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Foto: Anette Hammer
Gibt das Amt als UFH-Bundesvorsitzende Mitte Oktober 2021 nach drei Amtszeiten ab: Heidi Kluth.

Heidi Kluth im Interview

„Hürden für Frauen im Handwerk verringert“ 

Dass die Anerkennung und Wertschätzung für Frauen im Handwerk gestiegen ist, freut Heidi Kluth. Nach drei Amtszeiten als UFH-Bundesvorsitzende gibt sie das Amt ab.

  • Die Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk, Heidi Kluth, zieht Bilanz nach 12 Jahren im Amt.
  • Die Hürden für Frauen im Handwerk immer wieder abzubauen und zu betonen, dass Frauen im Handwerk keine Ausnahme und auch nicht nur die „gute Seele“ in den Betrieben sind, dafür hat sie sich eingesetzt.
  • Sie hofft, dass der Verband sich künftig noch stärker nach außen präsentiert und die jungen Frauen für seine Arbeit gewinnen kann.

Auf dem diesjährigen UFH-Bundeskongress in Hannover wird eine neue Bundesvorsitzende gewählt. Nach drei Amtszeiten sagt Heidi Kluth: „Alles hat seine Zeit“ und tritt nicht mehr zur Wahl an. Zeit für ein kleines Fazit:

Was waren die größten Meilensteine in Ihrer 12-jährigen Amtszeit als Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk?

Heidi Kluth: Die Anerkennung und Wertschätzung in den Handwerksorganisationen gegenüber den Unternehmerfrauen im Handwerk ist enorm gestiegen. Das war harte Arbeit und darauf bin ich stolz. Aber es war nicht allein mein Verdienst und deshalb bin ich dankbar, dass ich so viele Mitstreiterinnen auf diesem Weg hatte, der nicht immer leicht war.

In Erinnerung sind mir auch einige unserer Projekte geblieben, mit denen wir viel Aufmerksamkeit erzeugt haben. Ich denke da beispielsweise an das Kindergartenprojekt, in dem wir Handwerksberufe in Kitas vorgestellt haben. Oder an das Vokabelheft für Geflüchtete, das großen Zuspruch erfahren hat und noch immer bestellt wird. Das neueste Projekt „Mädchen im Handwerk“ startet jetzt und ich bin gespannt, wie es sich im Laufe der Zeit entwickeln wird. Mit unseren Projekten haben wir inhaltlich viel bewirkt.

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Was hat Sie am meisten gefordert?

Kluth: Was mich eher beflügelt hat als gefordert, ist einen Verband zu formen, der einen gemeinsamen Auftritt hat. Herausfordernd war es dennoch, immer wieder zu betonen und zu zeigen, dass die Unternehmerfrauen im Handwerk eben nicht „die gute Seele des Betriebs“ sind oder „den Männern den Rücken freihalten“. Es war eine wichtige Aufgabe, von diesem Klischee und diesen Formulierungen wegzukommen. Wir haben uns nach und nach die Wertschätzung und Anerkennung eingefordert, die wir verdienen. Dabei betonen wir immer wieder, dass wir gleichberechtigte Partner sind und in den Betrieben die Führung übernehmen oder aktiv mit gestalten.

In den letzten Jahren wurde es immer wichtiger, digitaler zu werden. Die neue Website habe ich mit auf den Weg gebracht. Sicher sind auf dem Weg bis dorthin auch Fehler passiert. Aber aus denen habe ich und haben wir gelernt. Der Auftritt ist wichtig, vor allem auch, weil sich jeder im Internet informiert. Ein guter Auftritt und eine klare Sprache bleiben in Erinnerung.

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Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Kluth: Ich habe ja noch ein anderes Ehrenamt im Handwerk, das ich auf jeden Fall zu Ende führen werde und in unserem Familienbetrieb bin ich noch aktiv. Ich bleibe dem Handwerk und den Unternehmerfrauen noch eine Weile erhalten.

Dennoch freue ich mich auf mehr Zeit für meine persönlichen Interessen. Ich kann nach langer Zeit als Bundesvorsitzende gut loslassen und Platz machen für neue Ideen und Impulse. Ich sage immer „alles hat seine Zeit“: Ich habe viele Jahre die Herausforderungen angenommen und den Verband mit geprägt. Doch die Bedürfnisse und Herausforderungen der jüngeren Frauen sind anders als noch vor einigen Jahren. Deshalb wird es immer wichtiger, sie auch gezielt mit geeigneten Kommunikationsmitteln und Marketingmaßnahmen anzusprechen.

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