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Fuhrpark

Im Fahrtest: Mit dem Isuzu D-Max fallen Sie garantiert auf

Als Pick-up-Testerin hat Ricarda Skibbe die Neugierde von Kunden und Geschäftspartnern auf sich gezogen. Konnte der Isuzu D-Max auch technisch überzeugen?

Auf einen Blick

  • Nützliches vom Japaner: Seit 2006 gibt es Nutzfahrzeuge von Isuzu auch in Deutschland zu kaufen. Das Produktportfolio umfasst Pick-ups und Leicht-Lkw.
  • Die Testerin: Steinmetzmeisterin Ricarda Skibbe fühlt dem D-Max auf den Zahn. Skibbe ist beruflich im Umkreis von 300 Kilometern mit ihrem Firmenwagen unterwegs. Sie will ihr Material vor allem trocken und sicher transportieren.
  • Liegt gut auf der Straße: Ein großes Plus vergibt Skibbe für Komfort und Handling. Trotz seiner Größe fahre sich der Wagen kinderleicht. Weniger praktisch findet sie die Ladefläche der Testversion.

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Schick, wuchtig, ein echter Hingucker. Was mag das für ein Auto sein? Der Blick auf den Kühlergrill verrät die Lösung – und sorgt dennoch für Stirnrunzeln bei Gelegenheitsautonutzern. I-was? Isuzu.

Seit 2006 auf dem deutschen Markt, konzentriert sich der japanische Autobauer hierzulande vor allem auf Nutzfahrzeuge wie Pick-ups und Leicht-Lkw. Absatz: rund 1000 Fahrzeuge im Jahr. Mit dem Isuzu D-Max haben die Japaner mittlerweile die zweite Pick-up-Generation auf dem hiesigen Markt.

Die Testerin: unvoreingenommen und gründlich

Wer eignet sich da am besten als Tester? Vielleicht jemand, der auf Markenversprechen nicht viel gibt und ein Auto nur nach seinen äußeren und inneren Werten bewertet. Ricarda Skibbe ist so eine Testerin. Als Meisterin und Restauratorin im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk arbeitet Skibbe an Projekten im In- und Ausland.

Die Steinmetzin ist eine routinierte Fahrerin, sagt aber von sich selbst: „Autofahren ist für mich eher eine Pflichtübung.“ Harte Ausgangsbedingungen für den Isuzu D-Max. Kann er dennoch überzeugen? Ricarda Skibbe hat den Pick-up gründlich getestet. Privat und beruflich ist Skibbe den Wagen in ihrer Testwoche mehr als 300 Kilometer gefahren. Sie hat Kunden und Baustellen besucht, Einkäufe und Werkzeug transportiert.

Der erste Eindruck: Fahrgefühl und Komfort

„Ich hatte erst tierischen Respekt vor der Größe“, sagt die Unternehmerin, „aber den verliert man, sobald man fährt.“ Das Auto fahre sich kinderleicht. „Die Sicht ist klasse, auch nach hinten.“ Dafür sorgt unter anderem die optionale Rückfahrkamera.

Die Innenausstattung sagt der Steinmetzmeisterin zu: „Die Armaturen sind gefällig, übersichtlich, nicht überladen.“ Noch wichtiger ist ihr aber der Sitzkomfort. Skibbe restauriert Kirchen und denkmalgeschützte Gebäude, entwirft Küchen, Bäder und Außenanlagen – ihr Wirkradius für Pkw-Strecken liegt da bei 300 Kilometern. „Die Sitze sind sehr bequem und das ist nach zwölf Stunden auf der Baustelle ein großes Plus“, sagt Skibbe.

Und noch etwas ist der Unternehmerin aufgefallen: „Das Auto fällt auf und wird überall kommentiert, von Bekannten, selbst von Neukunden“, sagt Skibbe. Vor allem in Kombination mit der Steinmetzkluft sei die modische Komponente nicht zu vernachlässigen. „Typische Reaktionen gingen in die Richtung: ‚Wow, cooles Auto‘“, sagt Skibbe. „Mit meinem alten Volvo ist mir das nie passiert.“

Die Ladefläche: variantenreich

Womit sie weniger anfangen konnte war die Ladefläche. Die ist in der Double-Cab-Version mit vier Türen und fünf Sitzen noch 1,55 Meter lang, bei einer Breite von maximal 1,53 Metern. Zu wenig für die Meisterin. „Für mich ist das ein Albtraum. Ich brauche Platz, um Mörtel, Farben, Werkzeugkisten und Kleingeräte auch mal für einen Projektzeitraum von zwei Wochen am Stück zu transportieren und sicher zu verwahren.“

In Sachen Platzangebot können hier die Versionen Space Cab oder Single Cab helfen. Während der Space Cab hinter den Sitzen im Innenraum etwas Stauraum bietet und über eine Ladefläche von knapp 1,8 Metern verfügt, konzentriert sich beim Single Cab der gesamte Stauraum auf die Ladefläche mit gut 2,3 Metern Länge. „Ich hätte lieber zwei Sitze als vier und eine abschließbare Ladefläche“, sagt Skibbe. Die gibt es, abschließbare Hardtops für den Laderaum stehen allerdings nur für Double und Space Cab zur Verfügung. Die Zuladung liegt bei den Allradversionen bei einer guten Tonne.

Fahrwerte: Verbrauch, Leistung, Tempomat

Und was hat der Isuzu D-Max unter der Haube? Erstmals in der 2017er-Version verbaut Isuzu einen 1,9-Liter Common-Rail-Turbodiesel. Der erfüllt die Euro-6-Norm und darf eine Anhängelast von 3,5 Tonnen ziehen. Den kombinierten Verbrauch beziffert der Hersteller auf 7 bis 7,8 Liter auf 100 Kilometer (Version Double Cab, Verbrauch ausstattungsabhängig). Im Testzeitraum pegelte sich der D-Max Double Cab bei 9,5 Litern ein.

Dabei wurde er aber auch in höheren Drehzahlbereichen gefahren. „Der Motor ist kräftig und der Wagen liegt auf der Straße wie ein Schiff“, berichtet Skibbe. „Mit 170 Stundenkilometern gleitet man gelassen über die A7.“ Was könnte noch verbessert werden? Wer den Komfort eines Tempomats schätzt, wird im D-Max eine Überraschung erleben. Der Tempomat funktioniert zwar anstandslos, allerdings wird die eingestellte Zielgeschwindigkeit nirgendwo angezeigt. So ist die Geschwindigkeitsregulierung per Fingerdruck mehr Glücksspiel als Präzisionssache.

Für Ricarda Skibbe ist das nicht entscheidend. Mit etwas mehr Stauraum und abschließbarer Ladefläche könnte sie sich vorstellen, Pick-up-Fahrerin zu werden. „Eigentlich fahre ich nicht so gerne Auto, aber wenn alles so hübsch funktioniert, macht es Spaß.“

Eckdaten: Das ist der Isuzu D-Max

  • Motor: 1,9-l-Turbodiesel mit 163 PS
  • Verbrauch kombiniert: modellabhängig 7,0 bis 7,8 l pro 100 km (Werksangabe)
  • Laderaumlänge: 1552 mm (Double Cab), 1795 mm (Space Cab), 2305 mm (Single Cab)
  • Laderaumbreite: 1530 mm (1120 mm zwischen Radkästen)
  • Max. Nutzlast: 966 kg – 1156 kg
  • Max. Anhängelast: 3500 kg
  • Preis Double Cab ab: 25.252 Euro zzgl. MwSt.
  • Preis Single Cab ab: 18.907 Euro zzgl. MwSt.

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