Foto: Babian Nockel

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Holzhelden

Zusammenarbeit mit Designer: Meister baut ausgefallene Möbel

Ein Produktdesigner im Team? Genau dafür entschied sich Tischlermeister Jan Korf. In seinem Betrieb entstehen so Möbel, die besonders sind.

Auf einen Blick:

  • Tischler Jan Korf brach sein Studium ab und gründete einen Betrieb 2004, um individuelle Möbel zu bauen. Seine Spezialität: runde, geschwungene Möbel.
  • Der Meister hat in seinem Team auch einen Produktdesigner. Der kümmert sich im 15-Mann-Betrieb ausschließlich um Design und Entwurf der Möbel.
  • In der Zusammenarbeit entstehen ausgefallene Arbeiten, wie zum Beispiel Badewannen aus Nussbaumholz oder auch mal ein 4,5 Meter langer Küchentresen, der nur von einem ein Meter breiten Sockel gehalten wird.

Erst die Tischlerlehre, dann Studium und diverse Praktika in der Möbelindustrie: Für Tischler Jan Korf war da schnell klar: „Coole Möbel bauen geht anders.“ Daher schmiss der Handwerker sein Studium, er wollte Möbel bauen und zwar individuell. 2004 gründete er deshalb den Betrieb woodendesign feine möbel in Hamburg. Mittlerweile hat der Meister 15 Mitarbeiter – darunter ist auch ein Produktdesigner.

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Spezialität des Betriebs: runde, geschwungene Möbel

Gemeinsam macht das Team das, was Korf in der Möbelindustrie nicht möglich war: ausgefallene Möbel bauen. „Eine Möbelserie oder einen Katalog gibt es bei uns nicht“, sagt der Firmenchef. „Wir fertigen Möbel ganz nach dem Wunsch der Kunden.“ Die Spezialität des Betriebs: runde, geschwungene Möbel, die besonders sind. So baut er beispielsweise Badewannen komplett aus Nussbaumholz oder Esstische aus hunderte Jahre alten Dielen.

Tischlermeister Korf ist deshalb überzeugt: „Wir machen jeden Tag das, weshalb 95 Prozent der Azubis Tischler werden wollen, nämlich tolle kreative Möbel bauen.“ Zum Beispiel Küchen, die es in Möbelhäusern nicht gibt.

Möbel mit den Kunden zusammen entwickeln: Von der Idee zum Entwurf

Kunden, die zu Jan Korf kommen, um ihn mit dem Bau einer Küche zu beauftragen, haben oft eine Tour durch diverse Einrichtungshäuser hinter sich. „Die meisten sind begeistert von den Möglichkeiten, trotzdem finden sie nicht, was sie suchen“, berichtet der Unternehmer. Das Problem: mal passen die Fronten nicht, mal ist es die Öffnungsvariante der Möbel, die anders sein soll.

Im Erstgespräch kann Korf den Kunden die angestaute Frustration meist schnell nehmen und ihnen zeigen, dass sich ihr Küchentraum doch realisieren lässt. Im Austausch mit den Kunden versucht er zunächst herauszufinden, was die Kunden wirklich wollen, welche Küchengeräte sie benötigen, welche Materialien in Frage kommen und was die Arbeit kosten darf.

Unterstützt wird der Firmenchef bei diesen Erstgesprächen oft vom Produktdesigner Eric Münchow. Nach ein bis zwei Stunden haben die beiden meist alle Infos zusammen, um einen ersten händischen Entwurf samt Kostenschätzung erstellen zu können. „Wenn wir den Zuschlag dann bekommen, machen wir den ersten Hausbesuch, um die Räumlichkeiten anzusehen und das Aufmaß zumachen“, schildert Korf das weitere Vorgehen.

Nach dem Zuschlag geht es an Detailplanung und Umsetzung

Zurück im Betrieb macht sich Tischlermeister Korf mit Produktdesigner Münchow an die technische Planung – natürlich komplett digital. „In der Zusammenarbeit entsteht tolles Design, das technisch umsetzbar ist“, berichtet der Firmenchef.

Mit dem Produktdesigner habe er jemanden, der sich ausschließlich mit Entwurf und Design befasse. „Das ist für jeden anderen Mitarbeiter in der Tischlerei undenkbar“, sagt Korf. In der Zusammenarbeit mit Münchow entstehen Arbeiten wie ein 4,5 Meter langen Küchentresen, der nur von einem ein Meter breiten Sockel gehalten wird. Dazu sagt der Meister: „Wir machen eben Dinge, die sich andere nicht trauen.“

Zehn bis zwölf Wochen nach dem Erstgespräch steht die fertige Küche laut Korf in der Regel bei den Kunden. Kostenpunkt? „Das kommt ganz auf den Auftrag an“, so der Unternehmer. Eine einfache Teeküche lasse sich für manchmal schon für 4.000 Euro realisieren. Bei ausgefalleneren Wünschen könnten aber bis zu 120.000 Euro für eine Küche fällig werden.

Von der Badewanne aus Holz bis zur Bank auf einem Bein

Doch nicht nur maßgefertigte Küchen können Kunden bei Jan Korf ordern. „Wir bauen alles an Möbeln, was nicht kantig und 0815 ist“, sagt der Tischlermeister. Damit bedient der Betrieb ebenso Privatkunden wie Geschäftskunden, die meisten von ihnen kommen aus Hamburg und Umgebung.

Unternehmen beauftragen die Tischlerei laut Korf vor allem mit der Gestaltung repräsentativer Geschäftsräume, wie etwa dem Chefbüro oder dem Empfang. Bei Privatkunden seien auch Möbel für Schlafzimmer, Badezimmer und Esszimmer gefragt.

Doch so unterschiedlich die Arbeiten auch sind, eines haben sie gemeinsam: Jedes Möbel ist ein Unikat. Manche der Kundenaufträge sind bei Korf in besonderer Erinnerung geblieben – so auch an eine Gartenbank, die lediglich aus Sitzfläche sowie Rückenlehne besteht. „Das war echt eine technische Herausforderung, weil die Konstruktion allein durch Überspannung zusammengehalten wird“, sagt Korf. Auf Anhieb sei das nicht gelungen, doch als es funktionierte, sei ihm ein Stein vom Herzen gefallen.

Bei der Arbeit kommen immer wieder Ideen für neue Projekte, sagt der Tischlermeister. Eine davon ist ein Holzhaus zu entwerfen und es mit kompletter Inneneinrichtung auszustatten, damit alles aus einem Guss ist. Ob er das Projekt umsetzen wird, weiß er noch nicht: „Das kommt auf den Markt an. Aber ich konnte schon viele Ideen, die ich im Kopf hatte, später mit einem Kunden umsetzen.“

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