Malermeisterin Britta Franke achtet darauf, dass jede Leistung ihres Betriebs auch entlohnt wird.
Foto: Torsten von Reeken

Strategie

Jede Leistung pünktlich bezahlt: 4 Tipps einer Meisterin

Vergesslichkeit und Tricksereien führen dazu, dass mancher Betrieb nicht jede Leistung konsequent abrechnet. Britta Franke hat Mittel dagegen gefunden.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Handwerksmeisterin Britta Franke sorgt dafür, dass ihr Betrieb für jede erbrachte Leistung auch bezahlt wird.
  • Die Meisterin stellt Rechnungen immer pünktlich, sorgt für konsequente Dokumentation jedes Sonderwunsches und ärgert sich nicht lange mit säumigen Kunden herum.
  • Das schützt ihr Team auch vor Tricks, mit denen Kunden sich anderswo leicht mal eine kostenlose Leistung verschaffen.

Nicht in Rechnung gestellte Bonusleistungen, eine vergessene offene Rechnung oder ein Auftrag, der zu spät abgerechnet wird. Solche Fälle gibt es im Handwerk immer wieder. Nicht aber im Malerbetrieb von Britta Franke. In 20 Jahren Selbstständigkeit hat die Handwerksmeisterin gelernt, wie Kunden und Mitarbeiter ticken und Strukturen eingeführt, die ihr garantieren, dass jede erbrachte Leistung auch schnellstmöglich bezahlt wird. Wie sie das anstellt, erklärt die Unternehmerin hier.

Tipp #1: Die Rechnung kommt unverzüglich

Franke stellt jedem Kunden umgehend eine Rechnung aus, sobald ihr Team die Arbeiten für einen Auftrag abgeschlossen hat. „Das wollen auch unsere Kunden so“, erklärt die Malermeisterin. Mit dieser konsequenten Rechnungsstellung vermeidet Britta Franke eine ganze Reihe von unnötigen Risiken. Denn zu spät gestellte Rechnungen können verjähren und sogar Schadensersatz nach sich ziehen.

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Tipp #2: Aufgaben transparent kommunizieren

Solche Fälle kennt wohl fast jeder Handwerker: Ihr Mitarbeiter erledigt einen Auftrag und spontan fällt dem Kunden ein, dass da noch eine Kleinigkeit zu machen wäre. Aus geplanten drei Stunden werden fünf. Das kann zum Problem werden, wenn die Arbeit nicht dokumentiert und abgerechnet wird.

Die Mitarbeiter von Malermeisterin Britta Franke bekommen daher einen Laufzettel mit, auf dem konkret steht, welche Arbeiten ausgeführt werden dürfen. „Die Mitarbeiter sind angehalten im Rahmen des konkreten Auftrags auch nur diese Arbeiten auszuführen“, sagt Franke. Das schütze vor Fällen, in denen ein Kunde doch einmal versucht durch Tricks eine kostenlose Bonusleistung zu bekommen. Denn Sprüche wie ‚Das können Sie ruhig mitmachen, ist alles mit der Chefin besprochen‘ sind damit wirkungslos.

Tipp #3: Sonderwünsche extra abrechnen

Grundsätzlich erfüllt das Team von Britta Franke seinen Kunden gerne auch Sonderwünsche. Damit in der Abrechnung aber keine Leistung vergessen wird, hat die Unternehmerin wichtige Regeln etabliert. „Wir fangen während eines Auftrags keine neuen Kleinigkeiten auf der gleichen Auftragsnummer an“, sagt Franke. Zusatzarbeiten laufen konsequent auf einer separaten Rechnung. „Äußert der Kunde einen Extrawunsch, ziehen meine Mitarbeiter sofort ihren Auftragsblock aus der Tasche“, erklärt die Meisterin.

Tipp #4: Konsequent Bezahlung einfordern

Britta Franke stellt ihre Rechnungen pünktlich und sie besteht auf pünktliche Zahlung. „Ich will keine zinslosen Darlehen auf meine Kosten vergeben“, sagt Franke. Schließlich geht ihr Unternehmen bei jedem Auftrag mit Material und Arbeitsstunden in Vorleistung. Das Zahlungsziel hat der Betrieb auf eine Woche festgelegt. Wurde in der Zeit nicht bezahlt, schickt die Unternehmerin eine Zahlungserinnerung raus.

Ist das Geld eine weitere Woche später nicht da, gibt es eine gebührenpflichtige Mahnung und den Hinweis, dass der Fall bei weiterem Verzug an einen Anwalt übertragen wird. „Ich gebe Härtefälle auch konsequent an einen Anwalt ab und ärgere mich dann nicht mehr damit herum“, sagt Franke. Das komme aber nur sehr selten vor. „Im Regelfall sind unsere Kunden total glücklich mit unserer Arbeit und zahlen dafür auch gerne.“

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