Foto: © I SEE Electric Trucks GmbH


I SEE rüstet Opels Nutzfahrzeuge um

Jetzt wird der Blitz erst richtig elektrisch

Das Unternehmen "I See Electric Trucks" hat sich mit dem e-Vivaro und e-Movano viel vorgenommen. Eine erste Testfahrt – kann "I See" sein Versprechen halten?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen, das ist das Geschäftsmodell von „I See Electric Trucks“. Als Erstes hat sich das Unternehmen den Vivaro und den Movano von Opel vorgenommen.
  • Der Clou: Die Fahrzeuge lassen sich sowohl bei Leistung als auch bei Reichweite individualisieren.
  • Ob Kastenwagen, Kipper, Pritsche oder Personenbeförderer – die Elektrofahrzeuge gibt es in 25 Modellvarianten.
  • Serienmäßig mit an Bord sind elektrische Heizung, Klimaanlage und Radio.
  • Die e-Movanos und e-Vivaros werden von Opel-Händlern bundesweit verkauft und auch gewartet.

Die nötige Portion Selbstbewusstsein haben diese Herren: "Ich nenne Ihnen 1001 Gründe, warum Elektromobilität funktioniert", ist Andreas Pfeffer überzeugt. Zusammen mit Thomas Wächter und Christian von Hösslin bildet er die Geschäftsführung der "I See Electric Trucks GmbH". Das Unternehmen elektrifiziert in Offenbach Opel-Nutzfahrzeuge, zunächst den Vivaro und den Movano.

I See Electric Trucks sind flexibel konfigurierbar

"Wir sind zwar kein OEM (Original Equipment Manufacturer = Erstausrüster) im ersten Moment", gibt Thomas Wächter zu, um dann aber das Business-Modell zu erklären: "I See Electric Trucks entwickelt und integriert Antriebskomponenten für Nutzfahrzeuge. Wir verwenden Gleichteile, die in allen Fahrzeugen zum Einsatz kommen." Das Unternehmen greift dabei auf Technik für Nutzfahrzeuge zurück, nicht auf E-Technik für Pkw.

Die Fahrzeuge sind für Fuhrparkmanager interessant, denn sie sind individualisierbar bezüglich Leistung und Reichweite. "Die Idee von I See Electric Trucks ist es, ein Nutzfahrzeug zu entwickeln, das eine umfangreiche Ausstattung bietet, flexibel in der Reichweite und zu alledem auch noch schnell verfügbar ist", sagt von Hösslin, der die technische Umsetzung verantwortet.

25 Modellvarianten, zwei Batteriegrößen

Der e-Vivaro und der e-Movano sind in 25 Modellvarianten zu bekommen. Drei Aufbauarten bietet das Unternehmen an: Kastenwagen, Kipper beziehungsweise Pritsche sowie Personenbeförderer. Weitere Opel-Umrüstungen sind in Planung.

Beide Fahrzeuge wird es mit jeweils zwei Batteriegrößen geben, nämlich mit 40 und 55 kWh. So sind laut I See Praxis-Reichweiten von gut 200 Kilometern zu schaffen. An einer 22kWh-Schnellladestation ist die kleine Batterie in zwei Stunden wieder aufgeladen, die größere in drei. Zum Laden bietet I See den Ladestecker Typ2 an, ab Herbst auch das CCS-System. Die Akkus sind zudem beheizt, so dass auch bei tiefen Temperaturen mit dieser Reichweite kalkuliert werden kann. Laderaum geht nicht verloren, da die Akkus unter dem Fahrzeug verbaut sind.

Heizung und Klimaanlage sind immer an Bord

Und dabei müssen die Fahrer von beispielsweise Handwerksbetrieben, Personenbeförderern oder Logistikunternehmen nicht einmal auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten, die normalerweise Gift für batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge ist: Serienmäßig kommt das Elektro-Opel-Duo mit elektrischer Heizung, Klimaanlage und Radio.

Auf Wunsch gibt es eine Zusatzheizung, die mit Bioethanol betrieben wird. Wer sich also für einen I See-Transporter interessiert: Fünf Monate lang muss derjenige sich gedulden, bis die Fahrzeuge nach der Bestellung ausgeliefert werden, verspricht I See.

Opel e-Vivaro macht ausgereiften Eindruck

Bei ersten Testfahrten auf abgesperrten Strecken auf dem Opel-Testgelände im hessischen Dudenhofen machte der elektrische Vivaro nun einen überzeugenden Eindruck. Die Höchstgeschwindigkeit war noch auf etwa 84 km/h limitiert, aber nichtsdestotrotz: Der umgerüstete Transporter mit dem Blitz auf der Haube kommt ausreichend flott vom Fleck und lässt sich angenehm unspektakulär über den Testparcours lenken.

Umgerechnet 115 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment bietet der Elektro-Blitz, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h. Und selbst wenn die eine oder andere nörgelnde Stimme zu vernehmen war, die dem e-Vivaro einen zu laschen Antritt attestierte: Nutzfahrzeuge müssen zuvorderst viele Ansprüche erfüllen – ein flotter Ampelstart gehört aber sicherlich nicht dazu.

I See Trucks: Wartung und Verkauf übernimmt Opel

Opel-Händler verkaufen und warten bundesweit die e-Movanos und e-Vivaros. Dabei bleibt die Werksgarantie von Opel bestehen; zusätzlich bietet I See eine zweijährige Garantie für die Elektrotransporter. Auf Motor und Batterie-Package gewährt das Unternehmen eine Garantie über sieben Jahre oder 250.000 Kilometer beziehungsweise 1.500 Vollladezyklen.

So bleibt als Fazit: 1001 Gründe, warum Elektromobilität funktioniert, braucht es gar nicht. Die in Dudenhofen im Wort- und übertragenen Sinne erfahrenen Gründe genügen vollauf. Oder, um noch einmal Andreas Pfeffer zu zitieren: "Wir krempeln die Ärmel hoch und zeigen, dass es funktioniert."

Auch interessant:

Elektro-Nutzfahrzeuge 2018: Lust auf Zukunft?

Immer mehr namhafte Hersteller bieten recht alltagstaugliche Nutzfahrzeuge mit Elektromotor für das Handwerk an. Preise: erschwinglich. Eine Marktübersicht.
Artikel lesen >

Elektro-Transporter 2018: Hier kommen die Neuen!

Mehr als eine Tonne Zuladung, Laderaum jenseits der 20.000 Liter. Diese Stromer kommen bis Mitte des Jahres neu in den Handel.
Artikel lesen >

-Anzeige-

Fuhrpark

Überblick: Die Nutzfahrzeug-Neuheiten 2017

Neue Fahrzeuge, nützliches neues Zubehör, interessante neue Konzepte: Die Hersteller passen ihre Angebote immer genauer an die Bedürfnisse des Handwerks an.

Fuhrpark

Unterwegs mit dem neuen Opel Combo Cargo

Top-Ausstattung, geringer Verbrauch und viel Platz im Ladeabteil – mit dem Combo Cargo gibt Opel Gas. Wir waren mit dem kleinen Rüsselsheimer unterwegs.

Ladung richtig sichern

Schlecht gesicherte Ladung ist gefährlich und verursacht jedes Jahr Transportschäden in Höhe mehrerer 100 Millionen Euro. Mit diesem Zubehör bekommen Sie Ihre Ladung gesichert.

Fuhrpark

Unterwegs mit dem neuen VW e-Crafter

Zugeschnitten wurde der neue VW e-Crafter wie kaum ein zweiter auf die Zielgruppe. Doch lohnt sich der elektrisch angetriebene Transporter für Handwerker?