Doch dafür wer zwischen zwei Kundenterminen dafür ein kurzen Stopp beim Bäcker einlegt, risikiert seinen Unfallversicherungsschutz.
Foto: rdnzl - stock.adobe.com

Urteil

Ist Sturz beim Kaffee kaufen ein Arbeitsunfall?

Auf dem Weg zum nächsten Kundentermin noch schnell einen Coffee-to-go kaufen? Das ist nicht ohne Risiko, wie dieser Fall zeigt.

Zwischen zwei Terminen bleibt manchmal Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Wer die nutzt, um einen Stopp beim Bäcker einzulegen, riskiert allerdings seinen Unfallversicherungsschutz. Das zeigt der Fall einer Arbeitnehmerin, mit dem sich das Thüringer Landessozialgericht (LSG) auseinandersetzen musste.

Arbeitsunfall oder nicht? Die Details machen den Unterschied

Betrunken gestürzt: Arbeitsunfall. Auf Firmentoilette verunfallt: leider Privatsache. Wir erklären die Feinheiten des Versicherungsschutzes – und worauf es bei der Unfall-Schilderung ankommt.
Artikel lesen >

Der Fall: Die Frau fuhr mit dem Auto von einem Kundentermin zum nächsten. Auf dem Weg hielt sie bei einer Bäckerei, weil sie sich einen Coffee-to-go kaufen wollte. Doch beim Betreten des Ladens stürzte die Frau und verletzte sich am Knie. Die Berufsgenossenschaft erkannte das nicht als Arbeitsunfall an.

Das Urteil: Zu Recht, entschied das Thüringer LSG. Allerdings wiesen die Richter darauf hin, dass auf dem Weg von einem zum anderen Kunden grundsätzlich Versicherungsschutz besteht. Durch den Abstecher in die Bäckerei habe die Arbeitnehmerin den versicherten Weg aber geringfügig unterbrochen.

Der beabsichtigte Erwerb eines „Coffe-to-go“ sei ebenso wie die Nahrungsaufnahme eine höchstpersönliche Verrichtung, die unversichert ist. Einen sachlichen Zusammenhang mit der eigentlich versicherten Tätigkeit der Arbeitnehmerin sah das Gericht nicht.

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Wie das LSG mitteilt, kann es noch durch eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesozialgericht angefochten werden.

Thüringer LSG, Urteil vom 21. März 2019, Az. L 1 U 1312/18

Tipp: Sie wollen keine wichtigen Infos mehr zum Thema Arbeitsrecht verpassen? Mit dem handwerk.com-Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden. Hier geht es zur Anmeldung!

Auch interessant:

Sturz mit Kaffeetasse kann Arbeitsunfall sein

Ist ein Sturz mit einer Kaffeetasse in der Hand über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt? Diese Frage musste das Landessozialgericht NRW klären. Zumindest im vorliegenden Fall war die Entscheidung klar.
Artikel lesen >

Wegeunfälle: Beim Brötchenkauf nicht versichert

Ein Einkaufsstopp auf dem Arbeitsweg wurde zwei Beschäftigten zum Verhängnis: Sie stürzten kurz vor ihren Autos. Kein Wegeunfall, hat das Bundessozialgericht jeweils entschieden.
Artikel lesen >

Recht

Wegeunfälle: Beim Brötchenkauf nicht versichert

Ein Einkaufsstopp auf dem Arbeitsweg wurde zwei Beschäftigten zum Verhängnis: Sie stürzten kurz vor ihren Autos. Kein Wegeunfall, hat das Bundessozialgericht jeweils entschieden.

Arbeitsrecht

Arbeitsunfall oder nicht? Die Details machen den Unterschied

Betrunken gestürzt: Arbeitsunfall. Auf Firmentoilette verunfallt: leider Privatsache. Wir erklären die Feinheiten des Versicherungsschutzes – und worauf es bei der Unfall-Schilderung ankommt.

Recht

Unfall auf dem Arbeitsweg: Bloß nicht vom Pfad abkommen

Ein versicherter Arbeitsunfall liegt nur dann vor, wenn das Unglück auf direktem Weg zwischen Arbeitsstätte und Wohnung passiert. Wie eng die Sozialgerichte das sehen, zeigen aktuelle Urteile.

Urteil

Wegeunfall: Auch ein Umweg kann versichert sein

Wer auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg macht, riskiert den Versicherungsschutz. Aber es gibt Ausnahmen, wie jetzt ein Gericht feststellte.