Foto: Astrid Funck

Strategie

Der Turbo-Unternehmer

Nico Robben ist kein Einzelkämpfer. Der junge Bauunternehmer setzt auf Vernetzung – und nutzt dafür seinen Heimvorteil. Dabei läuft vieles bereits digital.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Firmengründer Nico Robben aus Meppen ist in seiner Region gut vernetzt und setzt auf Kooperationen mit anderen Handwerkern, um schnell voranzukommen.
  • Der 22-Jährige hat sich nach der Meisterprüfung direkt mit einem Bauunternehmen selbstständig gemacht – eine Entwicklung im Sauseschritt.
  • Digitalisierung ist für ihn ein wichtiger Erfolgsfaktor, um betriebliche Abläufe zu optimieren und die Kunden über Baufortschritte auf dem Laufenden zu halten.

Im August 2017 schmiss Nico Robben eine große Gartenparty, um seinen Start in die Selbstständigkeit zu feiern. Rund 150 Gäste kamen, um dem 22-jährigen Maurer- und Betonbaumeister zu gratulieren, darunter Handwerkskollegen, Innenarchitekten, Ingenieure und Lokalpolitiker. Eine Kapelle spielte, die Redner lobten ihn und ein freundlicher Lokalreporter schrieb eifrig mit. Danach versorgte seine Freundesclique die Gäste im Festzelt mit Kaffee und Kuchen.

Lokal verwurzelter Netzwerker

„Der Start war bombastisch, das Handy hat vom ersten Tag an geklingelt“, sagt Nico Robben und strahlt. Er sitzt im Erdgeschoss seines Elternhauses in Meppen, dort hat er sich sein Büro eingerichtet. Als Lager dient ihm eine Halle im Nachbarort. Robben ist hier aufgewachsen und ein routinierter Netzwerker, er musste nicht erst mühsam Geschäftsbeziehungen knüpfen. Außerdem hatte er vom ersten Tag an eine eigene Website und einen Facebook-Auftritt, zur Eröffnung schaltete er Zeitungsanzeigen.

Zielstrebiger Durchstarter

„Ich hatte nie Bock auf Rumsitzen in den Ferien“, sagt Robben über Robben als Teenager. Mit dreizehn machte er ein Praktikum in einem Baubetrieb, den Chef kannte er aus dem örtlichen Musikverein. Robben genoss es, draußen zu arbeiten und „abends sehen zu können, was man geschaffen hat“. Fortan wollte er Maurer werden. Seine Berufsausbildung absolvierte er im Eiltempo: Nach der Lehre, die er 2015 als Innungsbester abschloss, ging er direkt zur Meisterschule. Nur einen Monat nach der Meisterprüfung gründete er bereits das „Bauunternehmen Robben“ und stellte bald darauf einen Gesellen und einen Meister ein.

Überzeugter Teamplayer

Nico Robben weiß, dass er im Alleingang nicht so schnell zum Ziel kommt. Was ihn als Unternehmer besonders reizt, ist die Koordinierung von größeren Bauvorhaben bis hin zum schlüsselfertigen Haus. Um seinen Kunden auch komplexe Leistungen anbieten zu können, hat er sich Meppener Handwerksbetriebe als Kooperationspartner gesucht. Gemeinsam haben sie 2017 als erstes Projekt ein Hotel umgebaut. Es bekam einen Anbau, einen Pool auf der Dachterrasse sowie neue Treppen und Aufzüge. Auf einer eigenen Website will Robben künftig unter dem Namen „Meppener Handwerkskooperation“ gemeinsam mit Partnern Umbauten und Sanierungen anbieten.

Probierfreudiger Digitalisierungsfan

Vernetztes Arbeiten ist dem Jungunternehmer wichtig, auch damit im Arbeitsalltag alles rund läuft: „Wir sind gerade dabei, den Betrieb komplett zu digitalisieren“, erzählt er. Sämtliche Mitarbeiter sollen bald auf der Baustelle ein Tablet mit dabei haben. Damit können sie auf Bauzeichnungen und 3D-Abbildungen zugreifen, Maße eingeben oder direkt vor Ort benötigtes Material nachordern. Ein Dienstleister sei gerade dabei, die Tablets mit der nötigen Software auszustatten. Schon jetzt poste er Stellenanzeigen und Fotos von den Baustellen auf Facebook, um Kunden und Interessenten die Fortschritte zu zeigen. Mit seinen Mitarbeitern stimme er sich in einer Whatsapp-Gruppe ab, „etwa wenn wir uns morgens eine halbe Stunde früher treffen müssen, weil so viel zu tun ist“. Nico Robben setzt auf Digitalisierung – von Anfang an.

Auch interessant:

Handwerker-Netzwerke: kleine Betriebe, große Schlagkraft

Risiko durch Digitalisierung? Gibt es. Viel größer aber sind die Chancen, sagt Malermeister Matthias Schultze. Das Handwerk müsse seine Macht nur richtig nutzen.
Artikel lesen >

-Anzeige-

Der T6.1 steht im 16. Jahr auf der gleichen Plattform. Gerade im Nutzfahrzeugsegment ist das kein Nachteil.
Foto: Dennis Gauert

„Hey Bulli“

Sprachbefehle, teilautonomes Fahren: Das kann VWs T6.1

Der Multivan geht ins sechzehnte Jahr auf gleicher Plattform. Das ist kein Nachteil. Beim neuen VW T6.1 baut moderne Technik auf einer stabilen Basis auf.

2018 war der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt besonders hoch.
Foto: Dan Race - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Steuerbelastung auf Langzeithoch

Die Steuerbelastung in Deutschland ist so hoch wie lange nicht. Entlastung ist in Sicht – direkt vor dem nächsten Anstieg.

Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn im Elektrohandwerk auf 11,90 Euro pro Stunde.
Foto: wip-studio - stock.adobe.com

Neuer Tarifabschluss

Dieser Mindestlohn gilt ab 2020 im Elektrohandwerk

Die Tarifpartner im Elektrohandwerk haben sich auf neue Branchenmindestlöhne verständigt. Die erste Erhöhung soll es Anfang 2020 geben.

Die Paneelsäge verfügt über eine Beleuchtung des Schnittbereichs. Sie wird mit Akku-Kraft und damit netzunabhängig betrieben.
Foto: HGH

Licht und Schatten

Paneelsäge XR Flexvolt von Dewalt im Praxistest

Zwei angehende Holztechniker haben der Akku-Säge XR Flexvolt von Dewalt auf den Zahn gefühlt. Entdeckt haben sie neben Positivem auch handfeste Kritikpunkte.