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Jetzt ist Steuersparzeit

Jetzt ist Steuersparzeit

Nur noch wenige Wochen, dann zündet Bundesfinanzminister Hans Eichel zum Jahresende die nächste Stufe seines Reformfeuerwerks. Zwischen den Zeilen ist so manches Steuersparmodell versteckt – einige davon machen jedoch nur noch im Jahr 2001 Sinn. Bis Jahresende können Unternehmer die Steuerschraube noch kräftig zurückdrehen.

Nur noch wenige Wochen, dann zündet Bundesfinanzminister Hans Eichel zum Jahresende die nächste Stufe seines Reformfeuerwerks. Zwischen den Zeilen ist so manches Steuersparmodell versteckt #8211; einige davon machen jedoch nur noch im Jahr 2001 Sinn. Bis Jahresende können Unternehmer die Steuerschraube noch kräftig zurückdrehen.

Luftposten vom Gewinn abziehen

Wer im Jahr 2001 einen Gewinn erwartet, kann diesen unter Umständen elegant und vor allem legal in einen Verlust verwandeln #8211; und das, ohne eine Mark ausgeben zu müssen. Möglich macht es Paragraf 7g des Einkommensteuergesetzes: Ist innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Investition geplant, dürfen bereits in diesem Jahr 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten als gewinnmindernde Betriebsausgaben abgezogen werden. Dazu muss in neue betriebliche Anlagegegenstände wie Auto, Einrichtung, Computer investiert werden. Ware dagegen ist nicht im voraus abziebar. Um bis zu 300.000 Mark dürfen die Betriebsausgaben durch diese so genannte #8222;Ansparabschreibung" erhöht werden. Das Betriebsvermögen darf am Ende des vorangegangenen Jahres nicht mehr als 400.000 Mark betragen haben.

Einziger Wermutstropfen: Investiert man in zwei Jahren wider Erwarten doch 1nicht, muss man die Betriebsausgaben wieder als Einnahme erfassen und zusätzlich Strafzinsen in Höhe von sechs Prozent versteuern.

Der Ehepartner als Aushilfe

Wer zum Jahresende Aushilfskräfte braucht, sollte seinen Ehegatten oder seine Kinder an stellen. Der Vorteil: Die Lohnkosten stellen in voller Höhe gewinnmindernde Betriebsausgaben dar. Mit verschiedenen cleveren Strategien kann die Unternehmerfamilie Steuern sparen:

Lohnsteuerkarte: Arbeitet der Ehegatte auf Lohnsteuerkarte, steht ihm der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 2000 Mark zu. Beträgt sein Gehalt etwa 4000 Mark, muss er gerade 2000 Mark versteuern. Weitere Werbungskosten über 2000 Mark erhöhen den Steuerspareffekt.

630-Mark-Job: Wer Ehepartner oder Kinder als geringfügig Beschäftigte einstellt, müsste seit dem 1. April 1999 eigentlich zehn Prozent Krankenversicherungs- plus zwölf Prozent Rentenversicherungsbeiträgen abführen. Sind die Familienangehörigen jedoch über den Unternehmer privat krankenversichert, müssen sie insgesamt nur zwölf Prozent abführen.

Rabatt: Unternehmer können jedem Arbeitnehmer Rabatte gewähren. Bis zu 2400 Mark sind hier für diesen steuerfrei. Der Clou dabei: Dieser Freibetrag ist ein Jahresbetrag. Selbst wenn der Ehepartner oder eines der angestellten Kinder also nur einen Monat im Jahr aushilft, kann der Unternehmer jedem einzelnen Waren im Wert von 2400 Mark umsonst zukommen lassen. Die kostenlos ausgegebenen Waren kann er in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehen.

Zum Jahresende ein neuer Wagen

Wird der Gewinn im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt, zählt ein Fahrzeug nur dann zum Betriebsvermögen des Unternehmens, wenn die betriebliche Nutzung mindestens 50 Prozent beträgt. Der Vorteil: Sämtliche Fahrzeugkosten wie Abschreibung, Reparaturen, Benzin mindern den Gewinn. Für Privatfahrten setzt das Finanzamt lediglich einen geschätzten Privatanteil als Erlös an. Wer seinen Pkw allerdings in den letzten Monaten des Jahres kauft und für die Zeit bis Jahresende anhand eines Fahrtenbuchs eine betriebliche Nutzung von über 50 Prozent nachweisen kann, spart Steuern: Dann muss das Finanzamt auch für die nächsten Jahre akzeptieren, dass das Fahrzeug als Betriebsvermögen ausgewiesen wird. Selbst wer im nächsten Jahr sein Fahrzeug also nur noch zu 20 Prozent betrieblich nutzt, kann sämtliche Fahrzeugkosten abziehen. Voraussetzung dabei ist, dass die betriebliche Nutzung nicht unter zehn Prozent sinkt.

Investitionen vorziehen

Viele Unternehmer lassen sich Maschinen, Fahrzeuge, EDV-Geräte und andere kostspielige Geräte noch vor dem 31. Dezember liefern. Der Grund: Selbst wenn sie diese Gegenstände erst im folgenden Jahr bezahlen, beginnt die Abschreibung schon im Jahr der Lieferung #8211; also im laufenden Wirtschaftsjahr. Besonders interessant ist der Kauf von Gegenständen, deren Anschaffungskosten netto nicht über 800 Mark liegen. Diese #8222;gering-wertigen Wirtschaftsgüter" dürfen im Jahr der Lieferung in voller Höhe als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Rechenbeispiel #8222;Luftposten"

Beträgt Ihr Gewinn 2001 voraussichtlich 300.000 Mark und beabsichtigen Sie, im nächsten Jahr einen Zentralrechner und neue Fahrzeuge für 500.000 Mark zu kaufen, dann dürfen Sie bereits im Jahr 2001 Betriebsausgaben in Höhe von 200.000 Mark berücksichtigen. Investieren Sie innerhalb der nächsten zwei Jahre jedoch wider Erwarten nicht, müssen Sie zu den 200 000 Mark zusätzlich 24.000 Mark Strafzinsen nachträglich versteuern.

Ohne Ansparabschreibung

Mit Ansparabschreibung

Gewinn

300 000 Mark

300 000 Mark

Ansparabschreibung

#8211;

200 000 Mark

Zu versteuernder Gewinn

300 000 Mark

100 000 Mark

Steuerlast bei Steuersatz von 48,5 Prozent

133 139 Mark

51 172 Mark

Noch mehr Steuertipps...

Diese Steuerspar-Regeln sollten Handwerker das ganze Jahr über beachten:

Das Finanzamt akzeptiert Kosten für Geschenke an Geschäftsfreunde und Kunden in Höhe von 75 Mark pro Empfänger und Jahr.

Wer dem Finanzamt anhand eines Fahrtenbuchs nachweist, dass er seinen Firmenwagen nur zu fünf Prozent privat nutzt, kann die volle Vorsteuer aus den Anschaffungskosten und den laufenden Pkw-Kosten geltend machen. Strategie: Pkw kurz vor Jahresende kaufen.

Bei Verlosungsaktionen gehört das Finanzamt zu den Gewinnern, weil es Umsatzsteuer auf Sachgewinne verlangt. Strategie: Geldpreise verlosen.

Aufwendungen für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit können bereits vor der eigentlichen Betriebseröffnung als #8222;vorweggenommene Betriebsausgaben" geltend gemacht werden. Auch Ansparabschreibung ist bereits möglich.

Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung bilden Leasing-Sonderzahlungen in voller Höhe Betriebsausgaben. Strategie: Leasing-Vertrag noch im Jahr 2001 abschließen.

Wer sein Unternehmen im Rahmen einer GmbH oder AG betreibt, muss den Verkauf von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften ab 2002 nicht mehr versteuern. Im Gegenzug kommen Wertminderungen für diese Beteiligungen auch nicht mehr in Betracht. Strategie: Teilwertabschreibungen noch im Jahr 2001 durchführen.

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