3D, der Arbeitsvorbereitung und auf Wunsch die Abwicklung der Projekte.

Zeit sparen durch Kooperation

Foto: Pro-PlansKonstruktionsbeispiel Nischenschrank: Solche Ansichten kann ein Export der Konstrukteure bieten.
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Foto: Pro-PlansKonstruktionsbeispiel Nischenschrank: Solche Ansichten kann ein Export der Konstrukteure bieten.
Konstruktionsbeispiel Schubkasten (Ansicht ohne Frontblende): Auch die Stücklisten werden direkt mitgeliefert.
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Konstruktionsbeispiel Schubkasten (Ansicht ohne Frontblende): Auch die Stücklisten werden direkt mitgeliefert.
Geschwungener Tunnel für ein Museumprojekt: Auch solch ausgefallene Designs übernehmen die Pro-Plans-Konstrukteure.
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Geschwungener Tunnel für ein Museumprojekt: Auch solch ausgefallene Designs übernehmen die Pro-Plans-Konstrukteure.

Die Schreinerwerkstätten Breuer-Koch haben gerade ein erstes größeres Projekt mit Pro-Plans umgesetzt. Den Kontakt stellte der Tischlermeister Florian Schütz von Breuer-Koch her, der Tobias Naumer noch gut von der Meisterschule kennt. Die Verteilung der Aufgaben: Naumer und sein Team übernahmen die Projektplanung, Breuer-Koch die Fertigung. „Für uns war es eine neue Erfahrung, von außerhalb eine Planung zu bekommen und die in unser System einzufügen“, sagt Florian Schütz.

„Hätten wir die Arbeitsvorbereitung gemacht, wären es mindestens 40 Stunden gewesen. Die konnten wir locker auf 8 Stunden reduzieren“, erzählt der Meister. Das wichtigste in der Zusammenarbeit mit den externen Konstrukteuren sei die gute Kommunikation gewesen, gekoppelt mit der Bereitschaft, dass jede Seite ein Stück auf die Bedürfnisse der anderen eingeht. „Jeder Betrieb hat seine Eigenheiten, die eine Konstruktion bestimmen. Zum Beispiel die Art der Verbindungstechnik“, erklärt Schütz. Die Pro-Plans-Konstrukteure seien auf diese Details eingegangen. Am Ende wurden Breuer-Koch die digitalen Konstruktionspläne mit allen Einzelteilen inklusive Stückliste in so einer Form gegeben, dass sie ohne größere Anpassungen weiterverarbeitet werden konnten und die Mitarbeiter den Auftrag in der Werkstatt wie gewohnt abarbeiteten.

Konstruktion als Service: Die Basis muss stimmen

Können auch kleine Unternehmen von so einem Konstruktionsservice profitieren? Fabian Koch würde das nicht an der Mitarbeiterzahl festmachen, aber andere Bedingungen müssten erfüllt sein. „Wenn ich mir ein größeres Projekt konstruieren lasse und dann anfange 80 Platten manuell auf der Formatkreissäge zuzusägen, habe ich nichts gewonnen“, erklärt der Schreinermeister. „Man muss schon digital aufgestellt sein und einen passenden Maschinenpark mit einem gewissen Automatisierungsgrad haben“, erklärt Koch. Dann könnten auch kleine Betriebe so einen Service sinnvoll einsetzen.

Die Zusammenarbeit habe gezeigt, dass das Unternehmen die zeitintensive Konstruktionsentwicklung abgeben kann und damit Zeit spart. Fabian Koch sieht darin eine attraktive Lösung für Situationen, in denen die Aufträge die Kapazitäten der eigenen Konstruktionsabteilung überschreiten: „Wir können die Arbeitsvorbereitung für ein paar Projekte abgeben und sorgen so für einen größeren Projektdurchlauf und eine ausgelastete Werkstatt.“ Die so entstehende Luft hätte für den Unternehmer noch einen weiteren Vorteil: „Wir wollen unser Unternehmen, unsere Prozesse und Standards in der Fertigung kontinuierlich ausbauen und optimieren“, erklärt Koch. „Aktuell lässt das Tagesgeschäft für diese Aufgaben nicht so viel Luft, wie wir es uns wünschen würden.“

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