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Im Ausland Schlüsselqualifikationen erwerbenIm Ausland Schlüsselqualifikationen erwerben

Eine Weiterbildung im Ausland eröffnet Handwerkern viele Chancen – Mitarbeitern wie Betrieben. handwerk.com zeigt, wie Gesellen und Meister von einem Auslandsaufenthalt profitieren können.

Eine Weiterbildung im Ausland eröffnet Handwerkern viele Chancen Mitarbeitern wie Betrieben. handwerk.com zeigt, wie Gesellen und Meister von einem Auslandsaufenthalt profitieren können.

Für den bekannten Innenarchitekten Alberto Pinto arbeiten? Ein Praktikum bei Vivienne Westwood, der berühmten britischen Modeschöpferin, absolvieren? Kein Problem: "Deutsche Handwerker werden im Ausland hoch schätzt, weil sie als sehr gut ausgebildet gelten, weiß Dr. Thomas Felleckner, bei der Handwerkskammer Lüneburg-Stade zuständig für die EU-Bildungsprogramme. "Die Vermittlung ist kein Problem: Wer sich im Ausland weiterbilden will, für den findet sich in aller Regel auch eine Arbeitsstelle. Er könne jedem nur raten, diese Chance zu ergreifen: "Man kann den Gewinn eines Arbeitsaufenthaltes im Ausland gar nicht hoch genug einschätzen, ist seine Ansicht auch, wenn man nur bei einem ganz normalen Betrieb angestellt wird.

Längst gilt auch im Handwerk ein Auslandsaufenthalt als Karrierevorteil: Im Zuge von Globalisierung und EU-Erweiterung gewinnt die internationale Ausrichtung der Betriebe zunehmend an Bedeutung. Dennoch sind Gesellen und junge Meister, die es zum Arbeiten für eine gewisse Zeit ins Ausland zieht, die Ausnahme: Von allen deutschen Azubis und jungen Berufstätigen gehen noch nicht einmal zwei Prozent diesen Weg. Bei den jungen Akademikern entscheidet sich dafür jeder sechste, das berichtet die Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWent), die im Auftrag von Bund, Ländern und Wirtschaft die internationale Qualifizierung junger Berufstätiger organisiert (siehe Beitrag "Gut vorbereitet").

"Auslandskompetenz ist ganz klar eine Zusatzqualifikation, sagt Dr. Michael Eichler von der Niedersächsischen Agentur für Arbeit und Ausbildung im Ausland, die als Regionales Zentrum Niedersachsen der InWent gGmbH angegliedert ist. Die Agentur berät vor allem kleine und mittlere Betriebe und hat seit ihrer Gründung vor zwei Jahren rund 400 Berufstätige ins Ausland vermittelt.

Von einem Auslandsaufenthalt profitiere nicht nur der Berufstätige, den es in die Ferne zieht, sondern auch der Heimat-Betrieb, in den er zurückkehrt. "Wer sich fit gemacht hat in anderen Märkten, der entwickelt auch zu Hause neue Ideen, meint Eichler. Mit solchen Mitarbeitern, die zudem noch in der Fremde erworbenes Spezialwissen und gute Fremdsprachenkenntnisse einbringen können, eröffneten sich beste Perspektiven auf dem internationalen Markt. "Auch die Bedeutung der im Ausland erworbenen so genannten Soft Skills wie Teamfähigkeit und Menschenkenntnis darf man nicht unterschätzen, meint Eichler.

Das sieht auch Katharina Berger so. Sie ist Beraterin beim Euro Info Centre Magdeburg und dort zuständig für das auf das Handwerk zugeschnittene Austauschprogramm Sesam. Die Teilnehmer berichteten ihr immer wieder, dass für sie das Prägendste an ihrem Auslandsaufenthalt der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand gewesen sei, erzählt Berger: "Die jungen Leute empfinden es als wohltuend, dass sie im Ausland dazu angeregt wurden, die eigenen Einstellungen zu überdenken. Das macht beweglich.

In den vergangenen zehn Jahren hat sie 34 Gesellen und junge Meister aus Sachsen-Anhalt ins Ausland vermittelt. "Diese Zahl klingt zunächst nicht hoch, sagt sie. "Aber Sesam ist eine individuelle Vermittlung. Wir bemühen uns, für jeden ein ganz eigenes Paket zu schnüren und seine Vorlieben zu berücksichtigen. Bei den Länderwünschen stünden Frankreich, Großbritannien und Irland sowie Österreich obenan: "Das liegt sicherlich an der Sprache: Ein wenig Englisch oder Französisch kann fast jeder, sagt Berger. Doch es solle sich niemand davon abhalten lassen, ins Ausland zu gehen, nur weil er Sprachschwierigkeiten befürchtet (siehe "Expertentipp").

Wie für die meisten Förderprogramme von Auslandsfortbildungen gelte auch für Sesam: "Das Programm ist eine gute Möglichkeit, relativ geschützt Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Selbstverständlich könne jeder Handwerker auch auf eigene Faust den Weg in die Ferne suchen. Doch dabei wehe einem trotz aller Unterstützung auch für diesen Fall "ein wesentlich schärferer Wind ins Gesicht, gibt Berger zu bedenken.

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