Blick in die Fertigung der Lisocore-Leichtbauplatte. 
Foto: Pyrus Panels
Blick in die Fertigung der Lisocore-Leichtbauplatte. 

Holzhelden

Leichtbauwerkstoffe: Wissen kompakt in einer Datenbank

Welche Leichtbauarten gibt es, was sind ihre Eigenschaften und wie werden sie korrekt verarbeitet? Antworten liefert eine kostenlose Datenbank.  

  • Gewicht mit Leichtbau einfach halbieren? Laut der Interessengemeinschaft Leichtbau (Igel) könnten Handwerker das im Möbel- und Innenausbau schon heute. 
  • Um eine schnelle Übersicht über aktuelle Leichtbaumaterialien und ihre Anwendung zu bekommen, hat der Igel eine umfangreiche Datenbank aufgebaut. 
  • Die Datenbank gibt Tipps für das richtige Handling und verweist je nach Material auch auf passende Werkzeuge und Verbinder,  um Verarbeitern den Einstieg mit den Materialien zu erleichtern. 

Wozu nur auf schwere OSB-Platten und ähnliches setzen? Laut der Interessengemeinschaft Leichtbau  (Igel) könnten Handwerksbetriebe im Möbel- und Innenausbau Gewicht und Ressourceneinsatz mit den aktuell verfügbaren Materialien auf Größenordnungen von knapp 400 bis gut 300 Kilogramm pro Kubikmeter halbieren. Eine Hürde sei, dass es in Betrieben noch Vorurteile gegen Leichtbauwerkstoffe gebe.

Igel-Geschäftsführer Peter Kettler führt diese Vorurteile auf schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück, die häufig aus Anwendungsfehlern entstanden seien, weil zu wenig über den richtigen Umgang mit den Materialien bekannt war. „Wer eine Platte mit Papierwabe beispielsweise auf der Druckbalkensäge zuschneidet und den hohen Druck beibehält, wird die Platte zerquetschen. Das bedeutet nicht, dass die Platte für ihre Zielanwendung ungeeignet wäre. Sie muss nur richtig verarbeitet werden.“ Die Interessengemeinschaft Leichtbau will Anwendungsfehler reduzieren, auch indem sie das zur Verarbeitung nötige Basiswissen transparent in einer Datenbank zusammengestellt hat.

Datenbank mit 40 Werkstoffen

Die Datenbank des Igel e.V. zählt aktuell über 40 verschiedene Plattenwerkstoffe und gut 30 spezialisierte Verbinder (Stand: Februar 2022). Je nach Platte werden sie montagefertig vorkonfektioniert ausgeliefert, sind als Halbzeuge zur Weiterverarbeitung im Handwerksbetrieb bestimmt oder können von den Betrieben sogar komplett selbst gefertigt werden. Diese Beispiele aus der Datenbank verdeutlichen das:

Beispiel aus der Igel-Datenbank: Die Lisocore-Platte lässt sich laut Igel mit normalen Geräten verarbeiten. 
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Beispiel aus der Igel-Datenbank: Die Lisocore-Platte lässt sich laut Igel mit normalen Geräten verarbeiten. 
Beispiel aus der Igel-Datenbank: Das Kettboard können Unternehmen auch mit eigener Fertigungslinie herstellen.   
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Beispiel aus der Igel-Datenbank: Das Kettboard können Unternehmen auch mit eigener Fertigungslinie herstellen.   
  • Halbzeuge aus Lisocore: „Das ist ein Hochleistungsleichtbauwerkstoff, der durch seine Wellenstruktur sehr stabil ist“, sagt Kettler. Die Platte werde zum Beispiel im Möbelbau eingesetzt und könne eine moderne Alternative zur Tischlerplatte sein. Verarbeitbar sei sie mit normalen Geräten von der Säge bis zur Kantenanleimmaschine.
  • Montagefertige Hexalight-Platte: Der Hersteller dieser Papierwabenkonstruktion fertigt Leichtbauplatten zum Beispiel vorkonfektioniert für Schiebetüren verschiedener Größen an. „Der Tischler hat die Wahl eines Halbzeugs oder er bekommt ein vorgefertigtes Produkt, wahlweise auch mit Dekor“, sagt Kettler.
  • Selbstgefertigtes Kettboard: Das Kettboard besteht aus Riegeln, die zwischen zwei Deckschichten geleimt werden. Zur Entwicklung gehört ein Anlagenkonzept mit dem Unternehmen das Board in eigener Fertigungslinie realisieren können. Das Board ist eine Eigenentwicklung des Leichtbauenthusiasten Peter Kettler.

Kompaktes Wissen zu jeder Platte

Hat sich dem Leichtbau verschrieben: Peter Kettler, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Leichtbau (Igel) e.V.
Foto: Kettler Consulting & Engineering
Hat sich dem Leichtbau verschrieben: Peter Kettler, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Leichtbau (Igel) e.V.

„Viele Werkstoffe gibt es für Handwerksbetriebe sowohl vorkonfektioniert als auch als Halbzeuge, die sie selbst zuschneiden und bekanten können“, sagt Kettler. Damit am Ende in jedem Fall ein haltbares Endprodukt entsteht, finden sich schon in der Datenbank des Igel Verarbeitungsempfehlungen zu Zuschnitt, Fräsen und Bekantungen.

Auch Empfehlungen für Werkzeuge und Verbinder sind enthalten. „Bei einer Rahmenkonstruktion kann ich in der Regel konventionelle Verbindungsmittel einsetzen“, sagt Kettler, „habe ich aber spezielle Innenlagen, muss ich häufig spezialisierte Verbindungstechnik verwenden.“ In der Datenbank werden auch Ansprechpartner aufgeführt, mit denen man den konkreten Anwendungsfall besprechen kann, erklärt der Igel-Geschäftsführer.

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