Gewährleistungsrechte unzulässig eingeschränkt: Das Landgericht München verbietet einem Betrieb, die AGB-Klauseln bei Verträgen mit Verbrauchern weiter zu nutzen.
Foto: PhotoSG - stock.adobe.com
Tarifvertrag mit Regelungen zur Inflationsprämie: Seit Sommer 2023 sind sie im Dachdeckerhandwerk und im Baugewerbe allgemeinverbindlich.

Inhaltsverzeichnis

Personal

Inflationsprämie: Diese Tarifverträge sind allgemeinverbindlich

Die steuerfreie Inflationsprämie können Arbeitgeber noch bis Ende 2024 an ihre Mitarbeitenden zahlen. Manche Betriebe sind sogar per Tarifvertrag dazu verpflichtet.

Bis zu 3.000 Euro Inflationsprämie – so viel können Betriebe ihren Mitarbeitenden bis zum 31. Dezember 2024 freiwillig zahlen. Wenn Arbeitgeber einige Regeln beachten, ist der Zuschuss sogar steuerfrei.

Für Arbeitgeber, die Tarif zahlen, ist die Inflationsausgleichsprämie allerdings nicht immer freiwillig. Denn es gibt inzwischen Tarifverträge, die eine Prämie für die Beschäftigten vorsehen – auch im Handwerk. Für zwei Gewerke sind die Tarifverträge sogar allgemeinverbindlich. Das bedeutet: Sie gelten auch für nicht tarifgebundene Betriebe.

Baugewerbe: Beschäftigte erhalten 2023 und 2024 eine Prämie

Im Baugewerbe zum Beispiel haben sich die Tarifpartner auf einen Inflationsausgleich von insgesamt 1.000 Euro verständigt, der in zwei Stufen an die Beschäftigten ausgezahlt wird. 2023 und 2024 erhalten sie jeweils 500 Euro.

Laut Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaft bekommen nicht nur Vollzeitbeschäftigte einen Inflationsausgleich. Teilzeitbeschäftigten wird die Prämie anteilig gewährt. Auszubildende erhalten 300 Euro – ebenfalls verteilt auf zwei Jahre, also 150 Euro in diesem Jahr und 150 Euro im kommenden Jahr.

Hinweis für Betriebe: Das Bundesarbeitsministerium hat den Tarifvertrag InflationsausgleichsprämieMitte Juli 2023 für allgemeinverbindlich erklärt. Am 1. August wurde die Allgemeinverbindlichkeitserklärung nun im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Soka Bau weist daraufhin, dass die Bestimmungen des Tarifvertrages damit ab dem 7. März 2023 gelten.

Wegezeitentschädigung: Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Die Wegezeitentschädigung am Bau gilt jetzt für alle Betriebe. Wer ist betroffen? Welche Ausnahmen gibt es? Was müssen Sie bezahlen? Hier die Antworten.
Artikel lesen

Dachdeckerhandwerk: Keine Inflationsprämie für Minijobber

Die Tarifeinigung im Dachdeckerhandwerk sieht eine steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsprämie in Höhe von 950 Euro vor. Laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sollen die Beschäftigten die Prämien in zwei Tranchen erhalten:

  • Die erste Zahlung in Höhe von 475 Euro gab es bereits mit der Lohnabrechnung für Februar 2023.
  • Die zweite Zahlung ist laut Tarifvertrag für die Lohnabrechnung im Februar 2024 vorgesehen, ebenfalls 475 Euro.

Dem ZVDH zufolge erhalten Minijobber keine Inflationsprämie, Teilzeitbeschäftigte im Dachdeckerhandwerk bekommen eine anteilige Zahlung und Azubis 35 Prozent.

Hinweis: Das Bundesarbeitsministerium hat den Tarifvertrag, der eine Inflationsausgleichsprämie für die Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk vorsieht, für allgemeinverbindlich erklärt. Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung wurde am 6. Juli 2023 hier im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Maler- und Lackiererhandwerk: Inflationssonderzahlung von 600 Euro

Auch die Tarifpartner im Maler- und Lackiererhandwerk haben sich im Dezember 2022 auf eine Inflationsprämie für die Beschäftigten verständigt. Dem Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz zufolge bekommen die gewerblichen Mitarbeitenden eine Sonderzahlung in Höhe von 600 Euro, Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie anteilig und bei tarifgebundenen Azubis beträgt sie 180 Euro.

Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen: Was bedeutet das?

Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) kann Tarifverträge gemäß § 5 Tarifvertragsgesetz für allgemeinverbindlich erklären. Sie gelten dann bundesweit oder regional für alle Betriebe und Beschäftigten einer Branche – also auch für nichttarifgebundene Arbeitgeber.

Eine Liste mit allen allgemeinverbindlichen Tarifverträgen (Stand: 1. Juli 2023) hat das Bundesarbeitsministerium unter bmas.de veröffentlicht.

Beitrag vom 21. Juni 2023, aktualisiert am 9. August 2023.

Tipp: Sie wollen beim Thema Inflationsprämie nichts verpassen? Nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com: Jetzt anmelden!

Auch interessant:

Inflationsprämie: „Wir nutzen sie, um in schwierigen Zeiten zu helfen“

Dieser Betrieb zahlt einem Teil seiner Mitarbeitenden freiwillig eine Inflationsprämie – und will so steigende Lebenshaltungskosten abfedern.
Artikel lesen

Können Betriebe auch Minijobbern die Inflationsprämie zahlen?

Die Inflationsprämie können Arbeitgeber nicht nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zahlen. Auch Minijobber dürfen profitieren.
Artikel lesen

Diese 10 Steuerfallen der Inflationsprämie sollten Sie kennen

Bis zu 3.000 Euro steuerfrei: Als Chef haben Sie bei der Inflationsprämie sehr viele Freiheiten. Doch ein paar Regeln müssen Sie beachten – sonst wird es teuer.
Artikel lesen

Einigung im Dachdeckerhandwerk: Das gilt ab 1. November 2022

Inflationsprämie, höhere Löhne, mehr Geld für Azubis und Änderungen bei der Winterbeschäftigungsumlage – das sieht die Tarifeinigung im Dachdeckerhandwerk vor.
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Diverse Geldscheine und ein Arbeitshandschuh liegen auf einem Geldschein.

Politik und Gesellschaft

Wegezeitentschädigung: Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Die Wegezeitentschädigung am Bau gilt jetzt für alle Betriebe. Wer ist betroffen? Welche Ausnahmen gibt es? Was müssen Sie bezahlen? Hier die Antworten.

    • Politik und Gesellschaft, Recht, Arbeitsrecht
Inflationsprämie: Bis zu 3.000 Euro steuerfrei für Mitarbeitende sind möglich. Die Auszahlung muss bis Ende 2024 erfolgen.

Energiekosten

3.000 Euro steuerfrei: So sollen Chefs die Inflationsprämie auszahlen

Arbeitgeber dürfen Mitarbeitenden bald steuerfrei bis zu 3.000 Euro Inflationsprämie zahlen. Nun gibt es Details, zum Beispiel eine Frist bis 2024. Doch es bleiben Fragen.

    • Energiekosten, Personal, Politik und Gesellschaft
Sie wollen die Inflationsprämie in kleinen monatlichen Beträgen zahlen? Kein Problem, wenn Sie dabei ein wichtiges Detail beachten.

Personal

Diese 10 Steuerfallen der Inflationsprämie sollten Sie kennen

Bis zu 3.000 Euro steuerfrei: Als Chef haben Sie bei der Inflationsprämie sehr viele Freiheiten. Doch ein paar Regeln müssen Sie beachten – sonst wird es teuer.

    • Personal, Steuern
Die Inflationsprämie vom Betrieb löst nicht bei jedem Mitarbeitenden Dankbarkeit aus.

Reaktionen von Mitarbeitenden

Inflationsprämie: Können Betriebe ein Dankeschön erwarten?

Zwei Handwerker zahlen ihren Teams die Inflationsprämie in voller Höhe. Die Mitarbeitenden reagieren recht unterschiedlich.

    • Personal